17.03.2016, 14:00 Uhr

Die Natur als Kunstobjekt

(Foto: Foto: Photography & Arts/Stefanie Fiegl)

Über die Liebe zum Holz und der Umwelt mit ihrer ganzen Schönheit

SÖLDEN. Treibholz, dieser Begriff lässt einen unweigerlich an Meer, sturmumtobte Küsten und lange Strandspaziergänge denken. Mit den Tiroler Bergen verbindet man es aber höchstwahrscheinlich nicht. "Auch ich hätte noch vor ein paar Jahren nur lächelnd den Kopf geschüttelt", meint Mareike Swoboda. Die 37-Jährige, ursprünglich aus Deutschland nähe Hannover, leibt seit 17 Jahren in Sölden und hat vor wenigen Jahren die Faszination für Treibholz für sich entdeckt.

"Erleuchtender Ursprung"
Sie und ihr Lebensgefährte arbeiteten einen Sommer lang in Norwegen, wo sie bei ihrer damaligen Chefin eine Lampe, gebastelt aus Treibholz entdeckte. "Von allen Seiten fotografiert und in meinem Kopf festgefroren, beschlich mich der Wunsch auch so etwas Tolles bauen zu können. Als gelernte Goldschmiedin liegt mir das kreative Arbeiten im Blut, sodass es mich - kaum zurück in Tirol - an die hiesigen Flüsse und Seen trieb", schildert Mareike die Anfänge. "Nachdem ich erst einmal begonnen hatte mit diesem einzigartigen Material zu arbeiten, gab es kein Halten mehr. Ich baute Lampen, Bilderrahmen, Spiegel, Windlichter und alles was meinen Gedanken gerade so entsprang", blieb der Kreativität keine Grenzen gesetzt.

Liebe zum Detail
Swoboda stellt nicht nur bei ihren Werken, sondern auch an sich selbst hohe Anforderungen: "Meine Stücke werdenweder geklebt noch getackert. Alle Hölzer werden fest miteinander verschraubt, die Bohrlöcher verspachtelt, danach abgeschliffen und in der passenden Farbe übermalt, sodass von den Verbindungsstellen so gut wie nichts mehr zu sehen ist."

"Geht nicht, gibt's nicht"
Wann immer die 37-Jährige kann, arbeitet sie nach eigenen Ideen, aber mittlerweile trudeln auch immer mehr Bestellungen von aussergewöhnlichen Lampen und Skulpturen beispielsweise als besonderes Geschenk oder für die Hotellerie ein. "Mein Goldschmiedemeister gab mir damals den Leitfaden: 'Geht nicht gibt's nicht' mit auf den Weg, an den ich mich getreu halte. So bin ich bei jeder neuen Herausforderung mit viel Leidenschaft dabei und versuche die Idee des Kunden möglichst hundertprozentig zu verwirklichen. Ich kann mir wirklich kein schöneres Hobby vorstellen. Das Sammeln des Holzes ist meine Meditation und wenn ich dann nach stundenlanger Arbeit vor einem wunderschönen Unikat sitze, tanzt mein kleines Künstlerherz Tango! Von Schnee und Eis geschliffen, von reissenden Berflüssen poliert, von strahlender Alpensonne geküsst und erhellt ... das ist das Tiroler Treibholz, meine ganz persönliche Erfüllung!", so die Künstlerin abschließend.

Die Werke, bei dem jedes Stück ein Unikat ist können natürlich auf Märkten und Ausstellungen rund um Sölden erstanden werden. Mehr über die einzigartige Kunst gibt es auf Facebook, Stichwort "Treibholzkunst 'Gegenwind'.
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