Mit der Kutsche in die Mongolei

Der Pferdewagen der beiden Schäffer bei Ihrer Rast in Wien in der Lobau.
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  • Der Pferdewagen der beiden Schäffer bei Ihrer Rast in Wien in der Lobau.
  • hochgeladen von Franz Svoboda

Mit der Kutsche in die Mongolei.

Sie haben alles hinter sich gelassen, um sich auf eine fünfjährige Reise zu den Nomaden in der Mongolei aufzumachen. Die Schweizer Schäfer Irene Reiser und Martial Roulin fahren mit einer Pferdekutsche die Donau entlang zum Schwarzen Meer.

Die Route in die Mongolei ist was den Weg betrifft flexibel, grundsätzlich suchen Sie den leichtesten Weg einen Weg, der es Ihnen ermöglicht, Nahrung für die beiden Comtois Pferde zu finden. Der Comtois ist eine Pferderasse, die hauptsächlich in Frankreich verbreitet ist. Diese Pferderasse ist unseren Haflinger sehr ähnlich ist aber etwas robuster und stämmiger. Der Comtois ist eine Kaltblutrasse die eine Höhe von 1,50-1,65m erreicht und bis zu 800 kg schwer wird.

Der Start beginnt in Balaiseaux in Frankreich in der Nähe von Dole und dann dem Rhein-Rhone-Kanal weiter folgend bis nach Donaueschingen.
Weiter geht es nun entlang der Donau bis zum Schwarzen Meer und dann weiter über Bulgarien, Türkei, Armenien, Aserbaidschan, Turkmenistan, Usbekistan, Kirgisistan in die Mongolei.

Warum der Donau entlang, weil das der beste Weg ist um Höhenunterschiede zu vermeiden. Das ist im Großen und Ganzen die im Kopf geplante Route.
Unser Wohnwagen haben wir Ritana getauft ebenso auch ein Lied das man sich auf der Webseite anhören kann.

Überall wo Irene Reiser und Martial Roulin auftauchen, gibt es ein großes Hallo: Menschen winken aus dem Fenster, überall wo Sie vorbeikommen wird schnell das Handy gezückt und ein Foto geschossen.

Ich habe Irene und Marti in Zwentendorf an der Donau getroffen, als wir nach einem Besuch im AKW Zwentendorf eine Pause einlegten. Die beiden hatten einen Lagerplatz auf einen Wiese neben Donau aufgeschlagen wo sie auch die Nacht verbringen wollen. Die Stute Altesse und der Wallach As haben Hunger, schließlich leisten sie auch schwere Arbeit: Sie ziehen die geschlossene Kutsche, in der das ganze Leben der Schweizer verstaut ist. „Wir planen unseren Weg abhängig davon, wo es Gras und Wasser für unsere Pferde gibt“, sagt Reiser und streicht As über die Mähne. Wir haben ein Paar Fotos geschossen und mit den beiden geplaudert und sie haben uns Ihre Geschichte erzählt. Leider hatte ich an diesem Tag nicht viel Zeit aber als sie uns erzählten haben das Ihre Reise weiter nach Wien führt, habe ich Marti ersucht er möchte mich anrufen damit ich ihn noch einmal, da ich in Wien wohne besuchen kann.

Ja und gestern hat mich Marti angerufen das sie in Wien in der Lobau einen Lagerplatz gefunden haben. Wir haben uns für heute Vormittag einen Termin ausgemacht und ich habe Marti und Irene besucht.

Die beiden Schäfer – sie aus der Schweizer Jura, er aus der Nähe von Lausanne – haben sich 2013 kennengelernt. Beide haben in Ihrem Leben viel gearbeitet, ohne Urlaub“, erzählt Roulin mit französischem Akzent. „Wir haben Zeit gebraucht, nur für uns.“ Irene Reiser, die am Donnerstag ihren 54. Geburtstag gefeiert hat, ergänzt: „Gerade, wenn man 50 ist, hat man das Leben noch mal vor sich.“ Beide habe Ihr ganzes Leben Schafe gehütet, nicht die gleichen, sondern jeder seine eigene Herde.

Die Idee, die mongolischen Nomadenschäfer zu besuchen, kam ihnen im Herbst. „Weil diese Kultur bedroht ist“, erklärt der 51-jährige Roulin. „Es gibt ein klimatisches Problem, sie finden kein Gras mehr. Und diese Kultur wird in ihrem Land nicht anerkannt.“

Die Vorbereitungen haben nur einen Monat gedauert – am 21. Oktober 2014 waren die beiden startklar. Die Route haben Reiser und Roulin nur grob geplant. „Bis zum Schwarzen Meer wollen wir der Donau folgen, weil hier alles flach ist“, sagt Reiser. Später soll es der Seidenstraße entlang gehen, weitere Ziele sind die Türkei, Armenien, vielleicht mit dem Schiff über das Kaspische Meer. „Es muss ein sicherer Weg sein, wo es keinen Krieg gibt“, sagt Roulin. Verfahren können sie sich nicht: Vor dem Kutschbock mit den Ledersitzen ist ein Navigationssystem angebracht.

