12.05.2016, 06:30 Uhr

"Die Digitalisierung ist kein Allheilmittel für Banken"

Business Lunch im "hauseigenen" Oscar in Klagenfurt: BKS-Vorstandsdirektorin Herta Stockbauer und Gerd Leitner (Foto: Wajand)

BKS-Vorständin Herta Stockbauer über das Image von Banken und die Grenzen von Online-Banken.

KLAGENFURT. Meistens arbeitet Herta Stockbauer auch in der Mittagszeit durch. Für Geschäftsessen setzt sich die Vorstandsdirektorin der BKS aber gerne im Oscar an den Tisch. "Ich bin gerne hier, weil nicht aufgewärmt, sondern alles frisch gekocht wird", sagt sie. Auch der Business Lunch der WOCHE findet im BKS-eigenen Restaurant statt.
Ein großes Thema, das derzeit die Branche bewegt: die Digitalisierung. "Es gibt nur mehr ganz wenige, die Internet-Banking ablehnen", sagt Stockbauer. Einige Kunden nutzen das Netz nur für Abfragen, viele andere führen auch Transaktionen durch. "Für uns führt kein Weg daran vorbei."

"Netz kein Allheilmittel"

Die Herausforderung: "Wir müssen mit Internet und Bankstellen derzeit zwei Vertriebswege finanzieren", sagt die Vorstandsdirektorin. "Ich bleibe dabei: Kunden brauchen die Filiale." Deshalb will sie das Internet nicht als "Allheilmittel" sehen. Es habe seine Grenzen: "Vertrauen kann ich im Internet nicht vermitteln", erklärt sie. "Für unsere Tätigkeit ist dies aber wesentlich."

Kunden wollen ein Gesicht

"Wenn Kunden von der BKS sprechen, wollen sie ein Gesicht kennen", ist Stockbauer überzeugt. "Wenn man einen persönlichen Ansprechpartner hat, funktioniert auch die elektronische Kommunikation."
Wie sich die Branche weiterentwickelt, will Stockbauer nicht prophezeien. "Mittelfristig wird es Filialen bestimmt geben", ist sie sich sicher. Vielleicht aber werden sie in zehn Jahren ganz anders aussehen.
Dass sich bei der Filialdichte in Österreich etwas tun wird, steht für Stockbauer indes außer Zweifel. "Im internationalen Vergleich hat Österreich insgesamt zu viele Bankstellen", sagt sie. Die Anzahl an Filialen werde in den nächsten Jahren sicher schrumpfen.
In den internen Abläufen spielt die Digitalisierung auch eine große Rolle. "Es wird noch viel Papier geschaufelt", sagt Stockbauer klar. Man arbeite in der BKS mit Hochdruck daran, Lösungen zu integrieren. "Das gibt es alles nicht gratis", spricht Stockbauer von großen Investitionen. Das Geld dafür muss man verdienen.
Auch dafür braucht man Gewinne "Banken schaffen es nicht, einer breiten Öffentlichkeit zu erklären, dass Gewinne notwendig sind", hat sie wenig Freude mit dem derzeitigen Image der Branche. "Als erfolgreiche Bank muss man sich ja fast schon rechtfertigen." Gewinne seien der Lebensnerv – "ohne sie können wir kein Kreditgeschäft betreiben."
Kritik übt Stockbauer an der Politik. "Wir brauchen Zuversicht, keine Verunsicherung", spricht sie die Stimmungslage in Österreich und Kärnten an. Denn: "Die Daten sind deutlich besser als die Stimmung."
Diskussionen – etwa um die Abschaffung des Bargelds – würden weiter zu einer Verunsicherung beitragen."Die Nutzung von Bargeld geht ohnehin zurück", weiß sie. Stockbauer weiß warum: "Unbare Zahlungen sind ja auch praktisch." Ein Problem hat sie mit der "Verordnungskultur" der Politik. "Stattdessen sollte man Anreize schaffen", fordert sie. Selbst will sie auf Bargeld nicht verzichten. "Trinkgeld gebe ich gerne in bar", erzählt sie. "Alles andere ist unpersönlich."

Vor allem zu Mittag geht es zum Oscar

Mit den Menüangeboten zur Mittagszeit zieht das Restaurant Oscar vor allem Hungrige in ihrer Mittagspause an. Dass das rasche Essen von Küchenchef Thomas Guggenberger in hoher Qualität auf den Tisch kommt, zeigen die Bewertungen: mit einer Haube vom Gault Millau zählt es zu den Top-Adressen in Klagenfurt.
Freilich nicht nur mittags kann man die Küche genießen. "Mittlerweile hat sich auch der Samstag Abend bei unseren Gästen etabliert", sagt BKS-Chefin Herta Stockbauer.

Zur Sache - Menü

Das Restaurant Oscar in Klagenfurt ist seit einiger Zeit wieder in den Händen der BKS-Bank.

Seit Jahresbeginn fungiert Martin Heigl als Geschäftsführer des Lokals.

Küchenchef ist Thomas Guggenberger.

Beim Business Lunch gab es:

Gemischter Salat

Geflügelessenz mit Fadennudeln

Gebackener Karfiol mit Petersilkartoffeln und Cocktailsauce

Mostbraten vom Meisl mit Kroketten und Karotten
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