20.07.2016, 07:30 Uhr

Unternehmerin Silvia Kern blickt auf über drei Jahrzehnte als Tapeziererin und Dekorateurin zurück

In ihrer Werkstatt hält sich Silvia Kern auch nach mehr als 30 Jahren im Job immer noch gerne auf.

„Es wird schon von Jahr zu Jahr härter“

SIEGGRABEN/MATTERSBURG. Silvia Kern aus Sieggraben führt seit mehr als 20 Jahren die elterliche Tapeziererei in zweiter Generation. Mittlerweile hat sich der 1964 gegründete Betrieb zum Raumausstattungsunternehmen mit einem kleinen Verkaufslokal in Mattersburg gewandelt.

Schulabschluss wichtig

Der Unternehmerin war der berufliche Weg somit bereits in die Wiege gelegt. Doch bevor Silvia Kern den Schritt in die Berufswelt wagte, schloss sie noch die Handelsschule ab. „Ich habe immer leicht gelernt und ein Schulabschluss war mir sehr wichtig“, so die heute 49-Jährige, die während ihrer Schulzeit immer wieder im Betrieb der Eltern mithelfen durfte.

„Verspürte keinen Druck“

„Natürlich war eine gewisse Erwartungshaltung seitens der Eltern da, aber richtig Druck den Lehrberuf zu ergreifen hatte ich nicht“, erinnert sich die Firmenchefin zurück.

„Beruf machte immer Spaß“

Die Lehre zur Tapeziererin und Dekoratuerin absolvierte Kern von 1984 bis 1987. „Der Job machte mir von Beginn an Spaß, da er sehr abwechslungsreich ist und man beinahe täglich mit neuen Aufgaben und Herausforderung konfrontiert wird“, so Kern, die ihre Ausbildung rückblickend als durchaus angenehm bezeichnet.

Seit 20 Jahren Chefin

Bis 1995 arbeitete Silvia Kern Seite an Seite mit ihrem Vater im Betrieb bevor sich überraschend eine neue Chance bot. Ein Tapeziererbetrieb in Mattersburg stand wegen Pensionierung zur Übernahme. Gemeinsam mit ihrem Gatten Gerhard, der fortan für Verkauf und Buchhaltung verantworlich war, nutzte Silvia die Möglichkeit zur Expansion. „Gleichzeitig übernahm ich auch den elterlichen Betrieb“, so die Chefin, die ihre Berufswahl und auch den Schritt in die Selbständigkeit nie richtig bereut hat.

Qualität statt Quantität

„Natürlich war und ist es nicht immer leicht ein eigenes Unternehmen zu leiten und bei den Polsterarbeiten wird es von Jahr zu Jahr schwieriger. Bänke und Sofas sind in den großen Möbelhäusern oftmals günstiger, wenn auch qualitativ nicht so hochwertig wie ältere Stücke, die aufwendig von mir aufgearbeitet werden“, schränkt Kern ein, betont allerdings, dass Qualität immer noch gefragt ist.

Auflagen kosten nur

„Auch die ständigen neuen behördlichen Auflagen machen uns Unternehmern das Überleben nicht unbedingt leichter. Aktuelles Beispiel ist die e
Einführung der Registrierkassenpflicht – rund 3.000 Euro waren für die Katz!“, ärgert sich Silvia Kern, die einen kurzen Blick in die Zukunft wagt: „Natürlich werde ich mit Freude weiterhin meinen Beruf ausüben, aber leichter, befürchte ich, wird es wohl nicht mehr werden.“

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