21.09.2016, 09:00 Uhr

Dechant Biedermann: Sein neuer Weg fängt im Heiligen Land an

Johannes Biedermann in der Sakristei der Pfarrkirche Althofen

Pfarrer Johannes Biedermann feiert seine letzte Sonntagsmesse in Althofen. Er legt ein Sabbatjahr ein.

KRAPPFELD. Nach 15 Jahren im Pfarrverband Krappfeld legt Johannes Biedermann ein Sabbatjahr ein. Der 53-Jährige kehrt nicht mehr nach Althofen zurück. Biedermanns Nachfolger ist der Ebersteiner Pfarrer Lawrence Pinto.

WOCHE: Am Sonntag feiern Sie in Althofen den letzten Sonntags-Gottesdienst.

JOHANNES BIEDERMANN: Vor 15 Jahren kam ich am 1. Oktober nach Althofen und habe als ersten Gottesdienst die Erntedankmesse gefeiert. Nun verabschiede ich mich mit dem Gottesdienst beim Erntedankfest. So schließt sich der Kreis.

Sie wünschten einen Wechsel der Pfarre?

Der Pfarrwechsel stand an erster Stelle, nach 15 Jahren finde ich es an der Zeit. Diesen versüße ich mir nun mit der Auszeit, die ich als Schaltjahr, als Zeit der Reflexion, sehe. Ich weiß auch nicht, welche Pfarre mir in einem Jahr zugeteilt wird.

Wie gestalten Sie Ihre einjährige Auszeit?
Ich reise am 1. Oktober nach Wien und weiter nach Nazareth. Dort wohne ich in einer Pilgerstätte, die von einer österreichischen Schwester geführt wird. Es finden dort Dialoge und Begegnungen zwischen Juden, Christen und Muslimen statt.

Das Heilige Land ruft?
Ich habe bewusst Nazareth als Stützpunkt meines Aufenthaltes gewählt. Hier hat Jesus 30 Jahre im Verborgenen gelebt. Ich war schon oft im Heiligen Land. Nun möchte ich die Kultur, Religion und das Christentum, das ich nur aus Büchern kenne, im Alltag erleben und mich in die Bibel vertiefen.

Sie wollen das Land bereisen?
Man versteht die Bibel viel besser, wenn man sich die geografischen Gegebenheiten ansieht. Ich möchte die Orte der Bibel besuchen, auch den Jesus-Trail: Die Strecke führt von Nazareth bis zum See Genezareth.

Wo führt Sie Ihr Weg weiter hin?
Weihnachten verbringe ich auf den Philippinen. Danach lebe ich in einem Exerzitienhaus in Gries in Deutschland. Ab August 2017 bin ich wieder im Lande.

Gehen Sie leicht?
Nein, nicht nach so langer Zeit. Ich bin ja hier daheim. Es ist schwierig für mich, zu gehen, aber ich habe selbst so entschieden.

Was bleibt in Erinnerung?
Viele wunderbare Anekdoten. Ich hatte eine sehr schöne, erfüllte und glückliche Zeit. Die neue Orgel in Althofen kam in meiner Zeit. In den Anfangsjahren gab es ein Seelsorgeteam mit einem Kaplan und einer Pastoralassistentin. Die Pfarre spürte den Aufbruch, daran denke ich gern zurück.

Können Freundschaften bestehen?
Als Pfarrer muss man Wurzeln ziehen können und neue setzen lassen, sonst ist man zu zerrissen. Ich hoffe, dass Freundschaften bestehen können. Ich lösche vorerst keine Telefonnummer.


Die Übergabe des Pfarrverbandes
Am 25. September hält Dechant Biedermann seinen letzten Sonntags-Gottesdienst in Althofen. Am 1. Oktober reist Biedermann nach Wien und bricht von dort aus nach Israel auf.

Die Übergabe
Gibt es eine offizielle Übergabe an Nachfolger Lawrence Pinto? "Natürlich sprechen wir uns ab. Die Temporalienübergabe findet am Montag statt: Hier werden die im Besitz der Kirche befindlichen Güter und Betriebe wie die beiden Pfarrkindergärten Kappel und Guttaring übergeben", sagt Biedermann.

Der Pfarrverband Krappfeld
Der Pfarrverband Krappfeld umfasst die Gemeinden Althofen, Guttaring, Kappel und Mölbling mit 6.300 Katholiken. 14 Gottesdienstorte, darunter fünf Pfarrkirchen, gilt es zu betreuen. Sonderstatus hat die Wallfahrtskirche Maria Hilf: Hier finden von April bis November Gottesdienste statt.
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