18.04.2016, 15:35 Uhr

Ein Ort mit besonderer Kraft

Anja Ziegler hält an der Geschichte des Klosters fest: Auch das Klassenbuch von einst vergisst keinen frechen Schüler.

Refugium Hochstrass hat eröffnet: Chefin Anja Ziegler führte durch die denkmalgeschützten Gemäuer.

STÖSSING (bt). Die Schwestern der "Wiener Kongregation der Töchter der göttlichen Liebe" verfielen 1895 dem Charme einer abgeschiedenen Anhöhe in der Gemeinde Stössing. Höhergelegen schlugen sie Steine aus dem Hang und ließen sie hinabrollen. Das Schulkloster Hochstrass entstand. Die landwirtschaftliche Haushaltungsschule bestand bis 2009.
2012 war es auch bei Anja und Claus Ziegler, Unternehmer aus dem Waldviertel, "Liebe auf den ersten Blick". Nach einer Investition von 12 Millionen Euro und einer erfolgreichen Probephase, eröffneten sie ihr Seminarhotel Refugium Hochstrass nun offiziell. 21 Menschen, zum größten Teil aus der Region, werden beschäftigt. Verstärkung für Service und Küche wird noch gesucht.

Zum Lernen gebaut

Die Vergangenheit soll wieder aufleben, so wird auch heute im ehamligen Kloster weitergepaukt. "Die Kirche hat schon gewusst wo sie baut. Der Ort hat einfach ein besonderes Flair, das spürt man auch wenn man hier ist", so Anja Ziegler.
Als Gedenken an die Schwestern tragen die Seminarräume mit "Weitblick" ihre Namen. In den Zimmern gibt es keine Fernseher, der Handyempfang ist schlecht. "Manche sind da am Anfang etwas nervös", lacht die Unternehmerin.

Lesezimmer mit Geschichte

Wo heute in Büchern geschmökert wird, wurden einst die Kranken versorgt. Ein großer Teppich, handgestickt von den Nonnen, ziert den Raum. Durch ein Fenster blickt man in die hauseigene Kapelle, denn auch Kranke durften keinen Gottesdienst verpassen. Paare die sich hier, mit oder ohne Segen, das Jawort geben wollen, sollten schnell sein. Für 2016 ist die Kapelle bereits ausgebucht, 2017 könnte es bald eng werden.

Rückkehr zur Selbstversorgung

Ein großes Anliegen der Familie ist die Landwirtschaft. "Schritt für Schritt möchten wir die Selbstversorgung von einst wiederherstellen." Aus den Früchten der 400 Obstbäume entstehen Leckereien, wie Marmeladen und Sirupe. Bald sollen ein Gemüsegarten angelegt und 40 bis 50 Hühner angeschafft werden. Größere Tiere wie Rinder und Ziegen folgen erst später, da die Wiesen noch bis 2020 verpachtet sind. Zweimal pro Jahr werden die Erzeugnisse auch bei Bauernmärkten verkauft.
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