18.10.2016, 14:00 Uhr

40 Jahre Caritas Werkstatt Schrems

40 Jahre Caritas und Werkstatt für Menschen mit Behinderungen in Schrems, v.l.: Johann Bruckner (Werkstatt Schrems), Thomas Graf (Werksleiter Firma Eaton), Pavlina Sykora (Stv. Werkst.lt. Schrems), Sabine Bauer (Mitarbeiterin WS Schrems), Margarete Bruckner, Pfarrer Herbert Schlosser, Bgm. Karl Harrer, Martina Neubauer (Leiterin Caritas WS Schrems), Stadträtin Gabriele Beer, BH Johann Böhm, Caritasdirektor Hannes Ziselsberger, Eva Schaden (Werkstatt Schrems), Caritas Bereichsleiter Martin Kargl. (Foto: Fotos: Caritas / Karl Lahmer)
SCHREMS. Vor 40 Jahren wurde in Schrems die erste Werkstatt der Caritas für Menschen mit Behinderungen in der Diözese St. Pölten eröffnet, damals noch unter Bezeichnung Tagesheim. Sechs Menschen mit Behinderungen haben 1976 begonnen.
„Heute betreuen und begleiten wir in 15 Werkstätten, 15 Wohnhäusern, in teilbetreuten und begleiteten Wohngemeinschaften, in Recyclingbetrieben und in carlas Secondhand Läden rund 1000 Menschen mit Behinderungen“, sagt Caritasdirektor Hannes Ziselsberger.

44 Menschen arbeiten

„Heute arbeiten in der Werkstatt Schrems 44 Menschen mit Behinderungen, neun BetreuerInnen und zwei Zivildiener“, sagt Werkstattleiterin Martina Neubauer. Organisiert ist die Arbeit in sieben Abteilungen. Darunter sind zwei Mobile Außenteams für Grünraumpflege. Sie arbeiten unter anderem für die Brauerei, die Stadtgemeinde und private Auftraggeber. Neben der Hauswirtschaftsgruppe und zwei Seniorenabteilungen sind in der Werkstatt in der Pfarrgasse 3 noch die Industrieabteilung untergebracht. Der größte Auftraggeber ist diesbezüglich die Firma Eaton. Elektrische Bauteile werden hier zerlegt und sortenrein in Metalle und Kunststoffe getrennt.

Praktikumsplätze gesucht

Das ist der große Unterschied zu früher, sagt Karl Lackner, zuständig für den Fachbereich Arbeit. Am Anfang war es mehr Beschäftigung in der Werkstatt, jetzt liegt der Schwerpunkt bei Auftragsarbeiten außer Haus und die intensive Zusammenarbeit mit Firmen.
„Hier suchen wir noch vermehrt Praktikumsplätze in Firmen“, sagt Martina Neubauer.
In der Werkstatt wird auch ein eigener Verkaufsladen für Produkte aus der Werkstatt geführt. „Zusätzlich betreuen wir fünf weitere Verkaufsstellen in Geschäften im Bezirk“, sagt Sabine Bauer, die seit 30 Jahren als Betreuerin in der Schremser Werkstatt arbeitet.

Seit 40 Jahren dabei

Von Beginn an in der Werkstatt sind zwei MitarbeiterInnen mit Behinderungen. Eva Schaden hat früher in der Werkstatt gestickt, heute arbeitet sie in der Industrieabteilung. Johann Bruckner ist seit dem ersten Arbeitstag im Mai 1976 in der Werkstatt. „Er fühlt sich so wohl, wie vor 40 Jahren“, ist seine Mutter, Margarete Bruckner, überzeugt.

Gute Zusammenarbeit

Bezirkshauptmann Johann Böhm, der die Glückwünsche von Landeshauptmann Erwin Pröll überbrachte, unterstrich die Fortschritte im gemeinsamen Umgang von Menschen mit und ohne Behinderung. „In vergangenen Jahrzehnten wurden von der Politik viele Stolpersteine entfernt. Seien wir Brückenbauer, alle Menschen haben Talente, und die sollen entsprechend gefördert werden“, so Böhm.
Auch Caritasdirektor Hannes Ziselsberger ist zufrieden mit der politischen Entwicklung in den vergangenen 40 Jahren in Bezug auf die Behindertenarbeit. „Die Zusammenarbeit mit der NÖ Landesregierung und den Abteilungen funktioniert hier sehr gut“, lobt Ziselsberger Landespolitik und Verwaltung.

Nicht sozialversichert

„Nach den Jahren der Integration reden wir jetzt von Inklusion“, sagt Martin Kargl, der Leiter des Bereiches Caritas für Menschen mit Behinderungen in der Diözese. „Inklusion bedeutet in und an der Gesellschaft teilhaben. Hier wird niemand ausgegrenzt.“ Zufrieden ist Kargl mit dem Umstand, dass die Menschen mit Behinderungen unfallversichert sind. Offen ist noch die bundespolitische Forderung nach persönlicher Absicherung. Derzeit sind diese Menschen mit Behinderungen weder sozial- noch pensionsversichert.

Vorbildliche Zusammenarbeit

Für den Schremser Bürgermeister Karl Harrer funktioniert die örtliche Zusammenarbeit mit der Werkstatt Schrems vorbildlich. Als gutes Bespiel führt er die Grünraumpflege für die Stadtgemeinde rund um die Himmelsleiter und den Grillplatz an.
Pfarrer Herbert Schlosser erlebt bei seinen Nachbarn „große Zufriedenheit“, sowohl bei den Menschen mit Behinderung als auch bei den Betreuern. „Wenn ich in das Haus komme bin ich ein Freund unter Freunden“, so Pfarrer Herbert Schlosser abschließend.
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