13.04.2016, 14:50 Uhr

Neulerchenfelder Straße: Eine neue Straße, drei verschiedene Ziele

Bis Ende 2016 soll ein detailliertes Konzept für die Neulerchenfelder Straße stehen. (Foto: GB16)

Umbau Neulerchenfelder Straße: Leerstand, schmale Gehsteige und zu wenig Grün im Fokus.

OTTAKRING/HERNALS. Alles über einen Kamm zu scheren, kommt beim Umbau der Neulerchenfelder Straße nicht infrage. In drei Bürgergesprächen wurden Ideen für die sechs Millionen Euro teure Umgestaltung gesammelt. Die Vorschläge wurden nun drei verschiedenen Abschnitten der Straße zugeordnet.

Gürtel bis Kirchstetterngasse:
Aufgrund der Nähe zum Brunnenmarkt sind hier besonders viele Fußgänger unterwegs. Das Problem: schmale Gehsteige mit vielen Masten und Telefonzellen. Das Ziel: mehr Platz für Fußgänger zu schaffen.

Kirchstetterngasse bis Deinhardsteingasse:
Hier liegt das Problem nicht bei einer zu hohen Frequenz auf der Straße, im Gegenteil: In diesem Abschnitt stehen viele Lokale in den Erdgeschoßzonen leer. Das Ziel: neues Leben für leere Lokale. Hier sind auch kreative Lösungen wie eine Zwischennutzung für Kunstprojekte oder Gemeinschaftsbüros geplant.

Deinhardsteingasse bis Johann-Nepomuk-Berger-Platz:
Freizeit lautet das Stichwort an dieser Stelle: Der Dreiecksplatz bei der Friedmanngasse und der Johann-Nepomuk-Berger-Platz sollen für die Anrainer umgestaltet werden. Die Ziele: mehr Grün, neue Brunnen und die Niveaus von Gehsteig, Platz und Straße anzugleichen.

Bis Juni wird nun ein erstes Verkehrskonzept ausgearbeitet. Ein detaillierter Plan für die Umgestaltung soll bis Ende des Jahres fertig sein.

Skurrile Ideen inklusive

Ideen für die Umgestaltung der Neulerchenfelder Straße abseits von einem neuen Gehsteig und einer Belebung der Erdgeschoßzonen gab es zuhauf. Hier die besten Vorschläge auf einen Blick:

Kunst trifft Gemüse:
Statt fader Poller mal Brokkoli und Karotten in knalligen Farben, wie ein Klavier schwarz-weiß angemalte Stufen und Straßenschilder auf zwei Beinen: Anrainer Michael Platzer will die Straße als Kunstwerk etablieren.

Ein Stück Erinnerung:
Jüdische Geschichte im 16. Bezirk: 23 Geschäftsleute und Künstler wohnten 1938 in der Neulerchenfelder Straße. Anrainerin Bettina Schönguts Vorschlag: Die Neulerchenfelder Straße soll ein Ort der Erinnerung werden.

Farbe für die Straße:
Klappsessel und Klappbänke, verziert und bemalt von den Einkaufsleuten: Auch diese Aktion soll wiederholt werden.
Übrigens: Dass diese Vorschläge auch tatsächlich umgesetzt werden, ist laut Bezirksvorsteher Franz Prokop nicht ausgeschlossen.

Zur Sache:

IIdeen für die Umgestaltung der Neulerchenfelder Straße wurden in drei Bürgerveranstaltungen gesammelt. Mit dabei: ein Beirat aus neun Ottakringern, der Anrainer über den Fortschritt des Projektes informiert.

Die Forderungen des Beirats:
• Elisabeth Bauer-Soos: mehr Sicherheit und Sauberkeit
• Christoph Keintzel: Verbesserungen für Fußgänger
• Lukas Dirnbacher: gute Erreichbarkeit für Kunden
• Michaela Dirnbacher: neuer Grünraum
• Michael Platzer: Kunst im öffentlichen Raum
• Leonhard Riebl: Initiativen für Unternehmer
• Johann Marvan: Sauberkeit
• Bettina Schöngut: breitere Gehsteige
• Gregor Zethofer: Belebung leerer Lokale

Bei Fragen zum Umbau kann man sich an DialogNLFneu@gmail.com wenden.
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