12.08.2016, 15:09 Uhr

"Über Stock und über Stein" in Purgstall

Naturbegleiter Hans Siebenhandl (im Bild ganz rechts) leitet interessante Wanderführungen durch die Erlaufschlucht. (Foto: privat)

Die Erlaufschlucht ist ein beliebtes Ausflugsziel, aber nur wenige wissen um deren Naturvielfalt Bescheid.

PURGSTALL/ERLAUF. "Ich bin mir sicher, dass die meisten Menschen im Bezirk schon von der Erlaufschlucht gehört und auch einen Spaziergang oder eine kleine Wanderung in dem einzigartigen Naturjuwel gemacht haben", so der Naturbegleiter Hans Siebenhandl aus Feichsen. "Aber oft bleiben dabei interessante Details und versteckte Sehenswürdigkeiten verborgen, die man auf den ersten Blick gar nicht wahrnimmt."
Seit Sommer 2015 bietet der 56-jährige Bautechniker (zusammen mit vier weiteren passionierten Naturliebhabern) im Zuge eines Gemeindeprojekts geschulte Führungen durch die Erlaufschlucht an. Dabei lassen sich ganzjährig die vielen Besonderheiten der Schlucht, wie etwa die "Schön Höhle", mit interessanten Hintergrundinformationen erforschen.

Wie ein Naturjuwel entsteht

Der Ursprung der Großen Erlauf findet sich am Fuße der Gemeindealpe, im niederösterreichisch-steirischem Grenzgebiet, wieder. Von dort verläuft der Fluss knapp 70 Kilometer lang, in teils tiefen Schluchten eingebettet, bis nach Wieselburg, wo er mit der Kleinen Erlauf zusammenfließt und schließlich in die Donau bei Pöchlarn mündet. Fast 40 Prozent der Großen Erlauf sind noch als naturnah zu bezeichnen. Lediglich eine für Flüsse typische Fischwanderung ist aufgrund mehrerer Kraftwerke (die zum Teil eigenen Strom für die Mariazellerbahn erzeugen) nicht mehr möglich. Als kleine Sensation wurde im Jahr 1985 die Entdeckung des für ausgestorben geglaubten Bachneunauges bezeichnet. Ein Indiz für den einmaligen Lebensraum.
In Purgstall hat sich die Erlauf im Laufe der Jahrtausende tief in den seit den Eiszeiten aufgelandeten Schotter eingegraben, wodurch die Erlaufschlucht entstanden ist. Sie gilt seit 1972, aufgrund der einmaligen landschaftlichen Eigenheiten, als Naturdenkmal. "Es ist uns ein großes Anliegen diese einzigartige Natur den Gästen und Wanderern näherzubringen", so Hans Siebenhandl aus Feichsen.

So schön wie im "Prater"

Im Volksmund wird die beliebte Schlucht auch "Prater" genannt. Diese Namensnennung ist auf den Besuch des Kaisers Franz II in Purgstall um 1800 zurückzuführen, welcher gesagt haben soll: "Hier ist es gerade so schön wie bei mir im Prater zu Wien."
Nähere Infos zu den Führungen finden Sie auf der Internetseite:
www.erlaufschlucht.at
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.