09.08.2016, 14:26 Uhr

"Ich bin sehr stolz, für Österreich zu starten"

Die 41-Jährige ist Athletin des BSV Stöttera und Mitglied im österreichischen Olympia-Aufgebot in Rio. (Foto: privat)
Die Liebe führte Laurence Baldauff nach Österreich, jetzt vertritt die Bogenschützin Rot-Weiß-Rot bei Olympia.

STÖTTERA/RIO (O.Frank). Auszug, Ankerpunkt, zielen, lösen. Lautlos schießt der Pfeil davon. Mit rund 200 km/h findet er sein Ziel – auf einer 122 Zentimeter großen Zielscheibe in 70 Metern Entfernung. Das ist Anforderung für Laurence Baldauff bei den Olympischen Spielen im Sambódromo von Rio de Janeiro.
Die gebürtige Luxemburgerin, die sich dem BSV Stöttera angeschlossen hat, ging als älteste Athletin der gesamten rot-weiß-roten Mannschaft auf Medaillenjagd und vertritt Österreich erstmals seit 32 Jahren wieder im Bewerb der Bogenschützen. „Ich bin schon mal sehr froh, es überhaupt geschafft zu haben, in Rio teilnehmen zu können“, betonte die 41-Jährige gegenüber den Bezirksblättern im Vorfeld der Spiele.
Im August letzten Jahres hatte die Mutter eines Sohnes mit Platz zwei beim Qualifikationsturnier im Rahmen der Weltmeisterschaft in Kopenhagen das Ticket für die Olympischen Spiele gelöst. „Ich erwarte mir nicht zu viel und mache mir keinen Druck, aber natürlich will ich die bestmögliche Platzierung erreichen“, so die Olympia-Debütantin, die bereits eine Woche vor Start der Spiele nach Rio de Janeiro reiste.

I believe in you-Projekt effektiv
72 Pfeile hatte Laurence Baldauff in der Ouvertüre des Bewerbs letzten Freitag abzuschießen. Für eine Passe von sechs Pfeilen blieben vier Minuten Zeit, nach etwa drei Stunden war die Qualifikation vorüber. Auch rasant verlief ihr „I believe in you“-Projekt vor Olympia-Start. In einem Monat waren die nötigen 1.500 Euro für einen neuen Satz Pfeile finanziert. Ein vollständiges Set kostet rund 2.500 Euro, ein Pfeil schlägt sich mit 50 Euro zu Buche.

"Alle Schützen sind sehr gut!"
Demnach hat die seit 1900 bei den Olympischen Spielen anerkannte Sportart nichts mit dem oftmaligen Klischeedenken von Robin Hood aus Rethem zu tun, für Laurence Baldauff ist Pfeil und Bogen Alltag, findet man die erst seit Dezember 2015 eingebürgerte Bogensportlerin doch mindes-tens fünfmal pro Woche auf dem Schießplatz. Auch im eigenen Garten hat sie eine Schießanlage installiert. Um auf internationalem Level zu bleiben, denn im 64-köpfigen Feld heißt es Kons-tanz zu zeigen, wie sie bestätigt: „Alle Schützen hier sind sehr gut und es muss einfach alles zusammen passen. Mit einer guten Tagesform kann es natürlich perfekt laufen.“
Das hofft sie auch nach der Quali mit Rang 41, die vorerst nur der Bestimmung der Setzliste für die am Mittwoch um exakt 14:39 Uhr beginnenden K.-o.-Runde gegen die Inderin Bombayla Devi Laishram diente.
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Michael Strini aus Oberwart | 10.08.2016 | 19:29   Melden
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