08.04.2016, 21:32 Uhr

Flatschers-Chef beklagt: Dealer verängstigen Gäste

Gutes Essen in zunehmend unwirtlicher Umgebung: Das Flatschers kämpft mit dem (und gegen den) Drogenhandel auf der Straße. (Foto: Flatschers)

Das Grätzel um die Kaiserstraße "versandelt", warnt Andreas Flatscher. Mit dieser Sorge ist der Gastronom nicht allein.

Der Leidensdruck muss groß sein. Sonst hätte sich Andreas Flatscher, Chef des bekannten Steaklokals, wohl nicht am Abend noch hinter den Laptop geklemmt, um ein wütendes Mail an Journalisten zu schreiben.

Der Grund: Der Drogenhandel, der "bereits am Vormittag" rund um sein Lokal und das Grätzel, in dem die Kaiserstraße liegt, floriere. Seine Gäste und Mitarbeiter würden sich "nicht mehr sicher" fühlen. Was er, Flatscher, nachvollziehen könne.

Flatscher formuliert deftig: "Die Dealer, mit vorrangig afrikanischem Migrationshintergrund, treten in großen Gruppen geradezu hordenartig auf", schreibt er. Sie "sprechen Personen jeden Alters und Geschlechts an, um ihnen Drogen jeglicher Art anzubieten". Wahrscheinlich muss man so formulieren, um gehört zu werden.

Flatscher jedenfalls wurde gehört. Nicht nur von den Medien, die sein Schreiben aufgriffen. Sondern auch in der Wirtschaft. Denn Flatscher ist nicht der einzige Unternehmer, der das Problem kennt: "Es gibt in der Stadt echte Hotspots. Dort werden die Beschwerden der Unternehmer immer häufiger", sagt Klaus Puza, Geschäftsführer der Sparte Handel in der Wirtschaftskammer, zur bz. Drogendealer und Süchtige würden die Kundschaft abschrecken.

Hoffen auf die Polizei

Groß sind die Probleme entlang der U6 sowie rund um Schwedenplatz und Prater. Die Wirtschaftskammer will nun Druck machen. Man sei laufend in Gesprächen mit der Polizei. Auf die Polizei hofft man auch in der Kaiserstraße, wo Flatscher seine Lokale betreibt. "Wir müssen aufpassen, dass sich die Drogenszene nicht etabliert", sagt Klaus Schmidtschläger, Chef des Einkaufsstraßenvereins. Zwar sei klar, dass man den Drogenhandel nie ganz verhindern könne. "Aber es ist wichtig, dass er sich nicht in ein Gebiet verkrallt."

Was helfen könne? Man müsse es Dealern und Junkies so "unbequem wie möglich" machen. Dazu zähle Polizeipräsenz. Aber auch bauliche Maßnahmen helfen. So könne man, sagt Schmidtschläger, gemütliche Sitzbänke, die einladen, "den Drogenrausch auszuschlafen", gegen "alternative Sitzgelegenheiten" austauschen.

Hintergrund

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