17.05.2016, 09:01 Uhr

Eine Sprache zum Kaffee, bitte!

"Bei uns geht es ums Reden - egal ob nun ganz richtig oder falsch", Ahmad M. mit Tischbetreuerin Elisabeth S.
Wien: Station Wien |

Im Sprachencafè am Einsiedlerplatz 5 trifft man sich zweimal pro Woche zum entspannten Plaudern - und lernt dabei eine neue Sprache.

MARGARETEN. "Jede Sprache ist bei uns herzlich willkommen. Unsere Native-Speaker engagieren sich alle ehrenamtlich. Es geht bei uns um die Kommunikation im zwanglosen Umfeld und um die Übung, sich in einer fremden Sprach zu unterhalten.", erzählt Barbara Niklas vom Verein Station Wien. An einzelnen Tischen finden sich die Sprach-Gruppen zusammen. Dazu gibt es die Tischbetreuer, die mit ihren Sprachkenntnissen die anderen unterstützen.

Elisabeth S. ist seit Oktober 2015 dabei: "Ich sitze gerne mit Menschen zusammen - da kommt mir die Tätigkeit als Tischbetreuerin sehr entgegen. Und ich lerne selbst etwas dabei, über die Mentalität und die Kultur der Leute, mit denen ich mich unterhalte. Nach einem Sprachcafé gehe ich mit einem guten Gefühl nach Hause, dass ich einen Beitrag zum Zusammenleben im Bezirk geleistet habe". Elisabeth S. würde sich über mehr Tischbetreuer sehr freuen. Denn wenn die Räumlichkeiten richtig voll sind, wird es schwierig, sich bei der Lautstärke mit allen am Tisch zu unterhalten.

Jeder kann Tischbetreuer werden

Um beim Sprachencafé mitzumachen, gibt es nur eine Voraussetzung: man muss eine Muttersprache beherrschen: "Wer Interesse daran hat, ein ehrenamtlicher Tischbetreuer zu werden, der kann sich gerne an uns wenden. Es gehört natürlich auch etwas Mut dazu, wenn man an einem Tisch der Ansprechpartner für die anderen ist. Bei uns geht es aber immer sehr nett und freundlich zu", erklärt Niklas. Der Fokus im Café liegt dabei auf allen Sprachen - egal ob zum Beispiel Deutsch, Englisch, Türkisch oder Italienisch.

Auch Tony A. K. ist ein Tischbetreuer. Angefangen hat er vor zwei Jahren aber noch selbst als Teilnehmer, um seine Deutschkenntnisse zu verbessern: "Es hat mir hier so gut gefallen, dass ich nun anderen Italienisch beibringe. Dabei habe ich auch neue Freunde kennengelernt. Manchmal setze ich mich auch zu einem anderen Tisch dazu, einfach weil mir die Runde gefällt." Diese Ansicht teilt auch Santo S., der einst ebenfalls seine Deutschkenntnisse verbessern wollte. Er genießt die entspannte Atmosphäre. "Und man kann trotzdem Fragen stellen und sich Hilfe holen. Das Konzept finde ich sehr gut."

Das Sprachencafé findet zweimal in der Woche am Dienstag und Mittwoch statt. Mehr Informationen gibt es auf www.stationwien.org
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