04.05.2016, 11:20 Uhr

Alan Rusbridger bei den Erdgesprächen 2016: "Wir brauchen Menschen, die Regeln brechen"

Zahlreiche Freiweillige stützen das jährliche Event.

Bis zum letzten Platz war die Halle E im Museumsquartier ausgelastet. Abenteurerin Celine Cousteau, Journalist Alan Rusbridger und Designer John Thackara schwärmten vor dem Publikum von einer besseren Welt. Manuela Raidl moderierte den Abend.

WIEN. In Memoriam Freda Meissner-Blau gingen die 9. Erdgespräche über die Bühne. Die Erfolge der Grande Dame der Grünen, Zwentendorf- und Hainburg-Aktivistin lebten in zahlreichen Videos und Fotos wieder auf. Spannend: Die Telefonkette, mit der sich die Aubesetzer von Hainburg in der Zeit vor Handy und Internet organisieren mussten:





"Wir haben die Au gerettet, ihr müsst die Welt retten", sagte Meissner-Blau einst zu ihrem Enkel Adam Pawloff, heute einer der Organisatoren der Erdgespräche. "Wir werden unser Bestes geben, um die Welt zu retten", verkündete Pawloff vor 850 Personen in der Halle E.



Hauptsprecher auf der Bühne: Abenteurerin und Enkelin von Jaques, Celine Cousteau, Nachhaltigkeits-Designer John Thackara und Ex-Guardian Chefredakteur Alan Rusbridger. "Redet nicht nur mir Menschen, die sowieso eure Meinung vertreten, sondern vor allem mit Menschen, die gegenteiliger Meinung sind", forderte Cousteau das Publikum zu mehr Diskussion auf.

Wikileaks-Macher Rusbridger sprach in seinem Vortrag über den Umgang von Journalisten mit dem Thema Klimawandel und stellte die provokante Frage: "Ist der Journalismus an der Klimawandel-Berichterstattung gescheitert?" Mehr Aufmüpfigkeit forderte Rusbridger von seinen Zuhörern. "Die, die die Welt verändern sind die, die sich nicht an die Regeln halten. Wir brauchen mehr Regelbrecher", sagt der Journalist.



Beim anschließenden Netzwerktreffen stürmten die Zuhörer das Bio-Buffet. Die Häppchen von "Rita bringts", den "Wrap-Stars", der "Gaumen-Freundinnen" und "Annas Catering" waren in kürzester Zeit vergriffen.

Zur Sache:
Die Erdgespräche werden vom "Neongreen Network (NGN)" organisiert. NGN ist ein junger und gemeinnütziger Verein, der 2008 von der Wiener Grafik-Designerin Angie Rattay gegründet wurde. Der Verein sieht Umweltschutz als Selbstschutzmaßnahme und kommuniziert diese Anliegen über Formate wie die Erdgespräche oder bewusstseinsbildende Projekte wie die "Gebrauchsinformation für den Planeten Erde".
1
Einem Mitglied gefällt das:
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.