22.08.2016, 13:38 Uhr

Angriff auf die Sommerferien

Veronika Haas: "Schule muss mehr bieten": Veronika Haas ist generell für eine Ganztagsschule. (Foto: privat)

Neun Wochen Ferien: Luxus pur, Fadesse pur oder Organisationshorror für Familien?

REGION (red). Neun Wochen Ferien im Sommer. Was für Lehrer und Schüler paradiesisch klingt, stellt für immer mehr Eltern eine Herausforderung in der Betreuung dar. Familienministerin Karmasin forderte zwei Wochen der Sommerferien in den Herbst zu verschieben. FP-Klubchef Waldhäusl will, dass die Schulen ab erstem August wieder öffnen und Nachhilfe anbieten. Wir haben uns im Bezirk umgehört, wie diese Vorschläge ankommen.

Keine Lösung für alle
"Es ist müßig darüber zu sprechen, wenn es keinen konkreten Vorschlag zur Umsetzung gibt", erklärt Reinhard Windl, Direktor der Volksschule Herzogenburg. In der Ferienzeit komme diese Diskussion aber immer wieder auf, so Windl. Der Volksschuldirektor weist auch darauf hin, dass man nicht von "der Schule" und "den Eltern" sprechen könne. "Eltern haben unterschiedliche Voraussetzungen und Bedürfnisse - für manche ist es im Sommer leichter, Betreuungswege zu finden, für andere nicht", schildert der Pädagoge. Da die Lebenssituationen so unterschiedlich sind, schlussfolgert Reinhard Windl auch: "Es ist ein Irrglaube, dass wir eine Lösung finden, die allen gefällt."

Es braucht Veränderung
Unterstützung erhält der Vorschlag der Familienministerin von Josef Thoma aus Obritzberg-Rust: "Dies ist eine sehr gute Idee. Das sollte mit den zuständigen Lehrer- und Elternvertretern umgesetzt und auf die Bundesländer aufgeteilt werden. Eltern, die berufstätig sind und sich eine Betreuung nicht leisten können, würde dies sehr entgegenkommen. Alleinverdiener müssten weniger Urlaub und niedrigere Kosten für die Betreuung aufwenden. Außerdem könnte man sich den Urlaub besser aufteilen, wenn man eine Betreuungskonstellation hat." Stadträtin Veronika Haas aus Traismauer, die an einer HBLA unterrichtet, kennt die Probleme und ist für eine generelle Umstrukturierung. "Die Familiensysteme sind heute anders, daher muss sich auch das Schulsystem ändern", meint Haas. Von längeren Herbstferien hält sie nichts, da es nach der Unterbrechung wieder einer längeren Anlaufphase bedürfe.
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