30.03.2016, 08:00 Uhr

Flüchtlingsprojekt gestorben

OV Thomas Bauer sprach sich gegen eine ausbaufähige Flüchtlingsunterkunft aus. Foto: ag

Ex-StR Ganzberger sagt Projekt mit Jugendverein in Oberfellabrunn ab.

OBERFELLABRUNN (ag). Die Aufregung war groß in der Hollabrunner Katastralgemeinde Oberfellabrunn. Die Gerüchte über ein Container-Flüchtlingsdorf für 50 Asylwerber am Ganzberger-Grundstück machten die Runde. Die Bezirksblätter fragten Ortsvorsteher Thomas Bauer, der dieses Gerücht teilweise bestätigte: „Ja, es ist im Gespräch, dass in modulartiger Bauweise in Oberfellabrunn etwas für die Unterbringung von Flüchtlingen erbaut werden könnte.“
Im Telefongespräch klang Bauer wenig begeistert: „Laut Quote wären für unsere rund 350 Einwohner zählende Gemeinde 5-6 Personen, besser eine Familie für eine funktionierende Integration in Ordnung, aber nicht 12 aufwärts. In unserer Ortschaft gibt es einen Wirten, aber sonst keine Infrastruktur. Das trägt die Ortschaft nicht!“ Aufklärung, was an dieser Sache tatsächlich dran ist, brachte erst ein Gespräch mit dem Grundstücksbesitzer Markus Ganzberger, dem früheren ÖVP-Stadtrat: „Ein Verein ist an mich herangetreten, ob es möglich wäre, für soziale Jugendprojekte, wie Jungscharlager, Holzhütten auf meinem Grund zu errichten. Daraufhin stellte ich eine Anfrage an die Stadtgemeinde. Dieser Verein beschäftigt sich auch mit Flüchtlingsunterbringungen und es wäre auch in der Anfangsphase des Projektes so gekommen, dass Flüchtlinge in Oberfellabrunn untergebracht worden wären. Da ich allerdings keine reine Flüchtlingsunterkunft in der Ortschaft wollte und der Verein das nicht garantieren konnte, ist dieses Projekt von meiner Seite gestorben.“

Aufgeheizte Situation

Mehr als 5-6 Personen für Oberfellabrunn sind nicht tragbar, meinte auch Cäcilia Kaltenböck vom Arbeitskreis für Integrationsbemühungen: „Eine Weiterbegleitung der Flüchtlinge ist entscheidend und dies bedarf einer Menge an Mitarbeitern. Für eine Ortschaft sind schon 12 Flüchtlinge zu viel. Wichtig ist, die Bevölkerung zu informieren, gerade in der jetzt sehr aufgeheizten Situation.“
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