Radau nach Party-Einladungen über Facebook

Nach zu vielen Anmeldungen wurde Home-Party abgesagt: Radaubrüder kamen dennoch nach Klosterneuburg.

KLOSTERNEUBURG. Die Eltern nicht zu Hause - die perfekte Gelegenheit für eine Party, dachte sich Alexander B. (Name von der Redaktion geändert). Dazu lud der 15jährige Klosterneuburger über Facebook ein, öffentlich - und das Ganze entwickelt eine Dynamik, derer er nicht mehr Herr wird. Nach über 1.600 Zusagen versucht er die Party abzusagen, lädt die Gäste aus. Doch nur wenig später gründet "Viennese Minimalè" die Veranstaltung unter dem Namen "Project Z" neu. "Egal was passiert wir eskalieren Klosterneuburg" ist in der Veranstaltungsbeschreibung zu lesen, über 16.000 Personen werden eingeladen, wieder gibt es an die 1.600 Zusagen.

Polizei greift ein
Das Bezirkspolizeikommando Wien Umgebung ist bereits vor der Party informiert, sperrt vor Ort ab. Die ersten Gäste kommen, eine Gruppe von 30, 40 Leuten findet sich zusammen. Die Polizeibeamten versuchen die Jugendlichen davon zu überzeugen heimzugehen, es finde keine Party statt.
Doch es werden immer mehr, zu Spitzenzeiten finden sich nach Schätzungen der Polizei bis zu 700 Leute in der Weidlinger Straße ein. Bierflaschen werden geworfen, Böller, bengalische Feuer. Etwa 80 Polizeibeamte sind vor Ort, halten die Radaubrüder in Schach.
Nach etwa zweieinhalb Stunden beginnen sie, die Jugendlichen in kleinen Gruppen Richtung Bahnhof zu bringen und lösen die Veranstaltung auf.

Erstmals in Niederösterreich
Aus Amerika und Deutschland hat man solche Nachrichten schon gehört, Parties, die über facebook öffentlich angekündigt wurden und dann eskalierten. Für Niederösterreich ist es etwas komplett Neues: "Wir werden intern noch klären, wie in solchen Fällen vorzugehen ist", auch die Konsequenzen für die Betroffenen seien noch unklar, erklärt Oberstleutnant Gerhard Schmelzer (Bezirkspolizeikommando Klosterneuburg).
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