10.05.2016, 00:00 Uhr

Bei uns fühlt sich der Zander 'pudelwohl'

Laichhilfen: Die 15 ausgelegten Nester bestehen aus Obstkisten, betongefüllten Blumentöpfen und Kokosmatten.
KLOSTERNEUBURG. Vor nunmehr fünf Jahren hat der Fischereiverein Klosterneuburg begonnen, die natürliche Vermehrung der Zander durch das Auslegen sogenannter Zandernester als Laichhilfen zu unterstützen.

Männer bewachen den Laich

Die Idee selbst haben sich die Klosterneuburger von ihren Nachbarn den Korneuburgern "abgeschaut", denn sie haben die besten Tipps und Tricks für den Zander bereits getestet. "Der Zander mag besonders den Schotterboden und nur bei Nacht kommt er ab und an zur Oberfläche", erklärt Alexander Mar, Gewässerwart des Fischereivereins.
Die selbstgebastelten Zandernester an sich sind leicht zu bauen, so erzählt Mar: "Das sind umgedrehte Obstkisten aus Plastik, werden beschwert durch betongefüllte Blumentöpfe und obendrauf kommt eine Kokosmatte, welche für den Zander sehr attraktiv ist." Mithilfe der Kokosmatte kann sich der Zander stimulieren, sodass er später dort laichen kann – in Klosterneuburg werden 15 Nester ausgelegt. Ebenfalls bemerkenswert ist, dass der Fisch ein sogenannter Brutwächter ist, denn das Männchen beschützt den Laich. "Mit dem Finger würde ich da nicht ins Wasser greifen, das Männchen nimmt's mit jedem Feind auf", so der Fischexperte.

Alles für den Zander

Der genaue Zeitpunkt hängt von der Entwicklung der Wassertemperatur ab. Sobald diese zehn Grad erreicht hat, werden die Laichhilfen an geeigneten Stellen im Revier verankert. Entscheidend für den Erfolg der Maßnahme sind die passende Beschaffenheit des Gewässerbodens und die richtige Wassertiefe. Dann muss nur noch Ruhe am Laichplatz herrschen, den Rest erledigen die Zander selbst. Und so ersucht der Gewässerwart alle Spaziergeher und Besucher des Strandbades: "Entdeckt ihr ein derartiges Zandernest, berührt es bitte nicht und verlasst die Stelle möglichst unauffällig." Denn in der Vergangenheit kam es leider schon zu Missverständnissen zwischen Fischereiverein und Bevölkerung, so erzählt Alexander Mar: "Schon oft habe ich erlebt, wie die Seile der Kisten abgeschnitten wurden und die auf der Oberfläche schwimmenden Flaschen – zur Kennzeichnung gedacht – weggeschmissen wurden. Nicht nur einmal, dass ich dann hinutergetaucht bin und die Kisten wieder hinauf geholt habe."

Zur Sache

Mit der Fischerkarte darf man am Altarm der Donau fischen – mit Begrenzung: Jährlich dürfen außerhalb der Laichzeit 10 Raubfische (Zander) und 40 Friedfische (Karpfen) mitgenommen werden. Ohne Fischerkarte kann es zu Strafen bis zu 5.000 Euro wegen Wilderei kommen.
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