21.03.2016, 15:42 Uhr

Galanacht für Freunde

v.l. Jonas Kaufmann, Benjamin Spiehs, Prof. Karl Spiehs, Angelika Spiehs und Mirjam Weichselbraun (Foto: Andreas Tischler)

Unterhaltung aus Leidenschaft – Prof. Karl Spiehs feiert seinen 85er!

Wenn Karl Spiehs zu seinem Geburtstag lädt, dann versammelt er wie kein anderer die deutschsprachige Filmprominenz. Unter dem Motto „Galanacht für Freunde“ wurde am Samstag, 19. März, in der Wiener Hofburg eine fulminante Geburtstagsparty gefeiert. Otto Schenk dirigierte für seinen langjährigen Freund das Wiener Kammerorchester. Als Highlight des Abends begeisterte Startenor Jonas Kaufmann. Durch den Abend führte Mirjam Weichselbraun. Nicht entgehen ließen sich das gemeinsam für den Jubilar gesungene „Happy Birthday“-Ständchen: Uschi Glas, Christiane Hörbiger, Ottfried Fischer, Dagmar Koller, Peter Kraus, Guggi Löwinger, Marianne Mendt, Karl Merkatz, Fritz Wepper, Peter Weck, Harald Serafin und viele mehr.

Vom Publikum geliebt, von den Kritikern verschmäht

Prof. Karl Spiehs (85 Jahre) ist ein lebendes Stück Österreichische Filmgeschichte. In seinem nun mehr über fünfzig Jahre andauernden Schaffen produzierte Spiehs ca. 500 Filme und Serien – von den „Supernasen“ über „Das Schlosshotel am Wörthersee“ bis hin zu „Peter und Paul“. Zahlreiche Quotenhits zeugen von seinem richtigen Gespür für den Zeitgeist. Sein Dogma blieb stets dasselbe: "Die Zuseher zu unterhalten und die Leute zum Lachen zu bringen." Dem galt und gilt seine große Liebe. Dass das oftmals bedeutete, gleichzeitig „die Kritiker zum Weinen zu bringen“, wie es Thomas Gottschalk anno dazumal in einer Laudatio bezeichnete, war Spiehs dabei herzlich egal.

Von den Kritikern verschmäht, war die Zustimmung zu seinen Filmen und Serien im Publikum stets enorm. Dank der Zuseher erlangten viele seiner Produktionen Kultstatus. Sie sorgten für die große Popularität und den Erfolg des Produzenten über Jahrzehnte hinweg.

Ein Leben im Zeichen des Showbusiness

Als Wirtssohn am 20. Februar 1931 in Blindendorf bei Ternitz geboren, wurde ihm das Gesellige und Unterhaltsame in die Wiege gelegt. Und so verwundert es auch nicht, dass er schon im Teenageralter mit kleinen Konzerten und Lesungen, bei denen auch Paul Hörbiger und Hans Moser mitwirkten, im elterlichen Gasthof für Unterhaltung sorgte.
Schon bald erfolgte der Einstieg ins Filmgeschäft. Seine ersten Sporen verdiente er sich als Aufnahmeleiter und Co – Produzent. Auch die Wiener Stadthalle war eine seiner Stationen, bevor er schließlich 1965 seine eigene Filmfirma mit dem Namen „Intercontinental Film“ gründete und seine Leidenschaft damit endgültig zum Beruf machte. Nur zwei Jahre später erwarb er die Hälfte von Paul Löwingers Filmproduktionsfirma „Lisa Film“ und legte damit den Grundstein für seinen Erfolg im Filmbusiness, der bis heute andauert.

Von München aus, dem damaligen Nabel der deutschen Filmwelt, steuerte Spiehs seine Geschäfte, stets geprägt von seiner Liebe zu Unterhaltungsfilmen. Es folgten zahlreiche Produktionen mit Thomas Gottschalk, Maximilian Schell, Mario Adorf, Roy Black, Peter Weck, Uschi Glas und vielen mehr. Ausflüge in das ernste Metier mit Schnitzlers „Reigen“ (1973), mit Senta Berger und Helmut Berger, oder Falladas „Jeder stirbt für sich allein“ (1975) mit Hildegard Knef und Carl Raddatz bleiben
die Ausnahme.

Die achtziger Jahre sind die Geburtsstunde der legendären „Supernasen“- Filme, auch weitere Produktionen mit Thomas Gottschalk und Mike Krüger in der Hauptrolle wurden zu Quotenhits.
Mit dem Aufkommen des Privatfernsehens bewies Prof. Karl Spiehs einmal mehr unternehmerischen Weitblick und verlegte sein Hauptaugenmerk auf Fernsehproduktionen. Als erste fürs Privatfernsehen produzierte TV – Serie wurde „Ein Schloss am Wörthersee“ nicht nur zum absoluten Rekordquotenbrecher, es verhalf auch Roy Black zu einem fulminanten Comeback. Mit weiteren erfolgreichen TV – Serien wie „Peter und Paul“, „Klinik unter Palmen“, „Das Traumhotel“, untermauerte Spiehs in den folgenden Jahren sein Gespür für den Publikumsgeschmack und erlangte endgültig Legendenstatus in der Filmbranche.

Zu seinen jüngeren erfolgreichen Produktionen zählen die Henning Mankell – Verfilmung im TV - Zweiteiler „Die Rückkehr des Tanzlehrers“ mit Tobias Moretti, Veronica Ferres und Maximilian Schell.
Aber auch „Liebe, Lüge, Leidenschaft“, für die er 2002 die Romy als bester Produzent erhielt. Spät, aber doch erlangte Spiehs damit auch die Anerkennung des Feuilletons.

Prominente Wegbegleiter der Supernase

Wer Karl Spiehs sagt, muss unweigerlich auch an Roy Black, Peter Weck, Mike Krüger, Uschi Glas und viele weitere denken. Zahlreiche Größen der deutschsprachigen Film- und Fernsehlandschaften wirkten in seinen Produktionen mit. Oft bewies Spiehs dabei den richtigen Riecher und gab vielen Schauspielern ihre erste Hauptrolle, wie Rudi Carrell und Udo Jürgens, was ihm auch den Spitznamen „Die Supernase“ einbrachte. Manch einer verdankt ihm gar seinen Durchbruch, wie etwa Thomas Gottschalk und Uschi Glas.

Dank seiner Passion für den Film und seinem großen Herz für die Schauspieler, genießt Spiehs in der Branche einen ausgezeichnet Ruf. Für ihn als Produzenten gelten die Darsteller „als Juwelen“, die es „mit optimalen Rahmenbedingungen“ zu unterstützen gilt, damit sie „ihr volles Potential entfalten“ können.

Privates

Seit 1966 ist Prof. Karl Spiehs mit Angelika Ott verheiratet. Dieser Ehe entstammen die zwei Söhne David Spiehs (*1974) und Benjamin Spiehs (*1980). Aus früheren Beziehungen hat Spiehs noch drei weitere Kinder: Waltraud Hroch (*1952), Gerhard Spiehs (*1958), Michael Kofler (*1962).

Ehre, wem Ehre gebührt

Zahlreiche Ehrungen und Titel zeugen von den Erfolgen Spiehs: Vom „Goldenen Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien“ (2001) über die Verleihung der Romy als bester Produzent (1992, 2004) als auch für sein Lebenswerk (2015) bis hin zur Verleihung des Professorentitel (2006).
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