23.05.2016, 12:47 Uhr

Auf den Duftspuren des Juchtenkäfers

Christian Tomiczek bei einer der Fundstellen. Die Larven verbergen sich im toten Holz.

Die geschützte Insektenart ist die neue Hoffnung der Bürgerinitiative "Rettet den Hörndlwald".

HIETZING. Der Sachverständige Christian Tomiczek ist sich sicher, dass er da ist: Auf Bitte der Bezirksvorstehung Hietzing hat er mit eigens dafür ausgebildeten Spürhunden im Gebiet des Hörndlwalds nach dem seltenen Eremiten, auch Juchtenkäfer genannt, gesucht. An mindestens zwei Stellen seien die Hunde fündig geworden: "Die Käfer befinden sich dort in der Erde. Würde man graben, stieße man auf Kotkügelchen und Larven. Das ist allerdings verboten, denn diese Art ist EU-weit streng geschützt und darf nicht gestört werden."

Der Käferfund ist das nächste Kapitel im langen Kampf gegen den Bau des Reha-Zentrums im Hörndlwald, das auf dem Gebiet des ehemaligen Afritschheims errichtet werden soll. Die Bürgerinitiative "Rettet den Hörndlwald" hofft, damit den Bau endgültig verhindern zu können.

Von der Umweltschutzabteilung der Stadt Wien heißt es, dass "im vom Bau und Betrieb betroffenen Bereich" das Vorkommen des Käfers nicht bes-tätigt werden könne. Tomiczek widerspricht: "Eine Stelle ist unmittelbar neben der künftigen Zufahrtsstraße."

Alle Beteiligten warten nun auf den Ausgang des naturschutzfachlichen Gutachtens, das vor-aussichtlich noch im Mai zugestellt wird. Tomiczek denkt aber schon voraus: "Wenn die Stadt auf stur schaltet, sollte man direkt zur EU gehen und hoffen, dass diese dann den Bau kritisch hinterfragt."
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