Überhaupt ist die 3,20 Meter hohe Kutsche mit allem Nötigen ausgestattet. „Für uns ist das Luxus“, sagt Roulin. „Schäferhäuser in den Bergen sind viel rustikaler.“ Im Inneren gibt es eine Küche, einen Holzofen und ein buntes Bett, vor dem die Körbchen für die Hunde Vita und Waldo stehen. Sogar Strom hat die Kutsche, mit der die Warnlampe auf dem Dach betätigt werden kann. An der Außenseite hängen eine Leiter, ein Fahrrad und ein Besen.

Mindestens fünf Jahre soll die Reise dauern. Die Angehörigen hatten gemischte Gefühle bei der Abfahrt. „Sie waren ein bisschen erstaunt“, sagt Reiser. Unterwegs hat das Paar viele Menschen kennengelernt. „Ich hätte nicht gedacht, dass wir so schnell Freundschaften knüpfen“, erzählt Reiser. Das könne sogar wichtig sein, da sie ständig auf Hilfe angewiesen sind. „Als es im Winter angefangen hat zu schneien, sind wir für zwei Monate auf einem Biohof bei Ulm untergekommen und haben dort mitgeholfen“, erinnern sie sich. „Ein tolles Gefühl. Vertrauen in das Leben und in den Menschen zu finden.“ Auf dem Weg ernähren sich Reiser und Roulin viel von dem, was sie finden und geschenkt bekommen. Bärlauch, Löwenzahn und Eier stehen fast täglich auf der Speisekarte.

Die Weiterreise ist für morgen Freitag um 8 Uhr geplant.

Um 1/2 8 Uhr treffe ich bei Irene und Marti in der Lobau ein. 1.600 Kilometer der ca. 10.000 Kilometer langen Reise haben sie schon hinter sich. Die beiden haben schon gefrühstückt und nun geht es ans packen.

Zuerst müssen die beiden Pferde von der provisorischen Koppel geholt werden. Während sich Irene um die Pferde kümmert wird von Marti rasch die Koppel abgebaut. Die Pferde sind schon vor dem Wagen gespannt. Waldo und Vita springen auf den Wagen und lassen sich unter dem Kutschbock nieder. Die beiden Schäfer außer Dienst machen es sich auf dem Kutschbock bequem. Mit einem leisen Knarzen setzt sich das Gespann in Bewegung. „À droite“, ruft Roulin, und die Pferde ziehen die Kutsche nach rechts um die Kurve, wo sich langsam eine lange Autoschlange bildet. Irene Reiser und Martial Roulin ist das egal. Sie haben Zeit.
Die heutige Etappe geht von der Lobau dem Donauradweg entlang bis nach Schönau. Morgen je nach Wetterlage nach Ort an der Donau oder bis knapp vor Hainburg.

Wer die Reise von Irene Reiser und Martial Roulin verfolgen möchte, kann ihren französischen Blog unter Projetmongolie lesen.

Der Weg:

Start in Balaiseaux Frankreich in der Nähe von Dole, weiter über Besancon, Montbeliard, Mulhouse, nach
Deutschland
Donaueschingen
Ulm (Winterquartier)
In weiterer Folge der Donau entlang bis zum Schwarzen Meer
Ingolstadt
Regensburg
Österreich
Passau
Linz
Mauthausen
Persenbeug
Melk
Dürnstein
Krems
Zwentendorf
Tulln
Klosterneuburg
Wien - Lobau
Hainburg
Ungarn
Rumänien
Der Weg über Moldawien, Ukraine, Russland, Kasachstan, Mongolei
(ist wegen Krieg nicht möglich) daher …
Bulgarien
Türkei
Armenien
Aserbaidschan
Turkmenistan
Usbekistan
Kirgisistan
Mongolei - Das Ziel ist erreicht.
Nun werden nicht der Pferdewagen und die Pferde verkauft und es geht mit dem Flugzeug zurück. Nein die beiden wollen wieder mit Pferden, Hunden und Pferdewagen wieder zurück in die Schweiz.

Und wenn sie die beiden unterstützen wollen so können sie das ebenfalls im Projetmongolie unter dem Punkt "Pour nous soutenier" tun.

Wo: Projekt Mongolie, Primavesigasse, 1220 Wien auf Karte anzeigen

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