14.03.2016, 11:22 Uhr

Keine Badesaison 2016 am Badeteich Süßenbrunn?

Markus Gobetzky fürchtet um seinen Süßenbrunner Treffpunkt, den "Würstelstand zum Badesee".

Hohe Wellen schlug die Anfang März von der Theresianischen Akademie verlautbarte Schließung des Badeteichs Süßenbrunn für die Allgemeinheit. Zu hoch seien die Aufwendungen für Baumpflege, Müllentsorgung und das Risiko der Haftbarkeit bei Personenschäden.

DONAUSTADT. Markus Gobetzky kommt seit acht Jahren jeden Sommer zum Badeteich Süßenbrunn. Nicht nur zum Plantschen mit Familie und drei Hunden, die hier erlaubt sind, sondern auch zum arbeiten. "Der Würstelstand ist ein Treffpunkt für alle Besucher des Badesees, aber auch darüber hinaus haben wir viele Stammgäste", erzählt Gobetzky. Sein Pachtvertrag mit dem Theresianum wurde nun nicht mehr verlängert und läuft somit Ende März aus. "Es ist so schade, in Süßenbrunn sperrt eh alles zu und ich weiß wegen den Verhandlungen nicht, ob ich alles wegräumen muss." Die Zeit wird langsam knapp.

Versagen der Politik

Für Gobetzky kommen die von der Magistratsabteilung 42 (MA42) initiierten Einigungsversuche nach dieser Informationsbombe des Theresianums viel zu spät, man hätte sich früher darum kümmern müssen. Er wünscht sich jetzt eine langfristige, klare Regelung für die Zukunft. "Der Badeteich Süßenbrunn ist ein regelrechtes Paradies. Die Leute haben es schätzen gelernt, es ist nicht so überlaufen und dadurch sehr familiär."

Seitens der zuständigen Umweltstadträtin Ulli Sima hielt man sich über den Fortschritt der Verhandlungen bedeckt: "Die MA 42 verhandelt derzeit mit der Theresianischen Akademie, die Stadt und der Bezirk sind bemüht, eine Lösung im Sinne der Wienerinnen und Wiener zu erzielen." Für BV Ernst Nevrivy ist das erklärte oberste Ziel, "die Badesaison 2016 zu sichern, wenngleich der Ball jetzt bei der Stiftung liegt.“

Auch die Bezirks-Grünen, allen voran der Süßenbrunner Bezirksrat und Klubobfrau-Stellvertreter Thomas Tröbinger, setzen sich für den Erhalt des Badeteichs für alle Wienerinnen und Wiener und eine endgültige Klärung der Besitzverhältnisse ein.

Hintergrund:

Von 1975 bis 2004 war das Grundstück inkl. Badeteich vom Theresianum entgeltlich an die Stadt Wien verpachtet. Seitens der MA 42 wurde der zugrundeliegende Vertrag Ende 2003 gekündigt. Im Sommer 2004 wurden dann Pläne laut, das gesamte Erholungsgebiet um den Badeteich in Bauland umzuwidmen und zu verbauen. Durch das Engagement einer lokalen Bürgerinitiative konnte das verhindert werden. Seitdem wurde der Badeteich Süßenbrunn vom Theresianum unentgeltlich der Bevölkerung zur Verfügung gestellt, die Stadt Wien übernahm dafür die Pflege und Reinigung des Areals.
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