02.06.2016, 08:58 Uhr

voestalpine trotzt negativem Umfeld

Die voestalpine konnte in allen Ergebniskategorien eine Steigerung erzielen. (Foto: voestalpine)
Der voestalpine-Konzern hat im Geschäftsjahr 2015/16 (1. April 2015 bis 31. März 2016) einmal mehr seine ganz spezifische Position unter Beweis gestellt. Dies trotz eines ausgesprochen herausfordernden allgemeinen wirtschaftlichen Umfeldes, insbesondere bedingt durch einen massiven Konjunktureinbruch im Öl- und Gasbereich und einen globalen Preisverfall bei Stahl-Commodities vor allem infolge enormer Überkapazitäten in China. Unabhängig von diesen schwierigen Rahmenbedingungen konnte der voestalpine-Konzern seinen Umsatz mit rund 11,1 Mrd. EUR weitgehend auf dem Vorjahresniveau von 11,2 Mrd. EUR halten (- 1,1 %). „Die stabil positive Entwicklung im letzten Geschäftsjahr zeigt deutlich, dass wir mit unserer konsequenten Fokussierung auf technologisch und qualitativ anspruchsvollste Marktsegmente langfristig auf die richtige Strategie setzen und auch in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten sehr gut aufgestellt sind“, so Dr. Wolfgang Eder, Vorstandsvorsitzender der voestalpine AG.

Die mit Beginn des Geschäftsjahres 2015/16 erfolgte erstmalige Vollkonsolidierung von bisher „at equity“ bilanzierten Unternehmen der Metal Engineering Division sowie zuwachsende Umsatzbeiträge aus 2014/15 getätigten Akquisitionen derselben Division führten im Jahresabschluss 2015/16 zu positiven Effekten. Einen leicht negativen Einfluss auf die Umsatzerlöse hatten neben den erwähnten wirtschaftlichen Faktoren unter anderem die im Vorjahr erfolgten Devestitionen in der Metal Forming Division (Verkauf von erheblichen, nicht kerngeschäftsnahen Aktivitäten).


Verbesserungen in allen Ergebniskategorien


Die Ergebniszahlen stellen sich – auch dank (überschaubarer) Einmaleffekte - sogar weiter verbessert dar. Das operative Konzernergebnis (EBITDA) stieg von knapp 1,5 Mrd. EUR um 3,5 % auf rund 1,6 Mrd. EUR, die Profitabilität (EBITDA-Marge) auf 14,3 % (Vorjahr 13,7 %). In diesen Ergebnissen sind sowohl die im Vorjahr als auch im Geschäftsjahr 2015/16 wirksamen, bereits angesprochenen Sondereffekte enthalten. Jeweils korrigiert um sämtliche dieser Einmaleffekte verminderte sich das EBITDA im 12-Monatsvergleich geringfügig um 1,5 % von 1,47 auf 1,45 Mrd. EUR. Die bereinigte EBITDA-Marge belief sich dabei in beiden Jahren auf 13,1 %. Das unbereinigte Betriebsergebnis (EBIT) kam im Geschäftsjahr 2015/16 mit 889 Mio. EUR geringfügig über dem Vorjahresniveau (886 Mio. EUR) zu liegen (EBIT-Marge 2014/15: 7,9 %, 2015/16: 8,0 %). Nach Abzug der jeweiligen Einmaleffekte ergibt sich ein Rückgang des EBIT um 3,2 % von 841 auf 814 Mio. EUR, woraus eine weitgehend stabile bereinigte EBIT-Marge von 7,4 % bzw. 7,5 % resultiert.

Erneut höhere Dividende für Aktionäre

Auch in den Kategorien Ergebnis vor und nach Steuern konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr ein leichter Zuwachs erzielt werden. Das Ergebnis vor Steuern erhöhte sich im Geschäftsjahr 2015/16 um 1,7 % von 739 auf 751 Mio. EUR. Ohne Einmaleffekte verminderte sich das Ergebnis vor Steuern um 2,5 % von 694 auf 677 Mio. EUR. Das Ergebnis nach Steuern (Jahresüberschuss) legte um 1,2 % von 595 auf 602 Mio. EUR zu. Um Sondereffekte bereinigt ging das Ergebnis nach Steuern um 7,7 % von 553 Mio. EUR auf aktuell 510 Mio. EUR zurück. Vorbehaltlich der Zustimmung der am 6. Juli 2016 stattfinden Hauptversammlung der voestalpine AG wird an die Aktionäre eine Dividende von 1,05 EUR je Aktie ausgeschüttet, was im Vorjahresvergleich einer Steigerung um 5 Cent bzw. 5 % entspricht.

