11.04.2016, 13:20 Uhr

Kommt die Stadtstraße noch heuer? Bezirksvorsteher Ernst Nevrivy im Interview

Bezirkschef Nevrivy zur Schließung der Station Hausfeldstraße: "Ich bin dagegen, aber die ÖBB haben hier leider das Sagen."

Im bz-Interview nimmt der Donaustädter Bezirkschef Stellung zu aktuellen Themen.

Wie ist der letzte Stand hinsichtlich der Stadtstraße?
ERNST NEVRIVY: Ende März endete die Umweltverträglichkeitsprüfung. Jetzt bin ich zuversichtlich, dass der Spatenstich so schnell wie möglich erfolgt. Hoffentlich noch heuer, definitiv aber 2017. Hinsichtlich Verbesserungen wie Lärmschutzvarianten oder ähnlichem bin ich immer gesprächsbereit, aber es steht fest: Die Stadtstraße kommt ganz sicher! Auch die Stadt mit Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou will die Stadtstraße, jetzt geht es nur noch um die Details.

Wie stehen Sie zur Schließung der ÖBB-Station Hausfeldstraße?
Es wird eine neue Station eröffnet, Aspern Nord, die moderner und barrierefrei ist. Trotzdem bin ich dagegen, dass die Station Hausfeldstraße geschlossen wird, weil es eine Einschränkung für die Bevölkerung ist, aber hier haben leider die ÖBB das letzte Wort.

Bleibt die Schließung des Josefine-Hawelka-Wegs Richtung Seestadt Aspern aufrecht?
Ja, der Weg bleibt definitiv geschlossen, da er von Anfang an nur als Provisorium gedacht war. Man kann den Hauptzubringer einfach nicht durch diese Gasse machen. Auch hier wird mit der Stadtstraße eine deutliche Entlastung der alten Ortskerne und eine bessere Anbindung entstehen. Man darf dabei auch nicht vergessen, dass die Seestadt als autofreie Stadt konzipiert ist.

Gibt es Neuigkeiten zum Bauprojekt Dittelgasse (Anm.: Geplantes Bauprojekt in der Lobau)?
Es gab noch Diskussionen hinsichtlich der Bauhöhe, aber die ersten Bauarbeiten in der Dittelgasse erfolgen bereits im kommenden Herbst.

Wie sieht die Situation mit den Flüchtlingen im Bezirk aus? Es gab unter anderem Gerüchte, dass in Kaisermühlen eine Unterkunft für Flüchtlinge kommen soll?
Zu diesem Gerücht kann ich nur sagen, dass das definitiv nicht der Fall ist. Das Problem hier ist ja, dass durch die Flüchtlingsthematik auch im 22. Bezirk bei jeder freien Fläche sofort gedacht wird, da kommen Flüchtlinge rein. Dasselbe war ja auch beim ehemaligen Gasthaus Müllner, in dem ein Wohnprojekt entsteht.
Fakt ist: Die Donaustadt ist der größte Bezirk und hier sind nur rund 250 Flüchtlinge untergebracht. Die anfängliche Aufregung zur Unterkunft in der Polgarstraße hat sich völlig gelegt. Es gab keinerlei Zwischenfälle mit den Flüchtlingen. Vielmehr werden sie durch Aktionen und Sportprojekte im Bezirk integriert, wie zum Beispiel durch das gemeinsame Fußballspielen der Flüchtlinge mit dem FC Stadlau. Davon haben alle Beteiligten etwas.

Interview: Conny Sellner
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