16.08.2016, 14:25 Uhr

Edith Pisching: Als Pergerin im Schwabenland "unglaublich herzlich" aufgenommen

Edith Pisching (Foto: Privat)

BezirksRundschau-Serie über Landsleute im Ausland: Die Pergerin Edith Pisching verschlug es aus beruflichen Gründen in die deutsche Großstadt Stuttgart.

PERG, STUTTGART (mikö). "Schon während des Studiums hat es mich hinaus in die Welt gezogen", erzählt Edith Pisching, die in Königswiesen aufwuchs und später in Perg lebte. "Auslandsaufenthalte in den USA und Singapur sowie Fernreisen nach Südostasien, Mexiko und Venezuela haben meinen Horizont erweitert und schon damals den Grundstein für meine Bereitschaft auszuwandern gelegt."

"Dialekt grenzt fast an eine Fremdsprache"

Aufgrund besserer Jobchancen fasste sie 2007 mit ihrem damaligen Lebensgefährten den Entschluss, in die Baden Württembergische Hauptstadt Stuttgart zu ziehen. Die Wirtschaftspädagogin arbeitet bei der Atr Service GmbH, der größten Handelskooperation für Kfz-Teile weltweit, im Bereich Marketing und Corporate Communication. "Die Familie war, glaube ich, nicht völlig begeistert, dennoch haben mich alle Familienmitglieder und Freunde völlig unterstützt". Auch wenn man vielleicht annimmt, dass Deutschland nicht viel anders ist als Österreich, gibt es kleine aber feine Unterschiede. "Aufgenommen wurde ich unglaublich herzlich im Schwabenland, auch wenn der Schwabe einen Dialekt spricht, der schon fast an eine Fremdsprache grenzt. Integrations-Schwierigkeiten hatte ich keine, die neuen Arbeitskollegen haben mich toll aufgenommen, schnell waren auch neue Freunde gefunden", so die 39-Jährige. Das Arbeits- und Lebenstempo sei hoch, zumindest in der deutschen Automobilstadt Stuttgart. Trödeln gebe es kaum, alles laufe nach dem Motto „Schaffe, schaffe, Häusle baue“.

Was sie vermisst

"Da wünscht man sich doch manchmal die österreichische Gelassenheit", lacht Pisching. Das äußere sich auch in Form der „Kehrwoche“. Das ist die regional übliche Bezeichnung für die geregelte Reinigung gemeinschaftlich benutzter Bereiche in Einfamilien- und Mehrparteienwohnhäusern und von Flächen. "Diese Pflicht wird gewissenhaft ausgeführt und jeden Samstagmorgen mit hohem Geräuschpegel durchgeführt, damit alle Nachbarn mitbekommen, wie fleißig der Kehrende ist." Pisching gefallen die vielen Perspektiven an ihrem neuen Zuhause. Was sie vermisst? "Das Persönliche, die überlegte und nicht hektische Arbeitsweise und natürlich Freunde und Familie." Der Kontakt in die alte Heimat ist sehr intensiv, eine Rückkehr ist mittel- oder langfristig denkbar.
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