23.09.2016, 00:00 Uhr

Blutproben kommen per Rohrpost

Iris Wostri, Stationsschwester der HNO-Abteilung, zeigt, wie die neue Rohrpost-Anlage funktioniert.

Eine alte Technik wurde wiederentdeckt und modernisiert: Im Kaiser-Franz-Josef-Spital flitzen die Blutproben mit der Rohrpost ins Labor.

Erfunden haben die Rohrpost die Engländer. In London wurde die erste Anlage bereits Mitte des 19. Jahrhunderts im Telegraphenamt installiert. Sie wurde als Hausrohrpost verwendet.

Etwa ein Vierteljahrhundert später, im Jahr 1875, kam das Rohrpost-System auch nach Wien. Waren die früheren Anlagen teils mehrere hundert Kilomter lang, begnügt sich das Kaiser-Franz-Josef-Spital (KFJ) mit kleineren Dimensionen: So werden die Proben der Patienten, die im neuen Mutter-Kind- und OP-Zentrum liegen, per Druckluft in das Labor eines benachbarten Gebäudes geschickt.

Neue Abteilung – alte Technik

Das Mutter-Kind- und OP-Zentrum und damit auch die Rohrpost-Anlage wurde im Juni diesen Jahres eröffnet. Die neue Anlage findet großen Anklang.

"Durch die Rohrpost geht alles viel schneller. So bekommen wir die Befunde der Blutproben bereits in etwa einer Stunde", so Sonja Milachovski, stellvertretende Pflegedirektorin des KFJ. "Früher wurden die Proben von einem Boten mit dem Auto abgeholt, der Proben aus dem gesamten Spital einsammelt hat. Das hat natürlich gedauert", so Milachovski.

Heute werden die Proben vollautomatisch zur Analyse geleitet. Das sorgt für jede Menge Arbeitserleichterung und Zeitersparnis. Pro Tag können nun bis zu 3.000 Blutproben analysiert werden.

30 Proben auf einmal

Jede Abteilung hat ihre eigene Rohrpoststation, von der das geschulte Personal die Proben mit speziellen Behältern verschickt.

"In einen Behälter passen 30 Röhrchen mit Blutproben, der automatisch ans Labor geschickt wird", erzählt Iris Wostri, Stationsschwester der Station Hals-Nasen-Ohren-Abteilung. Das System funktioniert mit Farben und Codes. So können die Behälter auch an andere Stationen geschickt werden. Damit ist gewährleistet, dass alles richtig ankommt. "Die leeren Behälter kommen automatisch zurück", so Wostri.

Die Verteilerzentrale dazu befindet sich im Keller des neuen Pavillons. Man sieht genau, wie die Behälter ankommen und mit der Druckluft weitergeschickt werden. Verschwunden ist noch keine der Sendungen. Es ist aber schon vorgekommen, dass etwas steckengeblieben ist. Dann müssen die Techniker der Firma anrücken, die die Anlage entwickelt hat. Allzu lange dauert das auch nicht, denn die Rohrpost-Anlage wurde von einer Wiener Firma entwickelt.
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