22.03.2016, 11:29 Uhr

Der Ortschef nimmt Stellung zum Leserbrief bezüglich des Themas Prebersee-Gebiet in Tamsweg

Dies ist die Stellungnahme des Tamsweger Bürgermeisters auf einen offenen Brief an die Marktgemeinde.

"Sehr geehrte Damen und Herren! Herzlichen Dank für ihr Interesse, Ihr Mitdenken und Ihre Mitarbeit am Projekt 'Infrastruktur Prebersee'. Alle Fragen in Ihrem offenen Brief sind berechtigt. Sehr wohl haben wir uns die durch Sie aufgeworfenen Fragen auch bereits im Vorfeld der Entscheidungsfindung gestellt und wurden diese sowohl durch die Gemeinde wie auch durch mich berücksichtigt.
Die Aktualität der Variantenstudie aus dem Jahr 2004 wurde hinsichtlich neuer technischer Möglichkeiten und der Frage der Kapazität von den renommierten Salzburger Ingenieurbüros Kohlhofer und Weinberger überprüft. Das Ergebnis ist eindeutig. In Hinblick auf die immer strengeren Hygiene- und Umwelt- Grenzwerte, der sich für eine Pflanzenkläranlage aus dem unregelmäßigen Betrieb ergebenden Problematik der Stoßbelastung wie auch Unsicherheit ihrer Funktion auf Grund der Höhenlage, der Tatsache, dass eine Ableitung des Wassers jeweils nur in den 2,5 km entfernten Reiterbach oder den 1,5 km entfernten Feisterbach als Vorfluter möglich ist, folgen die Experten schließlich der Empfehlung des Naturschutzes, der für dieses höchst sensible Gebiet die Ableitung der Abwässer in eine zentrale Kläranlage ausdrücklich befürwortet.
Uns allen muss klar sein, dass, unabhängig von der gewählten Variante, immer ein Eingriff in die Natur notwendig sein wird. Derzeit erfolgt die Stromversorgung des Schießstandes, der Ludlalm und – zukünftig – auch ein Teil des Hotels am Preber mittels Dieselaggregat. Beim Kanalbau, der auf großen Strecken entlang bestehender Streif- und Forstwege erfolgen wird, soll gleichzeitig mit einer Druckleitung von 8 cm Durchmesser auch das Kabel zur Stromversorgung verlegt werden. Mit der dadurch möglichen Stromversorgung aus Lessach können umweltschonend sowohl die Belastung durch Lärm wie auch die Emissionswerte auf null reduziert werden.
Für unsere Einsatzorganisationen ist im Bereich Preber eine flächendeckende Versorgung mit Behördenfunk des Landes Salzburg dringend erforderlich. Auch hiefür ist damit die notwendige Stromversorgung gegeben und werden die Errichtungskosten vom Land entsprechend mitfinanziert.
Da der Schießstand nicht beheizbar ist, kann die dort eingerichtete öffentliche WC Anlage nur für den Zeitraum von April bis höchstens Oktober betrieben werden. Wir brauchen aber dringend auch während der Wintermonate für den Wintersport eine öffentliche WC Anlage. Mit der Errichtung der Ludlalm 'neu' kann der Betrieb einer öffentlichen WC Anlage mit angegliederten Umkleideräumen für die Wintersportler, unter Kostentragung des Betreibers der Ludlalm, sichergestellt werden.
Infrastruktur in einer Gemeinde zu errichten, verursacht immer Kosten, umso mehr an peripheren Orten. Tatsache ist, dass ohne entsprechende Infrastrukturmaßnahmen eine weitere Nutzung des sensiblen Prebergebietes als wichtigster Naherholungsraum Tamswegs in Zukunft nicht mehr oder nur mehr sehr eingeschränkt möglich sein würde .
Zusammenfassend kann ich feststellen, dass die Experten nach Überprüfung der verschiedenen Varianten und Alternativen und der entsprechenden Kosten eindeutig den Kanalbau als Lösung bevorzugen und empfehlen. Aus meiner Sicht erfolgte die Überprüfung aller möglichen Varianten objektiv und erachte ich jetzt als den richtigen Zeitpunkt, die erforderlichen Schritte zu setzen.
Ich bedanke mich bei Cäcilia Schitter sowie bei allen Grundbesitzern aus Tamsweg und Lessach für die teilweise seit Jahren andauernden guten und sachlichen Gespräche, die wesentlich zu einer guten Lösung bezüglich der Infrastruktur im Prebergebiet beigetragen haben."
Georg Gappmayer, Bürgermeister der Marktgemeinde Tamsweg

Lesen Sie dazu auch den Leserbrief, zu dem Gappmayer Stellung nimmt: Leserbrief zum Thema Prebersee-Gebiet in Tamsweg
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schaumamoi abc aus Lungau | 23.03.2016 | 11:57   Melden
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schaumamoi abc aus Lungau | 23.03.2016 | 11:59   Melden
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