09.03.2016, 19:42 Uhr

Hast du genug Wasser ?

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Weit über eine Milliarde Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Dies hat schlimme Folgen für die betroffenen Kinder und Erwachsenen. Nach Schätzungen sterben pro Jahr durch Wassermangel und verseuchtes Trinkwasser etwa 2,2 Millionen Menschen, darunter sind größtenteils Kinder unter fünf Jahren. Nur an einem einzigen Tag sterben demnach weltweit fast 5.000 Kinder, weil ihnen kein sauberes Trinkwasser zur Verfügung steht. Viele Millionen Menschen werden durch das verschmutzte Wasser und die schlechten Hygienezustände krank und es brechen gefährliche Seuchen aus.
>Obwohl der Zugang zu sauberem Wasser zum grundlegenden Menschenrecht erklärt wurde, spielen bei der Wasserversorgung immer häufiger wirtschaftliche Interessen eine Rolle und über das wertvolle Wasser verfügen zunehmend nicht mehr öffentliche Einrichtungen, sondern private Konzerne, die damit hohe Gewinne erzielen wollen. Deshalb spricht man oft auch von einer "Privatisierung" des Wassers. In der Folge wird die Wasserversorgung nicht nur in den ärmeren Ländern, sondern auch in den Industrieländern mehr und mehr zum Problem.




Zur Bekämpfung der Wasserknappheit in armen Ländern wurde in den vergangenen Jahren gefordert, die Wasserversorgung zunehmend in die Hände privater Konzerne zu geben. Unterstützt wurde diese Forderung von der Weltbank, einer Sondereinrichtung der Vereinten Nationen, und dem "Internationalen Währungsfonds" - beide Einrichtungen befassen sich mit der Regelung der Wirtschaft und des Warenhandels weltweit. Sie argumentieren damit, dass den öffentlichen Einrichtungen die Gelder fehlten und private Unternehmer die Versorgung mit Trinkwasser und Entsorgung von Abwasser deutlich verbessern könnten.

Tatsächlich hat sich durch solche Maßnahmen zur Privatisierung des Wassers die Situation in den ärmeren Ländern kaum verbessert oder sogar verschlechtert. So stiegen beispielsweise in der bolivianischen Stadt Cochabamba nach dem staatlichen Verkauf der Wasserversorgung die Wasserpreise um das Dreifache an und mühsam errichtete Brunnen in den umliegenden Gemeinden wurden gesperrt, woraufhin es im Jahr 2000 zum "Wasserkrieg" mit wütenden Protesten innerhalb der Bevölkerung kam. Die Wasserversorgung wurde daraufhin wieder öffentlich gesteuert, doch es folgte eine Klage der privaten Unternehmer, die als Entschädigung für die künftigen Gewinne deutlich mehr Geld einforderten, als sie beim Kauf aufgebracht hatten.

http://www.helles-koepfchen.de/artikel/3525.html
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Josef Draxler aus Melk | 09.03.2016 | 19:50   Melden
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Heidemarie Rottermanner aus Scheibbs | 09.03.2016 | 20:16   Melden
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