26.04.2016, 07:05 Uhr

Niederösterreichs Craft Bier erobert heimische Wirtshauskultur

Harald Pollak (Obmann d. Niederösterreichischen Wirtshauskultur), DI Karl Trojan (Eigentümer Brauerei Schrems), Tourismuslandesrätin Dr.in Petra Bohuslav, Mag. Karl Schwarz (Geschäftsführer Privatbrauerei Zwettl), Karl Schiffner (Biersommelier Weltmeister). (Foto: Michael Holzweber)
NÖ/REGION. Das traditionell gebraute kühle Blonde war beim zweiten Craft-Bier-Tag der Niederösterreichischen Wirthauskultur in aller Munde. Bei dem Workshop im Wirtshaus im Lösshof in Großriedenthal, versammelten sich rund 40 heimische Wirtinnen und Wirte. Bier-Sommelier-Weltmeister Karl Schiffner brachte ihnen die Vielfältigkeit und Komplexität von handwerklich gebrautem Bier noch ein Stück näher. Gereicht wurden ausschließlich Zwettler und Schremser Biere sowie Spezialitäten der heimischen CULTURBrauer.

Craft-Bier-Workshop


Nach dem großen Erfolg des ersten Craft-Bier-Tages im vergangenen Jahr veranstaltete die Niederösterreichische Wirtshaukultur, gemeinsam mit den Privatbrauereien Schrems und Zwettl, den zweiten Workshop, der sich thematisch dem ‚kreativ gebrauten Bier‘ widmete.
Austragungsort war das Wirtshaus im Lösshof in Großriedenthal in der Donauregion, wo sich Gastronomen, Brauer sowie Bier- und Genussfreunde einfanden. Eine wunderbare Zusammenkunft, der auch Tourismuslandesrätin Dr.in Petra Bohuslav beiwohnte: „Die Wirtinnen und Wirte der Niederösterreichischen Wirtshauskultur stehen für eine zeitgemäße Küche und sind immer offen für Neues. Neben regionsspezifischen Speisen, Likören, selbstgemachtem Brot und Marmeladen, spürt man auch beim selbstgebrauten Bier stets die persönliche Note der Region. Mit dem Craft-Bier-Tag wurde ein weiterer Anstoß für die Gastronomie gegeben, die Bierkarte zum Wohle der Gäste zu erweitern.“


Verkostung mit dem Bier-Sommelier-Weltmeister

Was genau bedeutet Craft Bier eigentlich? Einer, der es wissen muss: Karl Schiffner, erster Bier-Sommelier-Weltmeister und Biergastwirt. „Unter diesem Begriff versteht man innovative, handwerklich gebraute Biere mit besonderem Charakter. Der Trend geht in eine klare Richtung: Mehr Regionalität und mehr Exklusivität, um sich mit seinem Produkt von der breiten Biermasse abzuheben“, sagt der 55-jährige Bierexperte, der diesen „bierigen“ Workshop fachkundig moderierte.
Von den gastronomischen Anregungen und wertvollen Tipps vor Ort angetan waren u.a. Michael Kolm (Top-Wirt des Jahres 2015, Bärenhof Kolm, Arbesbach), Gerti Geidel (Top-Wirt des Jahres 2014, Landgasthof zur Linde, Laaben), Harald Stumpfer (Gasthaus Stumpfer, Schönbühel) sowie Annemarie und Franz Harthaller (Gasthof Fischerwirt, Ernsthofen).
„Im Gegensatz zu industriellem Bier, das in großen Mengen nach einheitlichem Rezept hergestellt wird, steht beim Brauen von Craft Bier die Kreativität im Fokus. Die Nachfrage nach Spezialbieren steigt kontinuierlich. Dies ermöglicht uns, neue Zielgruppen anzusprechen“, sagt Mag. Karl Schwarz, Inhaber der Privatbrauerei Zwettler.

Das Spiel mit Aromen.

Rund 105 Liter Bier pro Jahr konsumieren Herr und Frau Österreicher durchschnittlich laut Statistik Austria. Österreich befindet sich damit im Spitzenfeld Europas. Auch in Niederösterreich wird der Gerstensaft gut und gerne bestellt. Trotz starker, vinophiler Konkurrenz (das Land für Genießerinnen und Genießer zählt zu den beliebtesten Weinregionen der Welt). Doch bleiben wir beim Bier:
Craft Bier wird laut DI Karl Trojan, Geschäftsführer der Bierbrauerei Schrems, weiter an Relevanz gewinnen: „Unsere Kundinnen und Kunden werden beim traditionell hergestellten Bier immer anspruchsvoller. Und das ist gut so. Craft Bier muss sortenreich und von Brauereien gebraut sein, die nicht nur einen Bierstil haben. Entscheidend ist der Braumeister. Er benötigt ausreichend Erfahrung und muss die Freiheit haben, mit den Aromen zu experimentieren.“ Außer Frage steht in jedem Fall: „Erfahrung gehört zum Bier wie die Krone zum König, davon besitzen die beiden Waldviertler Traditionsbrauereien in Schrems und Zwettl reichlich. Sie sind langjährige Partner der Wirtshauskultur und haben zu unserer positiven Bierkultur im Land maßgeblich beigetragen“, freut sich Harald Pollak, Obmann der Niederösterreichischen Wirtshaukultur, über die gelungene Veranstaltung.
Jahrhundertealte Biertradition. Von der Auswahl der richtigen Rohstoffe und Zutaten bis hin zur Verarbeitung ist profundes Brau-Know-how gefragt. Ein Wissen, das die Waldviertler Traditionsbrauereien zweifelsohne besitzen. Sowohl Schremser Bier als auch Zwettler Bier verfügen über eine jahrhundertealte Biertradition und sind bekannt für ihre visionäre Weitsicht. Die beiden im Familienbesitz befindlichen Privatbrauereien erkannten bereits vor einigen Jahren den Trend zum handwerklich gebrauten Bier. Gut zu wissen: Die Brauereien Schrems und Zwettl sind Mitglieder der Interessensgemeinschaft CULTURBrauer, ein Zusammenschluss von neun mittelständischen, regional verankerten Brauereien. Diese haben sich zusammengefunden, um die österreichische Bierkultur zu fördern, die Biervielfalt in Österreich zu beleben und das Wissen über das Handwerk des Bierbrauens an Bierinteressierte weiterzugeben.

Alle Infos zur Wirtshauskultur Niederösterreich unter: www.wirtshauskultur.at
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