03.10.2016, 13:04 Uhr

Ein Tipp fürs kleine Glück

Trafikantin Susanne Kadanka aus Herzogenburg mit Walter Dorner aus Perschling, der gerade Lotto gespielt hat.

Jährlich geben wir 840 Millionen Lotto-Tipps ab und kaufen 67 Millionen Lose. Oft nur für ein kleines Glück.

REGION. Die Geburtstage der Enkerl, die Hausnummer oder der Quicktipp - seit 30 Jahren spielt der Bezirk St.Pölten-Land Lotto. Mit mehr oder weniger Erfolg.

Seit 30 Jahren mit den gleichen Zahlen

In 2.552 Lotto-Ziehungen wurden 2.845 Sechser erzielt, 30 davon in unserem Bezirk. Vergleicht man die Zahl der Lotto-Sechser mit der Zahl der Einwohner, dann liegt der Bezirk St.Pölten-Land an 57. Stelle in Österreich. Wir haben uns im Bezirk umgehört, wer mit welcher Strategie versucht, ans große Geld zu kommen.

Trafikantin Susanne Kadanka, die ihre Trafik am Herzogenburger Rathausplatz betreibt, hat nach eigenen Angaben viele Lotto-Stammkunden. Sie selbst spielt auch Lotto: "Seit 30 Jahren. Ich habe einen Schein, spiele immer die gleichen Nummern." Würde sie einmal nicht spielen und dann kämen ihre Zahlen, "dann würds mi zreißn", lacht die sympathische Trafikantin. Da sie ja sowieso die Lottoergebnisse bekomme, müsse sie auch spielen, um nicht doch dem kleinen oder großen Glück zu entgehen.

"A bissl an Kick braucht ma."

"Einmal habe ich die Zahlen geträumt", erzählt sie munter weiter. Ein "Fünfer" sei es dann tatsächlich geworden. Walter Dorner aus Perschling kommt während unseres Lokalaugenscheins ins Geschäft und spielt ebenfalls Lotto. Auf die Frage, ob er öfter Lotto spiele, meint er: "Meine Frau spielt regelmäßig." Der Perschlinger fungiert also nur als Glücks-engerl für seine Frau. "Kleinere Gewinne waren auch schon dabei", meint Dorner beim Hinausgehen.

"Manche sagen, wenn ich gar nicht spiele, habe ich immer gewonnen", plaudert Susanne Kadanka weiter aus dem Nähkästchen, meint aber selbst: "A bissl an Kick braucht ma." Auch ihre Mutter, die ihr in der Trafik zur Seite steht, ist regelmäßige Lottospielerin und gesellt sich damit zu vielen ihrer Kunden, die die Hoffnung nicht verlieren, dass der Sechser im Lotto nicht für immer ein Wunschtraum bleibt.

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Zur Sache
Die Lotterien feierten dieser Tage ihr 30-Jahr-Jubiläum. Weil die Österreicherinnen und Österreicher in Deutschland und der Schweiz an der Finanz vorbei getippt haben, wurde vor 30 Jahren das Lottospiel auch in Österreich eingeführt. Am 7. September 1986 rollten dann erstmals die Lottokugeln. Ein Lotto-Tipp kostete zu Beginn im Jahr 1986 sechs Schilling, heute macht er 1,20 Euro aus.

Die Wahrscheinlichkeit für einen Lottosechser liegt in Österreich laut Finanzvorständin Bettina Glatz-Kremsner bei 1 zu 8 Millionen. Dennoch spielen die Österreicher munter. Pro Jahr werden in Österreich derzeit 840 Millionen Tipps gespielt und 67 Millionen Lose verkauft. Im Schnitt werden somit pro Sekunde 26,5 Tipps abgegeben und 2,1 Rubbel- und Brieflose aufgerubbelt bzw. aufgerissen.
Den höchsten Lottosechser erzielte im August 2015 ein Wiener nach einem Fünffachjackpot mit 9,6 Mio. Euro. Auch die höchsten Einzel-Gewinne räumten bisher Wiener und Wienerinnen ab und belegen gleich die ersten vier Plätze in der Statistik.

Der statistisch gesehen „glücklichste“ Bezirk war die Stadt Graz mit 99 Sechsern. „Das ist auch einwohnermäßig der größte Bezirk“, erklärte die Finanzvorständin - und versicherte: „Bisher hat es in jedem Bezirk Österreichs einen Sechser gegeben.“ Nummer zwei war die Stadt Linz mit 84 Sechsern, gefolgt von Wien-Favoriten mit 77 Sechsern.
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