27.09.2016, 16:59 Uhr

Diskussion über Schönbrunner Vorfeld reißt nicht ab

Der Gegenvorschlag der Experten: Einen zwei Hektar großen Grünraum vor dem Schloss und einen Parkplatz für 66 Busse und 56 Pkw. (Foto: Raith)

Während sich 20 Architekten, Stadt- und Verkehrsplaner gegen die Pläne für das Vorfeld Schönbrunn aussprechen, stärkt die Wirtschaftskammer dem Schloss den Rücken.

HIETZING. "Wir sind eine Gruppe von Experten, denen überhaupt nicht egal ist, was vor Schönbrunn passiert", so Erich Raith, Architekt und Professor auf der Technischen Universität. Ingesamt 20 Architekten, Stadt- und Verkehrsplaner haben sich zusammengeschlossen, um gegen den Parkplatz vor Schönbrunn zu sprechen. Sie wenden sich jetzt in einem Protestbrief an Vizekanzler und Bundesminister Reinhold Mitterlehner. "Wir wollen, dass die Besucher die Wunderwelt Schönbrunn schon bei der U4-Station betreten und nicht erst nach der Durststrecke am Weg über den Parkplatz", so Raith. In einem eigenen Konzept (siehe Grafik) sehen die Experten Platz für 66 Busse, 56 Autos und zwei Hektar Grünraum.

Der aktuelle Entwurf vom Betreiber, der Schloss Schönbrunn Kultur- und Betriebsgesellschaft (SKB), sieht 52 Busparkplätze und 230 für Autos vor. Entstehen soll das auf dem Gelände zwischen der Schlossfront und der U4-Trasse. Ein Teil davon ist bereits Parkplatz, der Rest eine Gstettn auf einem ehemaligen Sportplatz. Wer öfter dort vorbeikommt, weiß, dass eine Umgestaltung dringend notwendig ist. "Das Hauptproblem sind die Reisebusse", so SKB-Geschäftsführer Franz Sattlecker bei der Präsentation der überarbeiteten Pläne. Rund 45 Prozent der Touristen würden so das Schloss erreichen.

Aus politischer Sicht, sind die Möglichkeiten derzeit ausgeschöpft: Die dafür nötige Flächenwidmung wurde jetzt nach den Änderungen seitens des Schlosses vom 13. Bezirk abgesegnet. "Unser Wunsch nach einer Parkgarage ist theoretisch noch möglich und auch der Fußweg entlang der U-Bahn-Trasse ist eingeplant. Jetzt geht es um die Ausgestaltung, diese würde deutlich besser gehen", so Bezirksvorsteherin Silke Kobald (ÖVP). Jetzt ist der Gemeinderat an der Reihe. Noch im Frühjahr wurde der erste Vorschlag einstimmig abgelehnt und danach das Widmungsverfahren im Gemeinderat gestoppt.

Wirtschaftskammer unterstützt Schloss

Die Wirtschaftskammer ist mit den derzeitigen Plänen zufrieden. "Für uns ist eine für Touristen schöne, aber auch funktionelle Lösung wichtig", so Markus Grießler, Obmann der Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft. "Die Statistiken zeigen, dass die Zahlen der Personen die mit dem Bus ankommen, steigen." Er spricht sich deutlich gegen eine Verringerung der Parkplätze aus, es sei besser vorausschauend großzügig zu planen. "Eine Reduktion würde für chaotische Zustände beim Ein- und Aussteigen, womöglich in zweiter Reihe geparkter Busse, sorgen". Grießler fordert im Gespräch mit der bz außerdem ein wienweites Buskonzept.

Hintergrund:

Bericht: Schloss Schönbrunn setzt auf mehr Grün und weniger Parkplätze
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