11.03.2016, 14:36 Uhr

SAAC Camp in Kleinarl (5.- 6. März 2016)

Theorievortrag!
Kleinarl: Kleinarl |

Zirka 40 motivierte Wintersportler/-innen, coole Bergführer und Neuschnee – noch Fragen?


Kleinarl. Am Samstag 5. März und Sonntag 6. März wurde das SAAC (Snow & Avalanche Awareness) Basic Camp in Kleinarl abgehalten. Dieses Camp bietet Wintersportler/-innen eine kostenlose Teilnahme und informiert im Zuge eines Theorie- und Praxisteils über die wichtigsten Inhalte in Punkto „Sicherheit im Schnee“.


… Jetzt ist schon wieder etwas passiert - und zwar das SAAC Basic Camp Kleinarl fand statt!
Diese SAAC Basic Camps sind immer sehr schnell ausgebucht, deswegen nützte ich die Gelegenheit als Campreporterin daran teilzunehmen. Die Anreise nach Kleinarl gestaltete sich für mich als kurz, da ich aus Salzburg komme und ich auch den Tag vor der Theorie zum Skifahren nutzte, jedoch war für einige der Teilnehmer/-innen diese Reise etwas weiter. Was tut man nicht alles für eine solche Veranstaltung?

Der Samstag begrüßte die Teilnehmer/-innen auch noch am Nachmittag mit strahlendem Sonnenschein und warmen Temperaturen, als wir uns um 16:00 Uhr im ROBINSON CLUB AMADÉ in Kleinarl zum Theorievortag zusammenfanden. Der Vortag wurde von Robert und Wolfang, zwei sehr erfahrenen Bergführern, im Theater des Hotels abgehalten. Die Inhalte, die besprochen wurden, waren sehr informativ und wurden kompakt präsentiert. Dazu kamen anschauliche Videos und Bilder zum besseren Verständnis. Die Vortragenden animierten auch zum Mitarbeiten und bei Fragen, die richtig beantwortet wurden, gab es (per exzellenten Würfen von Robert!) Trinkflaschen als Belohnung.
In den 2 ½ Stunden wurden viele Themen besprochen, die für eine Risikominimierung im Backcountry-Abenteuer wichtig sind, dazu zählen Ausrüstung, Lawinenkunde, Verhalten im Gelände, Gefahrenzeichen, etc... Da Lawinenkunde per se aber ein sehr komplexes Thema ist und viel Wissen und Erfahrung dazu gehört, kann man in einem Vortrag dieser Dauer nicht alles behandeln. Dennoch ist es den zwei Tirolern gelungen, dass sich jede/r Teilnehmer/-in bewusst wurde, was alles zu den Vorsichtsmaßnahmen Abseits der gesicherten Pisten dazu gehört. Zum Beispiel ist es wichtig, dass vor jeder Tour der Lawinenlagebericht studiert werden soll. Er gibt einem Aufschluss über die vorherrschende Gefahrenstufe und wichtige Tipps für das Befahren abseits der Pisten. (Du bekommst ihn auf www.lawine.at, speziell für den Raum Salzburg unter der Tel.Nr. +43(0)662 1588.)
Zum Ende des Vortrags, als die Materialien besprochen wurden, durfte eine Freiwillige den Airbag-Rucksack mit Düsengebläse von der Firma Pieps auslösen. Die Besonderheit an diesem Rucksack ist, dass er die Umgebungsluft zum Aufblasen benutzt und deshalb auch öfters hintereinander benutzt werden kann.
Wo wir schon beim Material sind. In Sachen Testmöglichkeiten konnte sich jede/r Teilnehmer/-in, die selbst keine Lawinenausrüstung (LVS-Gerät, Schaufel, Sonde) mit hatte, gratis für den Kurstag am Sonntag ausleihen. Die Ausgabe fand am Sonntag um 8:45 Uhr statt, wo sich auch die gesamten 40 Teilnehmer/-innen bei der Talstation in Kleinarl mit dem richtigen Equipment und Liftkarte trafen.
Sonntag hieß es das Gehörte auch im echten Gelände zu testen!

Von SAAC wurden fünf Bergführer - Robert, Thomas, Benedikt, Wolfgang, Wolfi - zur Verfügung gestellt, die mit uns in Kleingruppen zu je 8 Personen den Praxistag abhielten. Wir fuhren mit den 2 Sesselliften auf knapp 2000hm, wo uns schon die Schneeflocken begrüßten. Als begeisterte Wintersportler/-innen waren wir natürlich alle happy über den Neuschnee, der in der Nacht gefallen ist und der uns auch am Tag die ganze Zeit begleitet hat.
Nach einer kurzen Gruppenbesprechung mit unserem Bergführer Thomas ging es auch schon los. Der Lawinenlagebericht wurde verlesen: „Auf etwa 1800 m erhebliche Schneebrettgefahr! Der Südföhn bildete von Freitagmittag bis Samstag mächtige Einwehungen vor allem im Nordsektor, sowohl kammnah als auch kammfern hinter Geländekanten und in Rinnen und Mulden, welche nach wie vor durch das Gewicht eines einzelnen Wintersportlers auslösbar sind.“ Was das für uns hieß, wurde ausführlich diskutiert. Danach wurde der LVS - Check gemacht und dann ging es schon zu ein paar Off-Pist-Abfahrten im Abstand von ca. 30 Metern neben den Schlepp-/Liften. Thomas versuchte uns im Laufe des Vormittags auf alle Gefahrenzeichen für Lawinen, Windzeichen, Wetter, aufmerksam zu machen und wir lernten wie man die Neigung des Hanges messen kann, nur mit Hilfe unserer Stöcke.
Nachdem uns das Wetter mit dem weißen Gold segnete, suchten wir uns einen passenden Platz, wo wir ein Schneeprofil ausheben konnten. Anhand des Profils wurde uns der Aufbau einer Schneedecke erklärt und alle Prozesse und Vorgänge, die während des Winters passieren, gezeigt.
Danach waren die Köpfe voll und die Bäuche leer und wir fuhren zur SCHÜTTALM Kleinarl, wo wir alle mit Köstlichkeiten versorgt wurden.
Nachdem alle gesärkt waren fand die letzte große Übung nach dem Mittagessen statt. Sie bestand aus Suchen, Graben und Sondieren. Der Ablauf bei einem Ernstfall wurde geübt und jede/r konnte einmal sein eigenes LVS Gerät, Schaufel und Sonde bedienen und den verschütteten Rucksack bergen. Diese Übung erforderte beim Ausgraben auch noch viel Kraft und Schnelligkeit, denn auch im Ernstfall ist das Handeln und Taten das Wichtigste - somit voller Körpereinsatz!
Glücklich, dass alles Vergrabene wieder gefunden wurde und unversehrt war, beendete leider die Uhrzeit den lehrreichen Kurstag und es ging zur Talstation.

… Und was bleibt abschließend zu sagen?

Wer jetzt Lust bekommen hat an einem SAAC Camp teilzunehmen, sollte auf keinen Fall zögern. Egal ob mit oder ohne Vorerfahrungen im Bereich Wintersport im Backcountry, kann man dieses Camp jedem empfehlen. Spaß – Wissen – Schnee – Begeisterung - sind ein paar Schlagworte für dieses Camp. Sehr empfehlenswert für alle, die sich abseits von den Pisten sicher rauf und runter bewegen wollen und dazu ein "Know-How" von erfahrenen Bergführern erfahren wollen.

Stay safe and keep on shredding!
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