11.06.2016, 18:36 Uhr

Ausstellungseröffnung: Anton Wagner – der Bürgermeister des goldenen Zeitalters Gumpoldskirchens

Gumpoldskirchen: Bergerhaus | Zur Eröffnung einer bemerkenswerten Ausstellung lud die Marktgemeinde Gumpoldskirchen am Freitag, dem 10. Juni 2016 um 19 Uhr ins Bergerhaus, Schrannenplatz 5 ein:


Anton Wagner

Der Bürgermeister des goldenen Zeitalters Gumpoldskirchens

Diese Ausstellung entstand nach einer Idee von Bürgermeister Ferdinand Köck, der auch die Eröffnung höchstpersönlich vornahm. Die Auswahl, Zusammenstellung und Gestaltung besorgte Horst Biegler, ehemaliger Kulturkoordinator von Gumpoldskirchen. Der besondere Dank gilt auch Dr. Johann Hagenauer und seinem Buch „850 Jahre Gumpoldskirchen“, sowie Herrn Peter Souczek für Transkriptionen und Leihgaben. Musikalisch umrahmt wurde diese Vernissage zu ebener Erd’, zu der auch einige Nachfahren von Anton Wagner gekommen waren, durch Mitglieder von MACH4.

Ausstellungsdauer: Freitag, 10. bis Sonntag, 26. Juni 2016.

Öffnungszeiten: Freitag und Samstag von 16 bis 19 Uhr, Sonntag von 10:30 bis 12:30 und 16 bis 19 Uhr.

Eintritt frei!

Beigefügte Fotos aus dem Buch „ 850 Jahre Gumpoldskirchen – Wege in die Gegenwart“ von Johann Hagenauer und Franz Karl Nebuda ©



Anton Wagner

Anton Wagner wurde am 20. April 1852 als Sohn einer Gumpoldskirchner Hauerfamilie geboren. 1894 übernahm er zum ersten Mal das Amt des Bürgermeisters, in einer Zeit, die die schwerste seit 1683 – der Türkenbelagerung – war. Der Tiefpunkt, das Jahr 1891, als es wegen der Reblaus Katastrophe und eines fürchterlichen Unwetters praktisch eine Nullernte gegeben hatte, war zwar überwunden, von einem wirtschaftlichen Aufschwung konnte jedoch nicht die Rede sein. Um der Hauerschaft die Neuauspflanzung der Weingärten mit Reblaus-resistenten Unterlagsreben zu ermöglichen, bemühte er sich um Steuernachlässe, Subventionen und günstige Darlehen.

Sodann mobilisierte er den Weinbauverein und überzeugte den Gemeinderat, zur Wiederbelebung des Weinbaus eine Winzerschule zu errichten. Er war der Meinung, dass nur ein gut geschulter Nachwuchs die anstehenden wirtschaftlichen Probleme meistern könne. Die Winzerschule wurde am 4. Oktober 1898 als Beitrag Gumpoldskirchens zum Kaiser-Jubiläum feierlich geöffnet.

Im selben Jahr initiierte Wagner die längst fällige Ortserweiterung durch Umwandlung der Kurzen- und der Feldgasse in die Kaiser Franz Joseph-Jubiläumsstraße. Sie wurde bald von schönen Häusern, einer Schule und vom Lagerkeller des Wiener Rathauskellers (Luegerkeller) eingesäumt. Während seiner 21-jährigen Amtszeit wuchs Gumpoldskirchen um 190 Häuser – von 280 auf 470. Gegen massiven Widerstand setzte er für diese Häuser auch eine Ortswasserleitung durch. Auch die von Richard Klinger vorgeschlagene Acetylengas-Anlage fand in ihm einen dynamischen Förderer.

In der ehemaligen Seidenflorfabrik, Adlerhof, Wiener Straße 40, war um 1900 die Schule untergebracht, die aus allen Nähten platzte. Anton Wagner setzte einen Neubau der Schule in der Jubiläumsstraße durch. Die Eröffnung war am 4. September 1904. Anton Wagner versuchte auch – allerdings mit wenig Erfolg – aus Gumpoldskirchen eine Fremdenverkehrsgemeinde zu machen.

Wagners Lebenswerk jedoch war die Gründung der Kellereigenossenschaft, der heutigen Winzergenossenschaft, im Jahre 1907. Als erster Obmann gab er ihr das notwendige Format und eröffnete ihr dadurch den Weg in eine erfolgreiche Zukunft. Anton Wagner verstarb am 17. Juli 1915 plötzlich an den Folgen eines Rotlaufs. Gumpoldskirchen verlor einen Mann der


für den Ort in jeder Hinsicht Außergewöhnliches vollbracht hatte und der sich bedingungslos für das Wohl der Gemeinde und vor allem für die Rettung des Weinbaus eingesetzt hatte.

Quelle: 850 Jahre Gumpoldskirchen – Wege in die Gegenwart von Johann Hagenauer,






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