20.06.2016, 12:52 Uhr

Casino Zögernitz: Die ÖVP Döbling streitet noch immer über die Umwidmung

Stein des Anstoßes: So soll das Areal nach dem Umbau von der Döblinger Hauptstraße aus aussehen. (Foto: Archiv)

Hick-Hack in der Volkspartei: Der ehemalige Gemeinderat Gerhard Pfeiffer kritisiert Bezirksvorsteher Adolf Tiller.

DÖBLING. Über die Umwidmung beim Casino Zögernitz wird in der ÖVP diskutiert – auch jetzt noch, wo sie bereits beschlossen wurde. Hintergrund: Der Eigentümer Hermann Rauter hat versprochen, das historische Gebäude zu sanieren, wenn er im Gegenzug auf dem Gelände Wohnungen bauen darf. Die nötige Widmung als Bauland ist bereits beschlossene Sache.

Im Video zum bz-Interview vom 25. Mai (nachzusehen auf www.meinbezirk.at/bz-interview) hat Bezirkschef Adolf Tiller (ÖVP) seine Position erklärt: "Es gab seriöse Auffassungen für und gegen den Bau innerhalb der Bezirkspartei. Ich war dafür, weil ich beim Wettbewerb für das Bauprojekt bereits in der Jury gesessen bin. Damals habe ich gesagt, ich könne mir das so vorstellen, und zu meinem Wort stehe ich."

Meinungsverschiedenheit

Der ehemalige Gemeinderat Gerhard Pfeiffer habe laut Tiller gegen die Widmung "Stimmung gemacht" und gesagt, Grünland dürfe nicht in Bauland umgewidmet werden. Damit habe er zwar viele Bezirksräte überzeugen können, allerdings mit einem falschen Argument: Rund um das Zögernitz war die Widmung nämlich nicht Grünland, sondern Parkplatz.

Dass er ein Lügner sei, will Pfeiffer nicht auf sich sitzen lassen: Es geht ihm um den Grünbestand – also um Bäume. Das habe er auch immer so gesagt. Pfeiffer weist darauf hin, dass etwa zwei Drittel der ÖVP-Bezirksräte seiner Argumentation gefolgt sind. Für Tillers Position – für die Umwidmung – sei nur eine "von ihm abhängige Minderheit" gewesen. Tiller entgegnet: "Ich selbst bin in der Bezirksvertretung gar nicht stimmberechtigt, und in der ÖVP herrscht kein Klubzwang."

Weder Stadt Wien, noch Bezirk, noch Bürgerinitiative könnten eine Sanierung finanzieren, führt Tiller ins Treffen. "Es wird sich jemand finden, der sich die Sanierung leisten kann", sagt hingegen Pfeiffer, "wenn auch vielleicht nicht sofort."

Pfeiffer geht es aber nicht nur um das Zögernitz: Er sei gegen die "Verbauung großer Teile charakteristischer Gebiete in unserem Bezirk", Tiller hingegen habe sich als "massiver Befürworter dieser verdich-tenden Verbauungen gezeigt". Er bemängelt auch, dass es in Döbling seit 1994 keinen neuen Bezirksentwicklungplan gebe. Das wiederum bestreitet Tiller: "Unter dem Vorsitz von Gregor Lautner wurde eine von allen Fraktionen erarbeitete Unterlage erstellt, die alle wichtigen Punkte enthält. Es ist von einem Außenstehenden nicht fair, die gute Arbeit der Bezirksräte madig zu machen."
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