29.09.2016, 15:22 Uhr

"Ozapft is": NÖs Wirte sprechen sich bei einer Maß Bier Mut zu

500 Gastronomen und Hoteliers folgten der Einladung ihrer Standesvertretung zum „Wirtetag“ auf die Wiener Wiesn: WKNÖ-Präsidentin Sonja Zwazl, Mario Pulker, Obmann der Fachgruppe Gastronomie in der Wirtschaftskammer Niederösterreich, Moderator Rainer Pariasek und Doris Reinisch, Obfrau der Fachgruppe Hotellerie in der WKNÖ. (Foto: LWmedia / Sandra Trauner)

Fachgruppen-Obmann Mario Pulker: "Parteien sichern sich auf Kosten der Gastronomie und der Steuerzahler ein Zubrot für ihre Vorfeldorganisationen"

Einmal selbst als Gast verwöhnt zu werden – das tut auch den niederösterreichischen Wirten gut. Und so folgten über 500 niederösterreichische Gastro-Unternehmerinnen und –Unternehmer der Einladung der NÖ-Fachgruppen Gastronomie und Hotellerie zum „Wirtetag“ auf der „Wiener Wiesn“.

Sonja Zwazl, Präsidentin der Wirtschaftskammer Niederösterreich (WKNÖ), nutzte die Gelegenheit für einen Dank an „die geradezu riesige Anzahl von Wirtinnen und Wirten in Niederösterreich, die dafür sorgen, dass es uns als Gast einfach an nichts fehlt“.

Wirte-Chef schießt weiter scharf gegen Feste von Parteien

Mario Pulker, Obmann der Fachgruppe Gastronomie in der WKNÖ, bekräftigte seine heftige Kritik an der jüngsten Neuregelung für Vereinsfeste, die Parteiorganisationen steuerfreie Einnahmen von bis zu 15.000 Euro ermöglicht.

„In Wahrheit haben sich die beiden Koalitionsparteien damit auch ein Zubrot auf Kosten der Gastronomie und der Steuerzahler gesichert.“ Zugleich verwies er auf erreichte Verbesserungen wie etwa die Verschiebung der verpflichtenden Sicherheitseinrichtung für Registrierkassen auf April 2017, Erleichterungen bei der Mitarbeit von Familienangehörigen oder die Ausweitung der Kalte-Hände-Regelung für Umsätze im Freien auf bis zu 30.000 Euro.

Licht und Schatten ortete auch die Obfrau der Fachgruppe Hotellerie in der WKNÖ, Doris Reinisch. So liege Österreich im internationalen Ranking der Tourismusbranche auf Platz 12 von 130 Staaten.
Allerdings: „Wir waren schon einmal unter den Top 5! Und ich fürchte, dass wir weiter abstürzen, weil die Rahmenbedingungen immer schlechter werden.“ Als Beispiel dafür nannte Reinisch die Erhöhung der Mehrwertsteuer sowie die Verlängerung der Abschreibedauer. Als Gegenmaßnahme drängt sie auf „spezielle Fördertöpfe. Hier müssen die Verantwortlichen die nötigen Rahmenbedingungen schaffen.“

WKNÖ-Präsidentin Sonja Zwazl kritisierte, dass noch immer viel zu oft übersehen werde, „dass unsere Wirtschaft der Ast ist, der uns trägt: Ohne Wirtschaft keine Arbeitsplätze, kein Wohlstand, keine soziale Absicherung. Wer den Wirtschafts-Ast ansägt, sägt damit auch sein eigenes Standbein an.“
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