13.09.2016, 09:33 Uhr

Hinweise für Wettermessungen

Friedrich Schmutzenhofer und sein Sohn Peter betreuen seit über 45 Jahren eine kleine, private Wetterstation.

Auch Hobby-Meteorologen sollten ein paar Tipps beachten, damit ihre Messungen aussagekräftig sind.

Immer mehr Menschen stellen sich in ihrem Garten eine kleine meteorologische Station auf. Temperatur und Niederschlag sind die beiden beliebtesten Messgrößen, doch auch vollständige Messstationen mit Druck-, Feuchte- und Windmessung, manche sogar mit weiteren Elementen, werden immer beliebter. Doch oft stimmen die Werte - auch wenn es sich um professionelle Messgeräte handelt - nicht mit denen im Internet oder Teletext überein.

Eine korrekte Aufstellung
Häufig treten Probleme aufgrund der falschen Aufstellung auf. Es reicht nicht aus ein Thermometer auf der Nordseite des Hauses zu platzieren. Die Hausmauer, nahe liegende Bäume oder Asphalt stören die Messung. Korrekterweise müsste die Temperatur 2 m über regelmäßig gemähtem Gras mit Strahlungsschutz montiert sein. Schutz vor der Sonneneinstrahlung kann professionell mit einer weiß lackierten Wetterhütte passieren oder man wird ein wenig kreativ und sucht ein gut durchlüftetes, schattiges Plätzchen - vielleicht unter einem freistehenden, nicht zu dichten Baum.
Die Niederschlagsmessung ist einfacher aufzustellen. Die Höhe über Grund ist nicht ausschlaggebend. Jedoch sollte der Platz so gewählt sein, dass er möglichst weit von höheren Objekten (wie dem eigenen Haus oder einer großen Hecke) entfernt steht. Auch sollte der obere Rand des Messgerätes mit einer Wasserwaage überprüft werden.
Am wenigsten empfindlich ist eine Druckmessung, die auch bequem im Haus durchgeführt werden kann.

Das Auslesen der Daten
Sitzen die Messgeräte einmal korrekt, beginnt das Ablesen oder sogar das tägliche Dokumentieren der Daten. Will man seine Messwerte mit denen aus dem Internet vergleichen, sollten die internationalen Hauptmesszeiten genommen werden: 07, 12, 19 und 21 Uhr Winterzeit (auch im Sommer!). Oft wird auch der Tageshöchstwert verglichen. Diesen selbst zu ermitteln, ist jedoch schwer, da er im Regelfall zwischen 12 und 16 Uhr - in Ausnahmefällen sogar noch früher oder später eintreten kann. Hat man kein eigenes Messgerät für diese Messung, kann sie mit einem üblichen Thermometer nicht durchgeführt werden.

Nutzen der Messwerte
Wollen Sie die Daten an eine wissenschaftliche Stelle wie der ZAMG oder der Universität Wien weiterleiten, ist das Wichtigste die Aufzeichnung aller Gegebenheiten vor Ort. Standortwechsel, Messgeräteinformationen, Ablesezeiten, sowie Fotos der Station erleichtern wissenschaftlichen Mitarbeitern die Verarbeitung der Daten.
Auch wenn die Werte nur bei einem selbst verbleiben sollen, ist es immer interessant und ratsam, bei einem Gerätewechsel für einige Monate beide Instrumente abzulesen, um die Unterschiede festzustellen.
Zu guter Letzt: Lassen Sie sich nicht entmutigen! Egal, ob und welche Fehler gemacht werden: Meteorologische Daten sind immer von Nutzen, auch wenn sie nur der eigenen Neugier dienen!
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