19.10.2016, 00:01 Uhr

Pontebba-Seilbahn: bitte warten!

Die Bergstation der neuen Pontebba-Bahn ist am Kofelplatz Madritsche geplant, wo derzeit schon mehrere Seilbahnen ankommen.

Zu Saisonbeginn 2016/17 hätte die Seilbahn von Pontebba auf’s Nassfeld bereits laufen sollen.

NASSFELD (jost). Nach wie vor unklar ist der Terminplan für die Umsetzung der schon seit vielen Jahren diskutierten 83-Millionen-Euro-Seilbahn von Pontebba auf das Nassfeld.
Bei der letzten Projektpräsentation im Teatro Comunale in Pontebba im November 2013 wurde von den Proponenten aus Politik und Tourismuswirtschaft mit viel Optimismus die Fertigstellung der Bahn bis zum Saisonbeginn 2016/17 in Aussicht gestellt. Das heisst, die Eröffnung hätte jetzt unmittelbar bevorstehen sollen.
Doch inzwischen sind drei Jahre ohne sichtbare Aktivitäten vergangen. Bleibt zu hoffen, dass im Hintergrund doch entsprechend weiterverhandelt wird.
Noch im Frühjahr dieses Jahres war man in Triestiner Regierungskreisen rund um Präsidentin Debora Serracchiani optimistisch, die Vergabe der Bauaufträge noch bis Jahresende 2016 zustande zu bringen.
Bürgermeister Ivan Buzzi versicherte im Mai: „Alles ist ordnungsgemäß im Laufen. Ich kann versichern, dass die Regionalregierung und die Gemeinde Pontebba mit Überzeugung an diesem Projekt arbeiten.“

Wenig Konkretes

Die WOCHE hat sich umgehört, doch konkrete Ergebnisse über Finanzierung und Umsetzungns-Termine waren nicht dabei.
Hermagors Bürgermeister Siegfried Ronacher ist weiterhin zuversichtlich:
„In das Talbahnprojekt Pontebba ist bereits sehr viel Zeit und Geld investiert worden, sodass man nun in einer wirklich entscheidenden Phase ist, um mit allen Beteiligten nochmals alle offen Fragen und Forderungen zu klären.
Für die Gesamtfinanzierung dieses für uns so wichtigen Projektes ist die Aufbringung von rund 30 Millionen Euro noch offen, sowie die Betreiberhaftung von rund 10 Millionen Euro. Diesbezüglich werden derzeit Gespräche mit allen Beteiligten (Doppelmayr, BNP/AG, Region Friaul und Land Kärnten sowie zwischen den Gemeinden Pontebba und Hermagor) geführt.
Ich hoffe, dass sich alle offenen Fragen in den nächsten Wochen klären, damit die jahrelangen Bemühungen aller Beteiligten sich auch ausgezahlt haben und das Projekt realisiert wird.“
Christian Krisper, Vorstand der BNP-AG, sieht die Situation ähnlich:
Selbstverständlich arbeiten wir am Italien Projekt weiter – von einem Scheitern des für die Region so wichtigen Projektes kann zum jetzigen Zeitpunkt keine Rede sein - vielmehr müssen von uns die Hausaufgaben gemacht werden, damit es zur Umsetzung kommen kann – es braucht halt dazu sein Zeit und diese werden wir weiter nützen.
Wichtig ist aber, dass die Region Friaul wie auch das Land Kärnten positiv zum Italienprojekt stehen. Dass es dazu auch negative Einstellungen gibt, versteht sich von selbst, und negative Schlagzeilen lassen sich besser verkaufen als positive Dinge.
Wie gesagt – wir arbeiten wie in der Vergangenheit daran weiter aber aus
heutiger Sicht können wir keine Termine für eine Umsetzung nennen.
Landesrat Christian Benger: "Wenn alle Investoren gefunden sind, wird sich das Land Kärnten damit auseinandersetzen: Allerdings müßte die Umsetzung 2017/18 sein, und ca 600 neue Gästebetten am Berg und in Pontebba sind Voraussetzung."

Finanzierung

Wie schon öfters dargestellt, soll die Gesamtfinanzierung wie folgt erfolgen:
Kosten des Gesamt-Projektes 83 Millionen Euro.
Region Friaul: 47 Millionen Euro, die derzeit zweckgebunden „geparkt“ sind.
Private Investoren: 30 Millioinen Euro.
Land Kärnten: Ca 6 Millionen Euro.
Von der zuständigen friulanischen Landesrätin für Infrastruktur, Assessore Mariagrazia Santoro, war (noch) nicht zu erfahren, wie lange die budgetierten 47 Millionen Euro für das Seilbahnprojekt reserviert bleiben.

Technik

Thomas Pichler, Sprecher des Projektentwicklers Doppelmayr Italia, erklärte den seilbahntechnischen Teil des Projektes wie folgt: „Von der Talstation Pontebba bis zur Mittelstation „Malga Tratten“ kommt eine moderne, leistungsfähige Dreiseil-Umlaufbahn mit Kabinen für 30 Personen zur Ausführung. Geländebedingt können auf diesem Streckenabschnitt nur zwei Stützen bis zur Mittelstation gesetzt werden, daher ist dafür die 3S-Bahn prädestiniert. Von der Mittelstation Trattenalm bis zur Bergstation Madritschenhöhe wird eine Einseil-Umlaufbahn mit Kabinen für 20 Personen gebaut.“

Optimismus

Trotz aller Verzögerungen und schwierigen Verhandlungen bleiben alle maßgeblichen Persönlichkeiten, die an der Realisierung dieses Projektes mitarbeiten, optimistisch, allzumal diese Talbahn nun doch schon seit bald 30 Jahren in den Köpfen der grenzüberschreitenden Tourismus-Wirtschaft als lohnenes Ziel präsent ist.
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