10.03.2016, 15:21 Uhr

Beliebteste Strecke: Deutsche fahren auf den Donauradweg ab

Am Donauradweg kurz vor Grein (Foto: BezirksRundschau/Ulrike Plank)

Der österreichische Donauradweg liegt zum 17. Mal eindeutig an der Spitze bei den beliebtesten Radwegen der Deutschen im Ausland

BEZIRK. Die Donauregion Oberösterreich präsentiert sich von 9. bis 13. März 2016 auf der größten Tourismusmesse der Welt, der ITB in Berlin, wo zum 17. Mal der Donauradweg zum beliebtesten Radweg der Deutschen im Ausland gewählt wurde.

Jährlich 640.000 Radfahrer am österreichischen Donauradweg


Von allen Nächtigungen im Tourismusland Österreich sind 37% von deutschen Gästen. Rechnet man nur die ausländischen Gäste, sind sogar 50% aus unserem Nachbarland Deutschland. Auch am Donauradweg ist Deutschland die führende Nation der Radgäste, knapp gefolgt von den Österreichern. "Insgesamt sind pro Jahr rund 640.000 Radfahrer am österreichischen Donauradweg unterwegs", freut sich der Vorsitzende der Werbegemeinschaft Donau Oberösterreich Friedrich Bernhofer. Der internationale Donauradweg Passau - Linz - Wien ist neben dem (spirituellen) Wandern am Donausteig, der Donauschifffahrt und den Themen Kultur und Natur der Schwerpunkt der Präsentation auf der ITB. Am Gemeinschaftsstand der Österreich Werbung ist die Donau Oberösterreich eine von 80 österreichischen Ausstellern.

Die touristischen Prognosen für das heurige Jahr fallen für Österreich sehr positiv aus. Durch politisch aktuelle Themen, wie die Flüchtlingsthematik oder Terror, werden viele Gäste ihren Urlaub in der Nähe ihres Wohnorts verbringen. Dadurch könnte sich auch besonders in Österreich eine Steigerung der Gäste aus dem Inland und Deutschland ergeben.

Donauradweg vor Via Claudia Augusta und Etsch-Radweg

Bei der heute vorgestellten Radreiseanalyse 2016 des ADFC (Allgemeiner deutscher Fahrradclub) auf der Reisemesse ITB Berlin liegt der österreichische Donauradweg zum 17. Mal eindeutig an der Spitze bei den beliebtesten Radwegen der Deutschen im Ausland.

23,4 Prozent der Befragten bezeichnen den österreichischen Donauradweg als Ihren beliebtesten Radfernweg im Ausland und so konnte der Donauradweg eindrucksvoll wieder diese Spitzenposition halten. Mit 10,3 Prozent liegt der Radfernweg Via Claudia Augusta an 2. Stelle, gefolgt vom Etsch-Radweg mit 5,9 Prozent.

Bei den Radreisen, die die deutschen Gäste ins Ausland unternehmen, liegt Österreich mit 30,8 Prozent an der Spitze, gefolgt von Italien mit 30,5 Prozent und Frankreich mit 20,2 Prozent.

Ergebnisse der Radzählung am Donauradweg 2015

Seit 2010 führt die ARGE Donau Österreich (Zusammenschluss der Donau-Bundesländer Oberösterreich, Niederösterreich, Wien) eine Radverkehrszählung am Donauradweg von Passau bis Wien mit 17 Zählstellen durch. Im Jahr 2015 waren 641.000 Radfahrer am österreichischen Donauradweg unterwegs. Davon fuhren ca. 9 Prozent (55.000) den gesamten Streckenabschnitt Passau - Wien. Weitere 158.000 Radfahrer waren als Kurzurlauber unterwegs und befuhren nur kürzere Strecken des Donauradwegs. 214.000 Personen unternehmen Tagestouren am Donauradweg und weitere 214.000 Radfahrer sind Alltagsradfahrer, die den Donauradweg für alltägliche Strecken, wie zum Beispiel den Arbeitsweg oder zum Einkaufen benutzen. Die Zahl der Donauradweg-Radler hat sich bereits auf einem sehr hohen Niveau eingependelt, informiert Petra Riffert, Geschäftsführerin der WGD Donau Oberösterreich Tourismus GmbH.

Donauraumstudie wird im Mai präsentiert

Um auch weiterhin die Donauregion in Österreich, insbesondere auch in Oberösterreich, weiterzuentwickeln und um als Destination attraktiv für den Gast zu bleiben, wurde die Erarbeitung eines "Tourismuskonzeptes für den österreichischen Donauraum" in Auftrag gegeben. Die Fertigstellung ist für April 2016 geplant und wird von Wirtschafts- und Tourismusminister Reinhold Mitterlehner, Wirtschafts- und Tourismuslandesrat Michael Strugl und der Donau Österreich Ende April/Anfang Mai präsentiert werden.

Der Donauradweg: Unterwegs von Passau nach Wien

Eine der beliebtesten Routen für Radler an der Donau ist der Stromabschnitt von Passau nach Wien. Etwa 330 Kilometer lang ist diese Tour von der Drei-Flüsse-Stadt an der bayerisch-oberösterreichischen Grenze in die österreichische Bundeshauptstadt. Der Radweg ist großteils entlang beider Ufer ausgebaut und bietet den Radfahrern Abwechslung, jeden Tag ein anderes Highlight.

