04.04.2016, 14:54 Uhr

Seit 46 Jahren bei der selben Firma

Sein gesamtes Arbeitsleben hat Toni Wilfinger bei der Firma Drogerie und Farben Blagusz verbracht.

OBERPULLENDORF/STEINBACH (EP). Der 62-jährige Familienvater begann 1970 eine Lehre als Einzelhandelskaufmann im Oberpullendorfer Traditionsbetrieb und ist seiner Firma bis zum 2. April 2016 treu geblieben.

Tolles Verhältnis

Just an diesem Tag ging Wilfinger in Pension – mit dabei bei der Verabschiedung am Samstag waren viele Stammkunden, die es sich nicht nehmen ließen mit dem Neo-Pensionisten anzustoßen. Geplant war dieser Berufsweg nicht unbedingt, erinnert sich Wilfinger. "Ich wollte nicht mehr in die Schule weiter gehen und habe mich umgehört, wo es eine Lehrstelle gibt in Oberpullendorf. Ich bin dann beim Blagusz reinspaziert und habe einfach nachgefragt, 14 Tage später habe ich zu arbeiten begonnen." Sein damaliger Chef Stefan Blagusz Senior war ihm mehr als ein Vorgesetzter. "Ich hatte mit ihm immer ein tolles Verhältnis, die Chefleute sind mir stets zur Seite gestanden, in guten wie in schlechten Tagen."

Not am Mann

Außer bei einem Arbeitsunfall, bei dem er fünf Wochen im Krankenstand war, fehlte Toni Wilfinger so gut wie nie in der Firma. Er war in den 46 Jahren in den Bereichen Bestellung und Übernahme, Lage, Verkauf, Kundenberatung und Reklamationen zuständig. Sein Arbeitsumfeld und das Verhältnis zu seinen Chefleuten war der Grund dafür, dass Wilfinger nie die Firma gewechselt hat. "Sie alle sind wie ein zweite Familie für mich."


Einkaufen gehen

Auch Stefan Blagusz und dessen Gattin Anni sowie Sohn Stefan Blagusz Junior, der vor vier Jahren ins Geschäft eingestiegen ist, wird ihr Mitarbeiter fehlen. "Toni hat immer zur Familie gehört, er hat mich damals eingeschult, als ich im Betrieb zu arbeiten begonnen habe", erinnert sich Stefan Blagusz. Mit 76 verschiedenen Kollegen hat Wilfinger in all den Jahren zusammengearbeitet, zuletzt schulte er seinen Nachfolger, Gerhard Grosinger ein. "Mir werden die Kunden, die KollegInnen und letztendlich meine Chefs unheimlich abgehen. Aber es ist ausgemacht, dass ich auch einmal aushelfe wenn Not am Mann ist. Inzwischen werde ich eben bei Blagusz einkaufen gehen."
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