25.05.2016, 13:40 Uhr

Pielachtal on Tour: Seit 2007 überall dabei

Michael Niederer über die uneingeschränkte Liebe zur Nationalmannschaft, die ihn bis Kasachstan führte.

Bei jedem Spiel der Nationalmannschaft, ob in Kasachstan oder auf den Färoer-Inseln sehe ich ein riesiges Transparent des "Fanclub Pielachtal".
Das hast Du richtig beobachtet. Unser Transparent ist unser Markenzeichen, das in allen Stadien in aller Herren Länder seinen Platz findet. Wir sind rund 80 Personen aus dem Pielachtal die zu den Spielen anreisen.

Wie stark ist der harte Kern, der bis nach Kasachstan mitreist?

Um die 30 Personen. Die schaun, dass sie so gut wie möglich bei jedem Spiel dabei sind.

Auf der Homepage steht: "Seit 2007 immer dabei". Ihr habt noch kein Spiel versäumt?
Ich persönlich schon, aber der Fanclub war seit 2007 bei jedem Spiel dabei, auch bei den Testspielen. Unser Obmann kann mit Stolz behaupten, dass er überall dabei war.

Reisen nach Kasachstan oder auf die Faroer-Inseln sind kostspielig. Wie finanziert man das?
Das waren Qualifikationsspiele, die man sehr lange vorher weiß. Wenn man die Reise zeitgerecht plant, kann das so kostensparend wie möglich abgewickelt werden.

Reist man da nur zum Match an oder bleibt man länger um sich umzusehen?
Es kommt drauf an. Bei der Quali gegen Deutschland in München sind wir in der Früh hin und am Abend heim. Kasachstan, Schweden oder Faroer sind Trips, da bleibt man dann drei bis vier Tage.

Sieht man da nur das Stadion oder mehr?
Nein, man nutzt die Möglichkeit sich die Kultur anzuschauen. Es gibt so viel schöne "Platzln" auf der Welt, die kann man sich dann anschauen.

Muss man sich da fürchten, wenn man in einem fremden Land quasi vom Gegner umzingelt ist?
Das kommt auf das Land an. Wir haben aber Erfahrung und es hat, seit der Fanclub besteht, keine Probleme gegeben.

Oder gibt es da sogar "Verbrüderungen", dass die gegnerischen Fans das witzig finden, dass jemand bis Kasachstan reist?
Natürlich. Wir sind alles sehr offene Mädels und Jungs, da ergeben sich auch Bekanntschaften und interessante Gespräche.

Wenn man das intensiv betreibt, wird man seine Urlaube dafür opfern müssen. Die Chefs müssen auch mitspielen. Bleibt da noch Zeit für einen normalen Badeurlaub?
Bei mir geht sich der klassische Badeurlaub auch noch aus. Ich habe auch einen sehr toleranten Chef, der das ermöglicht.

Gibt es Mitglieder, wo die Familie sagt: "Entscheide Dich, Fußball oder Ich?"
Ja, das gibt es auch. Das ist oft ein Balanceakt auf des Messers Klinge. Aber mir ist nicht bekannt, dass sich eine Familie deswegen aufgelöst hätte. Aber natürlich kommt es in der einen oder anderen Beziehungen deswegen zu Reibereien. Meist wird damit aber sehr tolerant umgegangen.

Worin besteht die Faszination, dass man sich das wirklich antut, obwohl man daheim im Fernsehen besser sehen würde?
Ich habe sonst keine Leute kennengelernt, die auf den Faroer-Inseln waren. Ich glaube es sind die Chancen, die wir nutzen um sich Stücke der Welt anzuschauen, die andere nicht sehen würden. Und natürlich ist das Gemeinschaftsgefühl und die Gaudi auch dabei. Wenn einer keine Gemeinschaft mag, dann ist er wahrscheinlich eher nicht in einem Verein dabei.

Was kostet so eine weite Reise?
Wenn man ein paar Tage in Russland anhängt, dann reden wir von rund 800 Euro.
Da ist dann aber Essen und Trinken dabei. Das ist von manchen ein Nettomonatsgehalt.

Wenn man sich unser Team anschaut, hat man das Gefühl das ist eine Spitzen-Truppe. Wie sehen das die "Profifans"?
Wir haben viel erlebt. Es war nicht immer so, dass man stolz auf die Nationalmannschaft sein konnte. Wir sind aber trotzdem gefahren, auch wie sie nicht so erfolgreich war. Aber es hat sich eine sehr gute Mannschaft gefunden. Nicht zuletzt ein Verdienst von Marcel Koller, der seine Arbeit sehr gut macht. Man kann jetzt wirklich stolz sein. Das ist sicher unsere goldene Generation.

Wie wirds bei der EM laufen?
Ich glaube das Viertelfinale ist machbar. Der Weg zum Europameistertitel führt aber über Frankreich und Deutschland. Wenn die Tagesverfassung passt ist mehr möglich. Außenseiterchancen gibt es, ich erinnere an die englische Meisterschaft. Mit Leicester City hat auch niemand gerechnet.

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