11.04.2016, 16:45 Uhr

Stadtstraße Aspern: Umweltverträglichkeitsprüfung noch am Laufen

Im Herbst 2015 demonstrierten über 300 Menschen gegen das geplante Projekt "Stadtstraße Aspern". (Foto: Hirschstetten retten)

Bezirksvorsteher Ernst Nevrivy rechnet mit einem baldigen Abschluss der Umweltverträglichkeitsprüfung. Die zuständige MA22 verweist jedoch auf dazu erforderliche, aber fehlende Unterlagen!

DONAUSTADT. Die Meinungen zur geplanten Stadtstraße Aspern gehen nach wie vor weit auseinander. Das Großprojekt zwischen Hirschstetten und der Seestadt West wird derzeit auf seine Umweltverträglichkeit geprüft. Im bz-Interview sagte Bezirksvorsteher Ernst Nevrivy (SP) unlängst, dass das Verfahren mit Ende März abgeschlossen sei.

Eine Aussage, die für Werner Schandl von der Bürgerinitiative Hirschstetten-retten unverständlich ist. "Tatsache ist, dass noch gar keine UVP-Verhandlung statt fand, weil die Unterlagen nach wie vor mangelhaft sind", so Schandl. Es gab auch bis dato keinerlei Einbindung der Bevölkerung. Seitens der Bürgerinitiative wartet man geduldig auf die Eröffnung des Verfahrens und kämpft indes weiterhin gegen das Projekt. "Wir informieren die Community. Dagegen aufzustehen lohnt sich nach wie vor", sagt Schandl.


MA22 bestätigt: Es fehlen Unterlagen

Auch seitens der zuständigen Umweltbehörde (MA22) wird bestätigt, dass entsprechende Unterlagen ausständig sind. Man rechnet mit der Verfahrenseröffnung "im Laufe des Frühlings".

Dagegen gibt sich Bezirksvorsteher Ernst Nevrivy optimistischer. In einem zweiten Statement relativert der Bezirkschef die Aussagen im Interview: "Ende März endete die Nachreichfrist für die bislang noch ausstehenden, geforderten Daten für das Umweltverträglichkeitsverfahren. Die UVP selbst kann daher so rasch wie möglich abgeschlossen werden."


Projekt soll bis 2018 errichtet werden

Geht es nach den Projektbetreibern, so soll die Stadtstraße bis 2018 errichtet werden. Sie verbindet die A 23 (Anschlussstelle Hirschstetten) mit der S1 (Anschlussstelle Seestadt West). In Wohnbereichen wird der Verkehr in Tunnels geführt. Konkret sind zwei geplant: im Bereich Emichgasse/Querung Ostbahn sowie im Bereich Querung Hausfeldstraße/U2/Ostbahn.

Letzte Hürde zu konkreten baulichen Maßnahmen: die ausstehende Umweltverträglichkeitsprüfung. Doch selbst eine positive Entscheidung wird die Bürgerinitiative rund um Werner Schandl nicht einfach auf sich sitzen lassen. Doch "wenn alles mit rechten Dingen zugeht, kann das so nicht genehmigt werden", so Schandl.

Hintergrund:

Interview: Interview mit Bezirksvorsteher Ernst Nevrivy
Bericht: Stadtstraße: Aufregung um Pflöcke
Bericht: Großdemo gegen die Stadtstraße
Pro und Contra: Pro und Contra: Werner Schandl und Bezirksvorsteher Nevrivy
Bericht: Umweltprüfung für die Stadtstraße
Bericht: Stadtstraße: Bürger sind am Wort
Bericht: Stadtstraße polarisiert
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Werner Schandl aus Donaustadt | 12.04.2016 | 22:49   Melden
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