09.05.2016, 10:31 Uhr

Als Wärmespender erlebt der gute alte Kachelofen eine Renaissance

Der NÖ Wirtschaftspressedienst informiert:

Kachelöfen sind immer mehr im Vormarsch. 16 Prozent der österreichischen Haushalte nutzen ihn bereits, und jedes Jahr kommen rund 10.000 Haushalte dazu. In Niederösterreich sind es immerhin schon 95.000 Haushalte, in denen ein Kachelofen steht. „Die Politik redet immer davon, dass wir von den fossilen Brennstoffen wegkommen und zur erneuerbaren Energie, vor allem zu Pellets und Holz, wechseln müssen“, erklärt Franz Kubena, Innungsmeister der niederösterreichischen Hafner, Platten- und Fliesenleger sowie Keramiker, dem NÖ Wirtschaftspressedienst. „Hier würden wir uns mehr Unterstützung wünschen.“

Damit thematisiert er nicht nur die möglichen Förderungen für erneuerbare Energie, sondern auch die hohen Lohnnebenkosten. „Unsere Facharbeiter sind im Vergleich mit der Konkurrenz aus den Oststaaten zu teuer“, betont Kubena. „Vor allem im Bereich der Fliesenleger, aber auch der Hafner, wird ohne Beachtung der Qualität und Sicherheit in Österreich massiv gearbeitet. Der Preis ist für viele entscheidend“, stellt er fest.

Kubena spricht sich für eine umgehende Senkung der Lohnnebenkosten aus: „Die finanziellen Belastungen sind für viele Betriebe einfach nicht mehr tragbar, und die Folgen von Arbeitsmangel und Kündigungen sind daher unaufhaltbar. Ich kenne viele Kunden, die gern einen heimischen Betrieb mit der Errichtung eines Kachelofens beauftragen würden, aber es sich auf Grund der hohen Facharbeiterpreise nicht leisten können. Da muss unbedingt etwas getan werden.“

Außerdem ist der Innungsmeister ein Verfechter des Pariser Klimaschutzabkommens. „Die dort beschlossenen Maßnahmen müssen dringend umgesetzt werden. Da gibt es kein Pardon“, sagt er.

Stellte sich das Geschäftsjahr 2015 für die Branche als eher durchwachsen dar, so bemerkt Kubena heuer eine leichte Besserung: „Zumindest was das erste Quartal betrifft. Die Leute sind wieder bereit, in ihre Wohnungen und Eigenheime zu investieren, wenn auch verhaltener als noch vor drei bis vier Jahren. Wir sind allerdings guter Dinge und hoffen, mit unserer Qualität punkten zu können.“

Derzeit gibt es in Niederösterreich 311 Hafner, Platten- und Fliesenleger sowie Keramikbetriebe, die 948 Mitarbeiter beschäftigen. Zudem werden elf Ofenbau- und Verlegetechniker, 71 Fliesen- und Plattenleger sowie 67 Hafner ausgebildet.
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