Ein erster Höhepunkt ist schon die Stadt Passau selbst. Mit ihrem historischen Stadtkern, der reizvollen Lage an den drei Flüssen Donau, Inn und Ilz und der über ihr thronenden Veste Oberhaus ist sie das Abbild ihrer wechselvollen Geschichte als machtvoller Bischofssitz. Stromabwärts von Passau präsentiert sich das Donautal gleich in spektakulärer Form. Eingebettet in hoch aufragende, bewaldete Uferhänge - die "Donauleiten" - bahnt sie sich ihren Weg nach Osten. Erster markanter Wegepunkt ist das Stift Engelszell. Das einzige Trappistenkloster Österreichs ist vor allem für seine Likörproduktion bekannt. Ein einzigartiges Schauspiel der Natur ist die "Schlögener Schlinge". Vom granitenen Urgestein der Böhmischen Masse wird die Donau zu zwei spektakulären Richtungswechseln gezwungen. Hier lohnt es sich, das Fahrrad kurz zu parken und zum "Schlögener Blick" hinaufzuwandern, um dort dieses Wunder der Natur in seiner ganzen Dimension zu überblicken.

Von Eferding nach Linz

Durch das fruchtbare Eferdinger Becken rollen die Räder jetzt auf Linz zu, jene Stadt zwischen Tradition und Moderne, die 2009 Kulturhauptstadt Europas war und 2015 zur UNESCO City of Media Arts ernannt wurde. Kurz zuvor ist allerdings das Zisterzienserstift Wilhering einen Zwischenstopp wert, gehört doch vor allem die Stiftskirche zu den prachtvollsten Rokokobauten Österreichs. Sobald die Donauradler dann in Linz einrollen, sind sie auch schon mitten drin im Kulturleben der Landeshauptstadt Oberösterreichs. Denn direkt an der Donau reihen sich das Lentos Kunstmuseum, das Brucknerhaus als Brennpunkt des Musiklebens, das Ars Electronica Center als Museum der Zukunft und die Altstadt aneinander.

Von Enns durch den Strudengau in die Wachau

Weiter flussabwärts folgen das hochbarocke Stift St. Florian und mit Enns die älteste Stadt Österreichs. Der Strudengau beschließt das oberösterreichische Donautal und ist sowohl landschaftlich, als auch kulturell ein Schmankerl. Das idyllische Schifferstädtchen Grein kann mit der markanten Greinburg und mit einem der ältesten bürgerlichen Stadttheater im deutschen Sprachraum aufwarten.

Gleich im Anschluss an den Strudengau beginnt der niederösterreichische Abschnitt des Donauradweges. Vorbei an der markanten Wallfahrtskirche von Maria Taferl geht's direkt in die Wachau hinein. Am Beginn dieser weltberühmten Weinbauregion, gleichzeitig Weltkulturerbe der UNESCO, steht eine barocke Perle. Auf einem Höhenzug über dem Fluss haben sich die Benediktinermönche einen der schönsten vorstellbaren Bauplätze gesichert und dort Stift Melk errichtet. Das Kloster ist nur der Auftakt zu einer Radtour der Sonderklasse: Dürnstein, Spitz und Weißenkirchen sind die klingenden Namen der weithin bekannten Weinbauorte. Auf der einen Seite zieht der Donaustrom vorbei, auf der anderen Seite steigt das Gelände zu jenen Terrassen an, auf denen die edlen Tropfen der Wachau gedeihen. Über dieser malerischen Szenerie ragen schließlich noch die Gemäuer alter Ruinen auf, wie etwa die sagenumwobenen Reste der Burgen Aggstein und Dürnstein.

Direkt anschließend an die Wachau liegt die Weinbaustadt Krems, bevor der Donauradweg die Radler in den Tullner Donauraum hinausführt. Vom südlichen Ufer her grüßt noch das Benediktinerstift Göttweig von seinem Hügel herab, bevor erneut die den Fluss umgebende Landschaft ihren Charakter ändert. Weiträumige Ebenen mit grandiosen Aussichten kennzeichnen diese Region. Vorbei an der Römerstadt Traismauer und an Tulln und Stockerau steht unmittelbar vor dem Ziel in Wien noch einmal ein echtes Highlight auf dem Programm: Das Stift Klosterneuburg, ein beeindruckendes barockes Klosterschloss, errichtet nach dem Vorbild des spanischen Escorial.

Ziel: Die Hauptstadt Wien

Nach all den unterschiedlichen Landschaften, geformt von der Donau und den Menschen, die entlang ihrer Ufer leben, nach all den kulturellen und historischen Höhepunkten rollen die Fahrräder schließlich in Wien ein. Und mit all den berühmten Sehenswürdigkeiten - vom Stephansdom über die Hofburg bis zum Schloss Schönbrunn, von den Prachtbauten der Ringstraße bis zu weltberühmten Museen - geht eine mehr als 300 Kilometer lange Radtour an der Donau würdig zu Ende.
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