Rekord-Investitionsvolumen und mehr Mitarbeiter


Trotz eines Rekord-Investitionsvolumens von über 1,3 Mrd. EUR im Geschäftsjahr 2015/16 – bedingt durch die weitgehende Finalisierung wichtiger zukunftsweisender Projekte wie der neuen Drahtstraße in Donawitz, des neuen Grobblechwalzwerkes in Linz, mehrerer Automotive-Komponentenwerke weltweit oder der Direktreduktionsanlage in Corpus Christi, Texas – konnte die Gearing Ratio (Nettofinanzverschuldung im Verhältnis zum Eigenkapital) von 58,2 % per 31. März 2015 auf 54,5 % per 31. März 2016 verringert werden. Diese Entwicklung zeigt einmal mehr auf, dass die seit vielen Jahren verfolgte high-tech/high-quality-Wachstumsstrategie des voestalpine-Konzerns trotz ihrer Investitionsintensivität keinen Widerspruch zu einer erfolgreichen finanziellen Gestion darstellt, sondern vielmehr wertsteigernd und damit zukunftssichernd wirkt. Ausschlaggebend dafür war einmal mehr die unverändert solide Ergebnisentwicklung, womit die Eigenkapitalbasis um satte 10,5 % von 5,1 Mrd. EUR zum Ende des Geschäftsjahres 2014/15 auf 5,7 Mrd. EUR per Ende Geschäftsjahr 2015/16 angehoben werden konnte. Die Nettofinanzverschuldung nahm trotz der massiven Ausweitung der Investitionstätigkeit in den vergangenen 12 Monaten gleichzeitig nur leicht um 3,4 % von knapp 3 Mrd. Euro per 31. März 2015 auf 3,1 Mrd. EUR per 31. März 2016 zu. Mit 48.367 Mitarbeitern (FTE, + 2 %) wurde die Anzahl der Beschäftigten im voestalpine-Konzern einmal mehr auf einen neuerlichen Rekordwert erhöht.


Strategie 2020 mit Fokus Internationalisierung und Mobilität auf Kurs


Den stabilen Geschäftsverlauf sicherte nicht zuletzt die konsequente Realisierung der Konzernstrategie 2020: „Wir sind mit der Umsetzung unserer Strategie erfolgreich auf Kurs. Auch im vergangenen Geschäftsjahr haben wir unsere Marktführerschaft in Kundensegmenten mit höchsten Technologie- und Qualitätsansprüchen – insbesondere in unserem Kernbereich Mobilität – neuerlich ausgebaut und damit die Wertschöpfungskette in Richtung unserer Endkunden weiter intensiviert,“ betont Eder. Im Vordergrund stand dabei nicht das Thema Umsatzwachstum, sondern vielmehr Profitabilität, um die Ergebnisführerschaft dauerhaft abzusichern. Nach gelungenen Akquisitionen in den USA und China sowie zahlreichen Standorterweiterungen weltweit – insbesondere im Automotive-Bereich – steht auch der Bau der Direktreduktionsanlage in Corpus Christi, USA in der Zwischenzeit vor dem erfolgreichen Abschluss. Die Anlage wird künftig höchstwertiges HBI (Eisenschwamm) als Vormaterial für die Stahlerzeugung herstellen und soll in den Sommermonaten 2016 in Betrieb gehen. Sie ist die weltweit größte und modernste ihrer Art, über 90 Prozent des jährlichen Produktionsvolumens sind zwischenzeitlich verkauft.


Ausblick auf das Geschäftsjahr 2016/17


Kurzfristig erscheint eine Besserung der globalen Wirtschaftssituation wenig wahrscheinlich. Für den weiteren Jahresverlauf gibt es jedoch gewisse Ansätze, die für eine Belebung der Konjunkturentwicklung sorgen könnten. Voraussetzung dafür wäre allerdings eine Stabilisierung der Rohstoffpreise genauso wie ein weiterhin stabiles globales Wechselkursgefüge. Positiv ist zweifellos die anhaltend starke Entwicklung der Automobilindustrie genauso wie auch des Bahn- und Luftfahrtbereiches. „Dank unserer Fokussierung auf technologie- und wachstumsintensive Branchen, speziell im Bereich der Mobilität, sollte sowohl ein (bereinigtes) operatives Ergebnis (EBITDA) als auch ein (bereinigtes) Betriebsergebnis (EBIT) zumindest annähernd auf Höhe des vergangenen Geschäftsjahres möglich sein“, so Eder.

Der voestalpine-Konzern


voestalpine ist ein in seinen Geschäftsbereichen weltweit führender Technologie- und Industriegüterkonzern mit kombinierter Werkstoff- und Verarbeitungskompetenz. Die global tätige Unternehmensgruppe hat rund 500 Konzerngesellschaften und -standorte in mehr als 50 Ländern auf allen fünf Kontinenten. Sie notiert seit 1995 an der Wiener Börse. Mit ihren qualitativ höchstwertigen Produkt- und Systemlösungen aus Stahl und anderen Metallen zählt sie zu den führenden Partnern der europäischen Automobil- und Hausgeräteindustrie sowie weltweit der Öl- und Gasindustrie. Die voestalpine ist darüber hinaus Weltmarktführer in der Weichentechnologie und im Spezialschienenbereich sowie bei Werkzeugstahl und Spezialprofilen. Im Geschäftsjahr 2015/16 erzielte der Konzern bei einem Umsatz von 11,1 Milliarden Euro ein operatives Ergebnis (EBITDA) von 1,6 Milliarden Euro und beschäftigte weltweit rund 48.500 Mitarbeiter, die auch mit 14,5 Prozent am Unternehmen beteiligt sind.
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