09.05.2016, 21:18 Uhr

Ausstellung „Phantasmagorische Szenerien“ von Friedrich J. Tragauer, 20.05.2016, 19Uhr ATRIO Villach

Wann? 20.05.2016 19:00 Uhr

Wo? ATRIO VILLACH, (Wagner für Haare), Kärntner Strasse 34, 9500 Villach AT
Phantasmagorische Szenerien von Friedrich J. Tragauer
Villach: ATRIO VILLACH, (Wagner für Haare) |

In der Ausstellung „Phantasmagorische Szenerien“ zeigt Friedrich J. Tragauer Fotokollagen in der Technik „Cyanotypie“ die Beziehung zwischen Mensch, Ding und Ort - eine manipulierte Wirklichkeit. Ergänzt werden die Arbeiten mit Texten von Bettina Schneider.

Täglich werden wir durch die Medien mit Fotografien überschwemmt und nehmen die gezeigten Bilder als einen Abdruck der Wirklichkeit hin. Doch vor allzu außerordentlicher Schönheit, wie bei Werbebildern in Hochglanzmagazinen und im Fernsehen, und vor betonter Authentizität in den Nachrichten sei der Betrachter gewarnt. Wird hier nicht viel mehr ein Wirklichkeitskonstrukt vorgegaukelt? Gibt es überhaupt ein „wahres“ Abbild der Realität? Beginnt ein konstruiertes Bild erst bei den Bildbearbeitungsprogrammen oder schon bei der Auswahl des Bildausschnittes beim Fotografieren?
Friedrich J. Tragauer zeigt in der Ausstellung „Phantasmagorische Szenerien“ die Beziehung zwischen Mensch-Ding-Ort. Die Probanden wurden bei einem Gespräch gebeten, eine kurze Selbstbeschreibung abzugeben. Sie wurden vom Künstler unter anderem über den Lieblingsgegenstand, Lieblingsort, aber auch über ihre Träume, Hoffnungen und Ängste befragt. Die Interviews wurden nach einer gleichbleibenden Systematik, jedoch ohne wissenschaftliche Aspekte durchgeführt. Die von den Teilnehmern gewonnen Informationen bildeten die Basis zur Ideenfindung, dem anschließenden Fotoshooting bis hin zum Bildaufbau. Einzelne Bildelemente wurden zu einer Fotocollage zusammengeführt. Hierzu wurden einzelne Bilder auf festes, mattes Papier gedruckt und mit Schere und Skalpell ausgeschnitten. Die so entstandenen, etwa handflächengroßen Figuren, wurden in einem quaderförmigen Lichtzelt, dem Theater angeordnet, und mit einer digitalen Spiegelreflexkamera abfotografiert. Aus dem digitalen Foto wurde ein DinA3 großes Negativ erstellt, mit dem die Cyanotypie, das Bildprodukt, hergestellt wurde.
Die Cyanotypie ist ein fast schon vergessenes, sehr altes, monochromes fotografisches Edeldruckverfahren in typisch cyanblauen Farbtönen. Sie wurde von Sir John Herschel erstmals um 1845 angewendet. Dazu wird mit Hilfe einer Lösung aus Ammoniumeisencitrat und rotem Blutlaugensalz, die auf saugfähigem Papier aufgebracht wird, ein lichtempfindliches Fotopapier gewonnen. Die Belichtung des Blattes erfolgt mit einem Negativ und durch UV- oder Sonnenlicht. Anschließend wird die chemische Lösung mit Wasser ausgewaschen, und somit das Bild entwickelt. Das so entstandene, in monochromen blau leuchtende Bild kann mit unterschiedlichen Substanzen intensiviert, aber auch getont werden.
Der Künstler Friedrich J. Tragauer hat die Autorin Frau Bettina Schneider eingeladen, unbeeinflusst von seiner Interpretation und ohne Kenntnis der Interviewinhalte, zu den Fotokollagen einen Titel zu finden und eine freie Bildbeschreibung zu formulieren.

Vita: Friedrich J. Tragauer (A)
2006 -2008 Kunststudium an der Leonardo Kunstakademie Salzburg (Malerei, Grafik, Plastik) bei Prof. Hannes Baier. 2011 einer der Co-Regisseure des historischen Crowd-Source-Kinofilms „Life In A Day“ (Ridley Scott); seit 2011 Mitglied der Berufsvereinigung Bildender Künstler Österreichs, Landesverband Kärnten; zahlreiche Auslandsaufenthalte und Studienreisen in Europa, Amerika und Asien. Ausstellungen in Kärnten, Steiermark, Salzburg, Niederösterreich; lebt und arbeitet in Villach.

Künstlerkontakt Web: www.friedrich.tragauer.at
Facebook Link zur Austellung: https://www.facebook.com/events/799452336858011/

Vernissage: Fr. 20.05.2016, 19Uhr im ATRIO VILLACH, (Wagner für Haare), Kärntner Straße 34, 9500 Villach / Austria.
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