23.06.2016, 00:00 Uhr

Kasberg: Millionenschweres Investment des Landes

Das Land OÖ investiert bis 2026 mehrere Millionen Euro am Kasberg. (Foto: W. Spitzbart)

Vertrag mit Schröcksnadel-Gruppe abgelaufen. Neue Struktur und Gelder des Landes für das Skigebiet an der Grenze des Salzkammerguts.

OÖ (tk). Der letzte Winter war eher mau: Zwischen 80.000 und 90.000 Eintritte verbuchte man am Grünauer Kasberg in der Saison 2015/2016. Das bedeutet ein leichtes Minus im Vergleich zum Vorjahr. Schuld war das milde Wetter, doch auch schon zuvor galt das Skigebiet im Grenzgebiet zwischen Gmunden und Kirchdorf als Sorgenkind. Seit dem Sanierungsverfahren 2010 deckt das Land die jährlichen Verluste ab, ohne öffentliche Gelder wäre ein Betrieb kaum möglich.

Aktuell sorgt noch dazu das Auslaufen des Fünf-Jahres-Vertrags der Schröcksnadel-Gruppe für Debatten. Diese hielt bisher 60 Prozent an der Betreibergesellschaft der Kasberg-Bahn.
Wie der BezirksRundschau bestätigt wurde, soll das nun anders werden. Eine Struktur-Reform am Kasberg steht ins Haus – inklusive eines millionenschweren Finanzierungsschubs des Landes. Das bestätigt Wirtschaftslandesrat Michael Strugl (ÖVP): Landeshauptmann Josef Pühringer habe der Region zugesagt, dass das Land OÖ eine Weiterentwicklung am Kasberg unterstütze. Die Betriebs- und Eigentümergesellschaften werden zusammengeführt. An der neuen Gesellschaft sollen sich die Almtal-Gemeinden, der Tourismusverband und eine lokale Bank beteiligen. Die Schröcksnadel-Gruppe ziehe sich auf eine Management-Funktion zurück, heißt es.

Als "Finanzspritze" des Landes habe man eine Million Euro pro Jahr budgetiert. Allerdings geht Strugl davon aus, dass die-se Mittel nicht zur Gänze ausgeschöpft werden. Aufgedreht bleibt der Geldhahn zehn Jahre lang – also bis 2026/2027. "Über das hinaus kann das Land OÖ nichts mehr tun", so Strugl. Das heißt die Region müsste dann, nach Ablaufen der Landeshilfe, etwaige Liftneubauten alleine finanzieren.

Lösung bis Ende Juni?
"Wir sind an einer langfristigen Lösung interessiert und wie es ausschaut können wir unser Konzept auch umsetzen", sagt Kasberg-Geschäftsführer Christoph Spiesberger. Auch die Lokalpolitik ist über die Finanzierungszusage des Landes erfreut: "Es geht um mindestens 200 Arbeitsplätze und um die Zukunft einer ganzen Region", sagt der Grünauer Bürgermeister Alois Weidinger. Vor Ort hofft man nun, dass bereits Ende Juni eine endgültige Struktur des "Kasberg-Neu" stehen könnte: "Dann wäre es möglich, dass wir das Konzept Ende des Monats in den Gemeinderatssitzungen vorstellen", sagt Weidinger.


Korrektur 24. Juni (Redaktion): In der Erstversion des Artikel hieß es, dass sich auch das Land OÖ an der neuen Kasberg-Gesellschaft beteiligen werde. Das stimmt aber nicht. Lediglich Almtal-Gemeinden, Tourismusverband und eine lokale Bank werden diese Gesellschaft tragen. Wir bedauern dieses Versehen!
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