06.07.2016, 10:55 Uhr

Das große Finale: Open Days im Essl Museum

Essl Museum – Kunst der Gegenwart gehört nun zur Klosterneuburger Vergangenheit.

KLOSTERNEUBURG. Mit 1. Juli hat das Essl Museum nach fast 17 Jahren den Ausstellungsbetrieb geschlossen. Deshalb verabschiedete sich das Museum bei seinen BesucherInnen mit den Open Days von 24. bis 30. Juni.

Ausstellungen
Im Rahmen eines großen Finales gab es noch einmal viele Kunstvermittlungsangebote, Konzerte und Lesungen bei freiem Eintritt. An allen Finaltagen wurden – neben Bücherflohmarkt, offenem Atelier und Tombola zugunsten von Klosterneuburg hilft – Führungen durch die aktuellen Ausstellungen "Rendezvous", "Die Sammlung eSeL" und "Body & Soul" geboten.

Literatur & Musik
Sternstunden aus dem Literatur-Programm des Essl Museums gab es bei Lesungen mit Ernesto Susana, Jürgen Bauer, Josef Kleindienst, Magda Woitzuck, Alexander Urosevic, Gabriele Petricek, Gabriele Kögl und Stephan Eibel Erzberg; auch Liebeslyrik des 20. Jahrhunderts wurde vorgetragen.
Die Musik kam ebenfalls nicht zu kurz: Mit dem Konzert "Mulatság" führte das Improvisationsensemble Voces Spontane von Karin Riessner, Katharina Lugmayr und Johann Leutgeb mit Sylvie Lacroix, Martin Siewert und Karlheinz Essl den musikalischer Kehraus durch.

Traurige Gesichter
Selbstverständlich statteten auch wir dem Essl Museum einen letzten Besuch ab, bevor die Abschlussperformance der KunstvermittlerInnen und aller MitarbeiterInnen am Donnerstag das endgültige Ende des Ausstellungsbetrieb darstellte. Von den BesucherInnen wollten wir wissen, was sie bei ihren letzten Runden durch das Museum empfinden. "Es ist tragisch, wenn ein Museum schließt", bringt es Friedrich Kleisch auf den Punkt, dass die Nähe zur Großstadt bestimmt auch eine gewisse Problematik mit sich brachte. Andrea De Badtisda, die in Wien wohnt, hat die letzte Möglichkeit genutzt, um das Museum zum ersten Mal zu sehen – ebenso wie Marae McGhee. Nicht in Worte fassen können Jahreskartenbesitzer Fritz Frisch und Marianne Mullen ihre Trauer. Auch Hermann Doringer war öfters hier. Ute Felder, die erst seit Kurzem in der Nähe lebt, hat nach langem Schwärmen ihres Lebensgefährten noch rechtzeitig den Weg ins Essl Museum gefunden: Sehr beeindruckt von der Größe und der Atmosphäre, die Zeit lässt und Ruhe gibt, um die Bilder wirken zu lassen und es zu genießen, geht sie durch die Räume. Die hellen, ästhetischen, harmonischen, geschmackvollen Räumlichkeiten bringen auch Imelda und Viktoria Matschiner ins Schwärmen. Da das Konzept stimmig wirkt, wollen sie gerne länger verweilen und sind deshalb wehmütig, dass es nun ihr letzter Besuch ist.
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