27.05.2016, 13:19 Uhr

HOLZ ERDE FLEISCH

Wann? 09.06.2016 20:00 Uhr

Wo? Stadtkino , Thurnhofgasse 14, 3580 Horn AT
Drei Bauern bei der Arbeit im Wald, auf dem Feld und auf der Alm. Eine Frage bestimmt alles: werden ihre Kinder eines Tages ihren Besitz übernehmen oder stirbt der Bauernberuf mit ihnen aus? (Foto: www.stadtkinowien.at/film/940/)
Horn: Stadtkino | Premiere der preisgekrönten Dokumentation am Donnerstag, den 09 Juni 2016, um 20.00 Uhr im Stadt-Kino Horn in Anwesenheit von Regisseur Sigmund Steiner.
weitere Termine: 10. und 11. Juni 2016 um 20.00 Uhr

Filmemacher Sigmund Steiner – selbst Bauernsohn – portraitiert in seinem essayistischen Dokumentarfilm „Holz Erde Fleisch“ drei Bauern bei der Arbeit im Wald, auf dem Feld und auf der Alm. Eine Frage bestimmt alles: werden ihre Kinder eines Tages ihren Besitz übernehmen oder stirbt der Bauernberuf mit ihnen aus? Und wieso haben sie sich einst entschieden, die Arbeit ihrer Väter fortzuführen?
Obwohl keiner dieser drei Männer Sigmund Steiners Vater ist, gestaltet sich Holz Erde Fleisch als sensible Auseinandersetzung des Filmemachers mit der eigenen Vater-Sohn-Geschichte.

„Einen Bauern, hat mein Vater immer gesagt, kann man nur dann verstehen, wenn man einmal mit ihm im Wald war. Oder am Feld. Oder auf der Alm.“ Auf der Suche nach dem Wesen des eigenen Vaters begleitet Sigmund Steiner drei Landwirte bei ihrer Arbeit. In kontemplativen Naturaufnahmen und intimen Interviews wird der Zyklus von Leben und Tod in all seinen Dimensionen erfahrbar: im Rhythmus der Natur, im Wechsel der Generationen. Ein liebevolles Porträt eines schwierigen Vater-Sohn-Verhältnisses.

Um mehr über den eigenen Vater und dessen Arbeit als Landwirt zu erfahren, setzt sich Sigmund Steiner mit seiner bäuerlichen Herkunft auseinander und begleitet einen Forstwirt, einen Gemüsebauern und einen Schafzüchter bei ihrer Arbeit. In den Interviews mit den Protagonisten und ihren Familien ist nicht nur die Frage nach der Zukunft der Landwirt/innen und der Bereitschaft der Nachkommen, das Erbe ihrer Vorfahren anzutreten, von Bedeutung. Ebenso erzählt die Elterngeneration von ihrer Kindheit, ihrem Verhältnis zu den eigenen Eltern und zur Tradition – ein Umstand, in dem sich die Beziehung zwischen dem abwesenden Vater und dem Filmemacher selbst spiegelt.

„Holz Erde Fleisch“
entspringt einem sehr persönlichen Anliegen: der Suche nach dem Wesen dieses Vaters, dem Bedürfnis nach einem tieferen Verständnis für einen Mann, der dem Familienbesitz höhere Priorität beimisst als der Familie selbst. Es ist ein sehr privater und berührender Essay, der in kontemplativen Einstellungen Einblicke in die Arbeit in und mit der Natur gewährt, den Zyklus von Leben und Tod allgegenwärtig spürbar, Zeit in all ihren Dimensionen erfahrbar werden lässt: bei der Saat und Ernte einer Kartoffel, beim Aufziehen und Schlachten eines Tiers, beim Pflanzen und Fällen eines Baums – Leben und Arbeit in Abhängigkeit vom Rhythmus der Natur.

Der Blick auf den natürlichen Kreislauf des Generationenwechsels mündet in einer Perspektivenverschiebung, die schließlich eine emotionale Annäherung des Filmemachers an den Vater zu ermöglichen scheint. Man meint einen Mann zu erkennen, der kein gieriger Egoist war, sondern ein Idealist, der immer nur einer Idee gefolgt ist: der Bewahrung eines Lebens für die nächste Generation. Sigmund Steiner in „Holz Erde Fleisch“: „Vielleicht ist zwischen Filmarbeit und Holzarbeit gar kein so großer Unterschied.“
(Katalogtext Diagonale 2016)
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