18.04.2016, 00:00 Uhr

Den Sprayern auf der Spur

Eine tolle Aktion: Gemeinderätin Waltraud Stindl mit den Sprüh-Künstlern in Langenzersdorf. (Foto: Dienstl)

Früher sah man sie nur in Krimis aus New York, heute sind sie weit bis in die entlegensten Gebiete vorgedrungen.

BEZIRK KORNEUBURG. Graffitis verursachen jährlich einen Schaden in Millionenhöhe. Die Sprayer hinterlassen ihre "Kunstwerke" und Unterschriften (Tags) an Hauswänden, S-Bahnen oder Brücken. Wir haben uns an die Fersen der Sprühdosen-Aktionisten im Bezirk Korneuburg geheftet.

Öffis beliebtes Ziel

Immer wieder ist man auch im Bezirk Korneuburg mit den ungewollten, bunten Schriftzügen konfrontiert. Ein äußerst beliebtes Ziel sind dabei Zuggarnituren. So ist es etwa einem aufmerksamen Fußgänger zu verdanken, dass im Jahr 2014 Jugendliche, die eine Zuggarnitur im Stockerauer Bahnhof besprüht haben, ausgeforscht werden konnten. Und erst im letzten Jahr "verzierten" Graffiti-Sprayer gleich mehrere Schrankanlagen, Andreaskreuze sowie Verteiler- und Postkästen in Korneuburg.

Gute Chancen

Auch Chefinspektor Erich Löschenbrand von der Korneuburger Polizei weiß, die illegalen Spray-Künstler sind immer wieder in der Stadt unterwegs. Chancen, diese auszuforschen, stehen aber gar nicht so schlecht. "Wir haben eine Datenbank, in der alle Graffitis gesammelt werden. Da diese meist eine ganz eindeutige Handschrift haben, werden neue Delikte abgeglichen und können so einem bestimmten 'Künstler' zugeordnet werden."


Hohe Strafen

Dass eine schnelle Spray-Aktion mitunter drastische Folgen haben kann, auch das weiß der Polizist zu berichten. "Zuerst kommen die strafrechtlichen Sanktionen, die von sechs Monaten bis hin zu Jahren reichen können. Dazu kommen dann noch die zivilrechtlichen Folgen." Und bei diesen kann es teuer werden, denn eine neue Hausfassade kostet viel Geld. Dieses kann ein Täter oft ein Leben lang nicht zurückzahlen.

Bunt in LE

Um ungewolltem Treiben in Sachen Graffiti vorzubeugen, erklärte man es in Langenzersdorf gleich zur Kunstaktion. Die Idee stammte von Gemeinderätin Waltraud Stindl, die zum legalen Sprayen aufrief. Das Häuschen einer Wasserpumpanlage war das erste Objekt, das mit bunten Farben verschönert wurde. Begleitet wurde die Graffiti-Aktion nicht nur von der Gemeinde, sondern auch von den Streetworkern des Vereins JAK!.
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