07.07.2016, 06:31 Uhr

Wanderbund Gösselsdorfersee auf Dolomitenfahrt

Die Reisegruppe
Eberndorf: Gösselsdorf |

Wanderbund Gösselsdorfersee auf Dolomitenfahrt.

Zwar gelegentlich auch anderenorts in ähnlichen Bergformen anklingend, präsentieren sich die Dolomiten in ihren bizarr zerklüfteten Gipfeln als einmaliges Erscheinungsbild alpiner Landschaftsformen. Besonders deutlich wird dies den Besuchern der Südtiroler Regionen, wenn sie, von der österreichische-italienischen Grenze kommend und die Lienzer Dolomiten noch in Erinnerung, bei Innichen im Pustertal mit den Felsbastionen der Sextener Dolomiten konfrontiert werden.
Ein Teil der Sextener Dolomiten ist der wohl berühmteste - die Drei Zinnen.
Doch zunächst geht die Reise zum Pragser Wildsee
Der Pragser Wildsee (italienisch Lago di Braies) ist ein Bergsee im Pragser Tal in der Südtiroler Gemeinde Prags. Er liegt wenige Kilometer südlich des Hochpustertals zwischen Bruneck und Toblach in den Pragser Dolomiten. Er ist Teil des Naturparks Fanes Prags und damit ein geschütztes Naturdenkmal. In der Südtiroler Sagenwelt spielt der See ebenfalls eine Rolle. Von ihm aus konnten mit dem Boot die unterirdischen Teile des Reiches der Fanes erreicht werden. Das inzwischen verschüttete Tor zur Unterwelt soll am Südende des Sees Richtung Seekofel gelegen haben, weshalb dieser auf ladinisch Sass dla Porta (Torberg) heißt.
Der Pragser Wildsee ist ein Teil des UNESCO-Welterbes Dolomiten und heute einer der am meist besuchten Seen in Südtirol. Unter anderem ist er Drehort der italienischen Erfolgsserie „Un passo dal cielo“ mit Terence Hill. Der Film lockt zahlreiche italienische Urlauber zum See. Im Hochpustertal ist der Pragser Wildsee einer der beliebtesten Ausflugsziele. Vor allem die Seeumrundung am Pragser Wildsee ist ein beliebter Nachmittagsausflug für Einheimische und Touristen. Außerdem ist der Bergsee Ausgangspunkt für viele Wanderungen und Bergtouren der Pragser Dolomiten.

Rund um das 1899 eröffnete Hotel am Pragser Wildsee spielte sich Ende April, Anfang Mai 1945 ein wichtiges Ereignis des Zweiten Weltkriegs ab. Seit Ende 1944 ließ Heinrich Himmler in Abstimmung mit Ernst Kaltenbrunner, die prominentesten politischen Häftlinge des NS-Staates aus den deutschen Konzentrationslagern zunächst in das KZ Dachau und im April 1945 schließlich nach Niederdorf im Südtiroler Pustertal bringen. Die SS- Wachmannschaften hatten Befehl, die Gefangenen nicht lebend in Feindeshand geraten zu lassen. Durch das mutige Handeln des Hauptmanns der Wehrmacht Wichard von Alvensleben konnten die schließlich im Hotel Pragser Wildsee untergebrachten Gefangenen dort am 4. Mai 1945 von der US-Armee befreit werden.
Unter den prominenten Gefangenen befand sich unter anderen der ehemalige österreichische Bundeskanzler Kurt von Schuschnigg mit Frau und Tochter, der frühere französische Ministerpräsident Léon Blum mit Ehefrau, Hitlers früherer Reichswirtschaftsminister Hjalmar Schacht, der britische Geheimagent Sigismund Payne Best, der ehemalige ungarische Ministerpräsident Miklós Kálay, der Oberbefehlshaber des griechischen Heeres, General Alexandros Papagos mit seinem gesamten Generalstab, der französische Bischof von Clermont-Ferrand, Gabriel Piquet, der evangelische Pastor Martin Niemöller, sowie Familienangehörige des Hitler-Attentäters Oberst Claus Schenk Graf von Stauffenberg.
Heute befindet sich in dem Hotel, in dem sich jedes Jahr um den 20. Juli herum Angehörige Stauffenbergs und anderer Widerstandskämpfer treffen, das Zeitgeschichtsarchiv Pragser Wildsee, das die Erinnerung an das Geschehen im April und Mai 1945 wachhalten soll.

Leider spielte das Wetter den Teilnehmern an der Wanderung rund um den Pragser Wildsee einen üblen Streich. Ein Unwetter brach über dem See los und alle Wanderer wurden bis auf die Haut durchnässt.
Der Abend wurde in einem Hotel in dem Wintersportort Cortina d’Ampezzo verbracht. Cortina d’Ampezzo, auf 1210 m über NN gelegen, ist Olympia-Stadt, Luftkur-, Wintersportort und touristisches Zentrum im weiten Tal am Fuße der Tofane-Gipfel. Die Fahrt am nächsten Tag zur Auronzo-Hütte auf 2330 m ging vorbei am Musurina See, der bereits auf 1735 m über NN liegt. Zum Glück hat sich die Wettersituation gebessert, sodass die vorgesehene Wanderung um den Stock der Drei Zinnen durchgeführt werden konnte. Die erste Zwischenstation war die Lavaredo-Hütte, die bereits nach einer halben Stunde Gehzeit erreicht war. Der Weg hinauf zum Paternsattel auf 2454 m war noch von Nebelschwaden verdeckt. Plötzlich, als der höchste Punkt der Wanderung, der Paternsattel, erreicht war, öffnete sich die Wolkendecke und gab den Blick auf die wunderbare Landschaft der umgebenden Berge frei. Rautkofel, Schwabenalpenkopf und der Toblinger Knoten mit der darunter stehenden Drei-Zinnen-Hütte zeigten sich im Sonnenlicht. Zur Rechten ragte der Paternkofel mit seinen Wächtern in den Himmel. Von der Drei-Zinnen-Hütte war der Blick in die schaurig düsteren Nordwände der Tre Cime di Lavaredo möglich. Während einer längeren Rast an der Lange Alm lösten sich die restlichen Nebel aus den Nordwänden und die Gipfel der Kleine Zinne (2857 m), der Große Zinne (2999 m) und der Westliche Zinne (2733 m) präsentierten sich wie in einem Theater. Ein Eindruck, den die Wanderer nicht so schnell vergessen werden.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.