21.03.2016, 08:54 Uhr

Borbet ist für Zukunft gut aufgestellt

Helmuth Huber (M.) weiß, dass Borbet Austria innerhalb der Unternehmens-Gruppe eine führende Rolle einnimmt. (Foto: Land OÖ)

„Räder sind die Schuhe eines Autos und wir produzieren die High-(W)heels“, sagt Helmuth Huber.

RANSHOFEN (ah). 3,8 Millionen Alu-Gussräder werden heuer das Unternehmen Borbet Austria mit Firmensitz in Ranshofen verlassen. Möglich gemacht hat das eine im Vorjahr in Betrieb genommene Lackieranlage. In Summe 25 Millionen Euro hat Borbet dafür investiert. „Wir sind nun für die Zukunft gut aufgestellt. Wenn diese Lackieranlage nicht nach Ranshofen gekommen wäre, hätte wir die Produktion reduzieren müssen und eine Reduktion ist letztendlich der Beginn vom Ende. Dieses Investment war ganz entscheidend für die Standortsicherung von Borbet Austria in Ranshofen“, so Geschäftsführer Helmuth Huber. Es war nicht ganz einfach, die Investition nach Ranshofen zu holen. „Letztendlich ist es gelungen, da sich Wirtschaftslandesrat Michael Strugl rasch und massiv dafür eingesetzt hat“, erinnert sich Huber. Die Unternehmensgruppe hat europaweit Niederlassungen und betreibt ein Werk in Alabama (USA) und in Südafrika. In Ranshofen geht die Produktion Richtung vier Millionen Räder. Damit liegt Borbet Austria, was die Kapazität betrifft, mit dem Mutterwerk im Sauerland an zweiter Stelle. Hauptabnehmer ist BMW, Audi, Mercedes/AMG und VW. „Das Unternehmen ist ein Leitbetrieb, hat eine übergeordnete Rolle und ist ein Gewinn für die Region“, zeigte sich Wirtschaftslandesrat Michael Strugl (ÖVP) bei einer Werksbesichtigung beeindruckt.

Hohe Lohnnebenkosten

Nicht alles glänzt aber so wie die polierten Alufelgen. Gegenüber Deutschland gibt es einen klaren Standortnachteil. Huber rechnet vor: „Wir haben in Deutschland 15 Prozent Lohnnebenkosten, in Österreich sind es 30 Prozent. Bei einer Lohnsumme von 40 Millionen Euro, macht dieser Unterschied sechs Millionen Euro im Jahr aus. In zehn Jahren sind das schon 60 Millionen. Mit diesem Geld kann ich viel investieren!“ In Sachsen ist ein neues Werk im Anlaufen. „Österreich wurde nicht in die Liste der Länder für die Standortuntersuchung aufgenommen“, weiß Huber. Gearbeitet wird in Ranshofen im Vierschichtbetrieb, sieben Tage die Woche, rund um die Uhr. Trotz einer Menge an Roboter sind 800 Mitarbeiter notwendig, um jeden Monat 400 bis 500 verschiedene Radtypen zu produzieren. Die Mitarbeiter sind für Huber das wertvollste Kapital. „Wenn wir hier ein modernes Unternehmen haben, dass viele Millionen Euro gekostet hat, aber die Leute nicht haben, die diesem Unternehmen Leben einhauchen, dann wird man hohe Verluste schreiben.“ Jährlich werden etwa zehn bis 13 Lehrlinge aufgenommen. So gut wie alle Lehrlinge werden übernommen.
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