17.05.2016, 08:00 Uhr

„Es kann nur besser werden!“

SPÖ-Bezirksvorsitzender Werner Gössl hat mit einem Führungswechsel gerechnet. Foto: Archiv

Gössl nahmn Stellung zu den aktuellen Vorgängen in der Bundes-SPÖ.

BEZIRK (ae). Der Rücktritt von Werner Faymann als Bundeskanzler und SPÖ-Bundesparteichef am 9. Mai überraschte nicht nur die Öffentlichkeit, sondern auch viele Partei-Insider der Sozialdemokraten. Die Bezirksblätter Hollabrunn fragten den SPÖ-Bezirksvorsitzenden und Präsidumsmitglied der SPÖ-NÖ, Werner Gössl, wie er Faymanns plötzlichen Rückzug aus der Partei und der Politik sieht.

Rücktritt kam schnell

„So wie es mit dem Rücktritt abgelaufen ist, war es eine große Überraschung. Ich habe schon mit einem Wechsel an der Parteispitze gerechnet nach den Vorfällen beim Parteitag in Wien und denen des 1. Mai, aber nicht so plötzlich. Wir haben ja in den letzten Jahren unheimlich viele Wahlen verloren, bis zuletzt zur Bundespräsidentenwahl. Da hat sich der dann der ganze Unmut auf Faymann entladen. Ob es zu Recht oder zu Unrecht ist, sei dahingestellt, aber es kann jetzt nur noch besser werden.“ Einen Grund für das zunehmende Abwenden der Wähler von der SPÖ sieht Werner Gössl in der aktuellen Koalitionsregierung.
„Wir wurden bei den Regierungsverhandlungen von der ÖVP erpresst, und die SPÖ hat sich in vielen wichtigen politischen Fragen zu sehr an die Österreichische Volkspartei ausgeliefert, weil ihr weitere Optionen zur Regierungsbildung gefehlt haben.“

FPÖ nicht ausgrenzen


Werner Gössl würde auch einen neuen Umgang seiner Partei mit den Freiheitlichen empfehlen: „Wir sollten uns von der FPÖ abgrenzen, aber sie nicht ausgrenzen. Sie ist ja eine demokratische Partei. Das heißt natürlich nicht, dass ich die Politik der FPÖ übernehmen will, aber man sollte sie auch nicht in Bausch und Bogen verdammen, so wie es auf Bundesebene der Fall ist.“

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