25.05.2016, 09:40 Uhr

Die Kriminalität im Netz steigt

Die schlauen Köpfe: Wabnegger, Dullnig, Kogler, Supanz und Schweiger (von links)

Beinahe täglich bearbeitet das zuständige Team in St. Veit Anzeigen.

ST. VEIT. Die Kriminalität im Netz nimmt zu – das bestätigt ein Treffen mit der Ermittlergruppe auf der Polizeiinspektion St. Veit. Vor drei Jahren wurde die IT-Gruppe eingerichtet, seitdem haben es die derzeit vier Beamte mit einem breiten Spektrum an Vorfällen und Arbeit zu tun: Neben dem Aufnehmen von Anzeigen und der Bearbeitung von Fällen im Netz muss das Team außerdem Bänder von Überwachungskameras bei Überfällen auswerten oder Handysicherungen vornehmen.

Qualität der Täter

"Online werden die Täter immer besser, die Qualität der Täter nimmt zu. Manchmal ist es fast unmöglich, sie zu durchschauen. Das wird dann zum Problem", geschieht laut "Mastermind" Alexander Kogler die Arbeit in der St. Veiter IT-Gruppe auf Augenhöhe. "Jeder bringt seine Fähigkeiten ein".


Nachgebaute Homepages

Kogler erzählt von Homepages von Autofirmen oder Reisebüros, die so gekonnt nachgebaut sind, dass Käufer darauf reinfallen. Oder es wird der PC gehackt und in Folge das Handy, was bei Online-Überweisungen zu Abbuchungen des Kontos führt.
Auf Facebook grassierte eine Nachricht, bei der man einen Code eintippen sollte – die Telefongesellschaft schickte eine Rechnung. "Oder es steht ein Gewinn ins Haus und dafür muss man erst einmal Geld überweisen", könnte das Motto der IT-Gruppe lauten "Es gibt nichts, was es nicht gibt".

Spur verliert sich

Obwohl das Team rund um die Uhr arbeitet, werden die Täter selten geschnappt. Die Spur verläuft sich im Ausland, oftmals in Nigeria oder Indien. "Auch wir lernen täglich dazu", so Alfred Supanz.
Der Rat der Polizeibeamten? "Augen auf, alles genau durchlesen, wachsam bleiben. Beispielsweise Microsoft ruft nicht an um zu fragen, ob der PC langsam geht", sagt Kogler. Wer kein Paket erwartet, soll keine E-Mail, in der dies kundgetan wird, beantworten. Bei Schnäppchen im Netz vorsichtig sein: Auch auf Plattformen wie Willhaben und Co. tummeln sich schwarze Schafe.

Zur Polizei gehen

"Wichtig ist, dass jeder Fall zur Anzeige gebracht wird. Egal, ob es sich um zwei Euro handelt oder um viel mehr", rät Saskia Dullnig.
Die Dunkelziffer der Täter sei viel höher. "Vor allem bei der Erpressung mit Sex-Videos", vermutet Christian Wabnegger. Aus Scham werden manche Vorfälle nicht angezeigt.

Erfolgreiche Gruppe

"Der Dienstgeber muss in punkto Ausstattung aufrüsten, denn das ist die Zukunft der Kriminalität", sagt der St. Veiter Polizeikommandant Ferdinand Schweiger. Er ist stolz auf die IT-Gruppe.
"Es gibt bisher nicht so viele Experten auf dem Gebiet der Internet-Kriminalität. Bei manchen Ermittlungen laufen österreichweit die Fäden in St. Veit zusammen", klärt Schweiger auf, dass das Wissen der St. Veiter IT-Gruppe auch im Ausland gefragt ist.


Zur IT-Gruppe im Bezirk St. Veit zählen Alexander Kogler, Alfred Supanz, Saskia Dullnig und

Christian WabneggerVor drei Jahren wurde die IT-Gruppe im Bezirk aufgebaut. Alexander Kogler gilt als einer der besten IT-Ermittler in Österreich.

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