20.07.2016, 16:06 Uhr

Goldenes Priesterjubiläum für Pfarrer Bruno Layr

Pfarrer Bruno Layr im Pfarrheim der Pfarre Altmannsdorf, das unter seiner Leitung komplett modernisiert wurde

Vor 50 Jahren - am Mittwoch, 29. Juni 1966 - wurde Pfarrer Bruno Layr von Kardinal Erzbischof Dr. Franz König im Wiener Stephansdom zum Priester geweiht.

An seinem Jubiläumstag feiert der 73jährige in der Pfarrkirche Altmannsdorf- St. Oswald am 29. Juni um 18:30 Uhr sein Goldenes Priesterjubiläum mit einer Festmesse. Danach sind alle Gäste im Pfarrzentrum am Khleslplaz 7 zur Agape eingeladen. 12 Jahre hat Bruno Layr als Pfarrer in Altmannsdorf gewirkt, bis 1998.

"Mit dieser Pfarrgemeinde verbinden mich so viele schöne Erinnerungen und persönliche Freundschaften, dass ich mir für mein Jubiläum keinen schöneren Ort vorstellen kann", sagt er. Aufwändige Renovierungsarbeiten an der schönen Pfarrkirche, die 1838/39 nach Plänen von Franz Lößl mit der Spende aus einem Lottogewinn eines Ehepaar errichtet wurde, fallen ebenso in seine Amtszeit wie die Sanierung des denkmalgeschützten Pfarrhofes und der Neubau des Pfarrzentrums.“

Schon zuvor, als er noch Pfarrer in Ebreichsdorf war, hatte er den ersten Computer, der in einer Pfarre der Erzdiözese Wien zum Einsatz kam, angeschafft. "Das Programm hat mir ein befreundeter Lehrer geschrieben. Den Computer habe ich damals aus eigener Tasche gekauft, diese Technik war ja noch völlig neu und undenkbar für einen Mann der Kirche." Was damals Pionierarbeit war, ist längst zum Alltag geworden. "Heute verwenden die meisten Pfarren Computer."

Ruhestand ist ein Fremdwort

Eigentlich ist Bruno Layr längst im Ruhestand. Als er 1998 als Pfarrer von Altmannsdorf abdankte, stellten sich bald neue Aufgaben ein. Schon im September 1999 wurde er zum Mitarbeiter in der Tourismuspastoral am Flughafen Schwechat ernannt, bis 2001 wurde er zur priesterlichen Mitarbeit und Unterstützung des Substituten in der Pfarre Liesing als Seelsorger beauftragt. Und schließlich wirkte er bis September 2008 als Rektor des Rektorates St. Johannes in Margareten.

"Seither kommen immer wieder Anfragen verschiedener Pfarren, ob ich aushelfen kann." Er hat dafür sogar eine eigene Homepage eingerichtet, auf der er regelmäßig seine selbstgeschriebenen Messtexte, leicht verständlich und menschlich ansprechend, veröffentlicht. "Die Texte müssen zu Herzen gehen, sonst erreicht man die Menschen nicht!" Pro Tag hat seine Seite bis zu 1.600 Zugriffe aus aller Welt, bis hin zu den Coconut Islands, oder Süd Korea (www.priesteraushilfe.at).

Seit einigen Jahren verbringt er den Sommer als Urlaubsvertretung in der Schweiz. In einer Wallfahrtskirche auf der Halbinsel Rheinau. Und hilft überall dort aus, wo er gebraucht wird. Und das, obwohl sein Bewegungsapparat nach 30 Operationen eigentlich etwas mehr Ruhe bräuchte. Aber er liebt seinen Beruf, seine Berufung und die Menschen, mit denen er täglich zu tun hat.

Ein Bub aus Gersthof

"Ich war ein schüchternes Kind, wollte weder in der Schule, noch zu Hause viel reden." Als er mit 16, damals war er Oberministrant in der Pfarrkirche am Bischof Faber Platz, vom Jungscharführer gebeten wurde, für ihn bei einer Gruppe einzuspringen, merkte er, dass es Spaß machen kann, mit den Kindern zu reden. Er machte eine Schulung, begann Elternabende zu leiten und gründete als 18jähriger den ersten katholischen Jugendclub Österreichs - in einem alten Kohlenkeller. Der Club war so beliebt, dass es rasch weit über 100 Mitglieder gab und zahlreiche Aktivitäten.

"Ich wusste früh, dass ich Priester werden wollte, einfach weil ich es besser als andere machen wollte, statt nur zu schimpfen." Also begann er nach der Matura 1960 an der Theologischen Fakultät mit dem Studium, das er 1966 abschloss.
Am 29. Juni 1966 wurde er im Stephansdom durch Kardinal König zum Priester geweiht. "Kardinal König war für mich ein väterlicher Freund, der mich von Anfang an gefördert hat. In späteren Jahren hat er mir sogar das Du-Wort angeboten. Ich sagte: Das geht doch nicht, ich kann doch nicht zu meinem Kardinal ´du´ sagen. Da hat er kurz gestutzt und dann gemeint ´probieren wir´s einfach!"

Die vielen wertvollen Gespräche mit Kardinal König, meist spät am Abend und am Telefon - Layr nennt sie "unsere Nikodemus-Gespräche" - sind ihm bis heute in lebendiger Erinnerung. Ab 1966 musste sich Bruno Layr als Kaplan in Ebenfurth beweisen, später in Maria Namen in Ottakring und Altsimmering. Am 22.12.1972 wurde er zum Pfarrer der Pfarre Ebreichsdorf - als damals jüngster Pfarrer der Erzdiözese Wien ernannt. Damals war er 28.

"Ich hätte nie damit gerechnet." Auch nicht mir den Schwierigkeiten, die damit auf ihn zukamen. "Es gab nichts dort, keine Jungschar, keine Kindergruppen, nichts. In den folgenden 14 Jahren sollte sich das mit viel Knochenarbeit gründlich ändern.
"Und dann kam Altmannsdorf, eine schöne Zeit", sagt Bruno Layr. Schon alleine wegen der Mitarbeiter, ihrem gemeinsamen Engagement, das verbindet bis heute.

Nähere Info: www.goldenes-jubiläum.at
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